2017-02-06

#719 - wmdedgt 17-02

die februarausgabe von "was machst du eigentlich den ganzen tag?" von frau brüllen. alle anderen teilnehmer finden sich hier.

nach einem langen und sehr wohlgefütterten samstagabend mit freunden schlafen wir beide lange. ich träumte wirres, aber unterhaltsames zeug. nach neun krabbeln wir aus den warmen federn, der gatte kocht uns den ersten kaffee des tages, während ich das sterrrrrbenshungrige getier mit futter und den rekonvaleszenten mit seiner pille versorge.
(anmerkung: bluekatz miauser von schnurringen frisst wie eine siebenköpfige raupe. drei küken und nassfutter-nachschlag, wenn ich ihn lasse. langsam fange ich doch an zu bremsen - er braucht die sechs kilo nicht in vierzehn tagen erreicht zu haben ...)
mit dem zweiten kaffee lesen wir beide erst mal das internetz leer, dann gibt es frühstück, spiegelei mit lachs für den gatten und mit nudeln und ketchup für mich.
das gattentelefon schweigt die ganze zeit über, ein seltener zustand, den ich a) sehr genieße und das b) auch kommentiere. der gatte grient.

gegen elf beginnen wir langsam die startvorbereitungen, es soll zu meiner mutter und anschließend zur lieblingscousine nach berlin gehen. große vorfreude, da ich die familie schon viel zu lange nicht mehr gesehen habe. und es haben auch alle zeit, noch größere freude.

kurz nach zwölf sitzen wir im panzerkreuzer und sausen gen berlin. die fahrt ist erfreulich stressfrei, obwohl in berlin (und brandenburg?) gerade ferienende ist. einen stau erleben wir "in der werdung", zwei fahrzeuge stehen auf der linken spur, eines auf den standstreifen. richtung und schäden deuten auf ein verpatztes spurwechselmanöver hin. zwischen den beiden autos auf der linken spur stehen zwei männer in warnwesten dicht an der leitplanke. mich graust es bei dem gedanken, in was für einer irrwitzigen gefahr sich die beiden befinden.

halb zwei fahren wir in die straße, in der meine mutter wohnt. meine tante hat uns kommen sehen (oder wohl eher: gehört) und öffnet die tür, noch ehe wir geklingelt haben. der große hund windet sich ihr durch die beine und freut sich über die maßen, uns zu sehen. mutter und tante freuen sich ebenso sehr.

wir trinken geneimsam kaffee, essen bananensplit-torte und bringen einander auf den aktuellen stand. eigentlich bin ich nicht der weltgrößte fan von schokolade mit banane, aber die kombination schmeckt überraschend gut.
"die mütter" (mutter und tante) sind ein magnet für die gebeugten und die lahmen. eigentlich sind sie im ruhestand - aber es ist eher ein unruhestand. die tante praktiziert noch tageweise, die sehr alte nachbarin braucht nach dem unerwarteten tod ihres sohnes im vergangenen jahr viel hilfe bei allem möglichen und fordert darüber hinaus auch bespaßung in erheblichem rahmen, dazu kommen vieleviele hilfsdienste für den ältesten bruder, der es sich nach einer großen fuß-op in seiner unselbständigkeit recht bequem eingerichtet hat.
dadurch sind die tage der mütter rappelvoll, zwischen nachbarinnenpflege, bruder- und hundebespaßung und diversem leben-einsnull-kleinkram bleibt beiden keine zeit mehr, auch mal die füße hochzulegen. nicht schön ...
dass der alte hund schwerkrank ist, eine große op hinter sich hat und oft zum tierarzt muss, macht die sache nicht leichter.

während unseres besuchs klingelt gefühlt hundert mal irgendein telefon. erst telefoniert tantchen mit ihrem freund. der ist in sotschi und krank. als er mitbekommt, dass wir da sind, richtet er ganzganz viele herzliche grüße aus und will sich gleich verabschieden. tantchen beschwichtigt, die beiden telefonieren im nachbarzimmer noch eine weile.
die anrufe des mutterbruders hingegen passen in sein schema: "ich, mir, mein, und zwar sofort". die mutter sagt ihm klar und deutlich, dass sie grad nicht kann, weil wir da sind. das ignoriert er und sabbelt erst mal weiter. sie würgt ihn ab.
etwas später klingelt das telefon schon wieder. die nachbarin ist not amused, weil ihr noch nicht mit sonntagskaffee die aufwartung gemacht wurde.
kaum ist die leitung wieder frei, klingelt das telefon erneut, wieder der mutterbruder mit noch irgendnem sinnfreien behelfchen. meine mutter ist auf hundertachtzig und würgt ihn diesmal etwas nachdrücklicher ab.
die tante verlässt uns, um der nachbarin etwas vom kuchen rüberzubringen, weil die sonst abends meine mutter vollnörgeln würde. ich bin ihr sehr dankbar!

wir wenden uns wieder unserer unterhaltung zu. kurze zeit, vielleicht zwanzig minuten später, sehe ich, wie draußen ein auto sehr verzauberte parkversuche macht (parallel einparken am rechten straßenrand in hundertvierunddreißig zügen), und kommentiere das belustigt. meine mutter schaut auch - und platzt: der mutterbruder.
er wolle ja nur mal kurz nach seinem hund gucken. aha, soso. immerhin kennt er meine mutter gut genug, um zu erkennen, dass "kurz" hier das operative wort ist, und verzieht sich nach wenigen minuten auch wieder. hrgn ...

inzwischen ist siebzehn uhr durch, und der gatte und ich brechen zur lieblingscousine und dem cousin ehrenhalber auf.

die beiden freuen sich wie bolle, uns zu sehen, und wir dito. wir sitzen höchst gemütlich am kamin, bringen uns wechselseitig ebenfalls auf den neuesten stand, ranten ne runde über dienstleister, die alles tun, aber nicht leisten, werden uns über die eckdaten für eine große geburtstagsfeier im sommer klar und lassen es uns richtig, richtig gut gehen. ich fühle mich sauwohl und bedaure es nennenswert, dass wir nicht dichter beieinander wohnen. die beiden würde ich gern deutlich regelmäßiger sehen ...
zwischendurch kommt der mopplige kater auch mal zum schmusen vorbei, und der scheue kater kommt mal vorsichtig aus der ferne gucken.
zwischendurch klingelt des gatten wunderhorn telefon, die schwiemu ist dran, bei uns daheim hat die sirene geheult. der gatte ist sofort sichtlich gestresst, aber da wir nicht daheim sind, ist auch nix zu machen. er klärt mit ihr, wer wann das letzte mal die wachrunde über das firmengelände gemacht hat, und jaja, die sagen soFORT bescheid. ich sehe seine anspannung. etwas später ruft schwiemu wieder an, alles geklärt, es ist nichts in der firma, wohl ein unfall auf der autobahn. wir atmen durch, der blutdruck darf wieder auf normaldruck fallen.
bei so etwas merke ich aber immer wieder, wie sehr mir der brand im letzten mai noch nachhängt. (von den folgen gar nicht zu reden.)

später gehen wir zum griechen, ein sehr leckeres abendbrot (mit VIEL ouzo) verspeisen. der gatte und ich lachen sehr, weil sich unsere vorlieben so sehr angenähert haben, dass wir uns im resto relativ regelmäßig für dasselbe gericht entscheiden. unsere essen sind erwartungsgemäß sehr reichlich und sehr lecker.
kurz nach zehn brechen wir auf, bringen die beiden noch heim und reisen dann auch wieder gen heimatdorf. kurz nach zwölf sind wir wieder zuhause, ich versorge noch das toTAAAAAL verhungerte getier inkl. pillengabe für herrn bluekatz von schnurringen, und nehme das katzenfutter für dne folgetag aus der tiefkühlung. kurz vor eins liegen wir im bett. der gatte schläft sofort, ich lese noch eine weile und schalte kurz nach eins dann auch das licht aus.


Keine Kommentare: