2017-01-06

#713 - wmdedgt 17-01

wie jeden monatsfünften möchte frau brüllen wissen, was ich so den ganzen tag gemacht habe. was die anderen teilnehmer den ganzen tag so machen, lässt sich hier nachlesen. da ich aktuell urlaube, gibt es auch was zu berichten, das nicht sterbenslangweilig ist. also, here goes:

unverhofft kommt oft, und so hatte sich der gatte entschlossen, doch mit mir in den schindelbruch zu reisen. der kleine graue kater war ganz kurz vor silvester sehr krank geworden. da ich ihn so meinem katzensitter nicht überhelfen mochte, urlaubt blue mit uns.
da er aber - katzentypisch - sein eigenes ding macht und sich wenig um menschliche befindlichkeiten schert, weckt er uns morgens kurz vor fünf damit, dass er geräuschvoll knirschend und krachend einige leckerlis speist und danach das katzenklo aufsucht. nach vollbrachter tat scheint er eine reise nach china in erwägung zu ziehen, jedenfalls scharrt er in seinem klo so emsig, als wolle er sich dorthin durchgraben.
ich ermahne den kater zu mehr ruhe, der hüpft - gänzlich unbeeindruckt - wieder zu uns ins bett und wir schlafen bis kurz vor acht weiter.

da der gatte leider wegen seines wehen daumens nach l. zum arzt muss, stehen wir beide auf und gehen schon kurz nach acht gemeinsam zum frühstück. es gibt omelette, matjes, quark mit honig aus der wabe und dazu kaffee für mich und omelette, kaffee und leberwurstbrot für den gatten. der bricht kurz vor neun bei schneetreiben gen l. auf. ich mache noch gemütlich meinen kaffee alle und gehe dann ims zimmer zurück. dort verfrachte ich den kater in seinen transportkorb, damit die damen vom housekeeping ohne fluchtversuche seinerseits ihre arbeit erledigen können, ziehe mich flugs um und stehe pünktlich um zehn an der rezeption des spa-bereichs, um mit 80 minuten personal training meinen tag zu starten.
die supernette trainerin plagt mich eine gute stunde mit einem knackigen kraftprogramm und "fasziniert" hinterher noch 10 minuten die faszien in meinem rücken und den oberschenkeln (auaAUAAUÄÄÄ!!, aber auf eine gute weise).
gegen halb zwölf krabbele gehe ich zurück aufs zimmer.

eigentich hatte ich vor, danach einen spaziergang durch die verschneite landschaft zu machen - das hotel liegt mitten in einem naturschutzgebiet. es ist nicht nur wunderschön hier, sondern noch dazu unglaublich ruhig: keine autogeräusche, keine menschlichen krawallereien, und jetzt im winter nicht mal tiergeräusche. einfach nur stille.

leider war housekeepeing noch nicht da, ich mag den kater aber auch nicht länger eingesperrt lassen. also cancele ich den spazierengeh-plan, "befreie" den kater und beschmuse und bürste ihn danach ausführlich. nebenbei sage ich bescheid, dass housekeeping bitte nur die zu tauschenden handtücher wechseln und neues wasser hinstellen möchte. das passiert dann auch kurz nach eins. in der zeit habe ich auch mich und den boden wieder von katerhaaren befreit - aus der plüschmenge könnte ich vermutlich noch einen weiteren bluekatz stricken (zumal der derzeit ja seiner krankheit wegen ein sehr mageres portiönchen ist ... *seufz*)

anschließend hinterlasse ich dem gatten einen kleinen zettel mit einer info, wo ich bin, und breche zur zweiten runde des heutigen programms auf: seelentraum, anderthalb stunden massage und hautpflege. die behandlung ist unglaublich wohltuend. bei der nacken-schulter-decolleté-massage dämmere ich weg und werde von meinem eigenen (naTÜRlich total zarten und damenhaften) schnarchen wach. hehe :D

währenddessen ist der gatte auch wieder da und schon mal in die sauna gegangen. wir treffen uns im spa-bistro zu einem kaffee und matten danach gemeinsam im wipfelnest, einen der schönen ruheräume, auf den fabelhaft gemütlichen schaukelliegen ab. ich blättere ein bisschen weiter in den rat queens, lege die dann aber zugunsten von binti zur seite. kurz nach fünf bricht der gatte auf, um dem kleinen kater sein abendbrot zu besorgen (das hatte im hotel dann doch nicht so reibungslos geklappt, ich hätte den küchenchef von der arbeit abhalten müssen, und das widerstrebt mir dann doch). ich lese noch ein bisschen und gehe dann auch ins zimmer zurück. der kleine kater empfängt mich motz-miauend und wünscht, bitte sofort und ausführlich beschmust zu werden. dem komme ich sehr, sehr gern und in wunschgemäßer ausführlichkeit nach.

hernach fange ich an, mir die haare zu flechten. ich hatte eine idee gesehen, die ich aufzugreifen gedenke. während ich noch die haarpracht bebastele, kommt der gatte wieder und bringt gulasch und leber für herrn miez mit. beides wird etwas angewärmt und findet seine billigung - blue schmatzt und frisst die leber auch komplett auf. das freut mich sehr, denn derzeit frisst er nur kleinste mengen *seufz* während der gatte noch etwas liest, unternehme ich teil II der abendlichen verschönerungsmaßnahmen (=makeup) und bin höchlich angetan davon, wie wenig zeit ich für ein spektakuläres ergebnis brauche. das maling dauert zu weniger ausgeruhten zeiten mehr als die dreifache zeit und das ergebnis ist nicht halb so beeindruckend wie heute. der gatte ist hingerissen und wirft sich seinerseits in hemd und hose.

kurz nach halb sieben sitzen wir im resto. mein viergangmenu umfasst lachs auf apfel-sellerie-salat als vorspeise, eine zum reinlwgen-und-drumherum-schlürfen-wollen leckere räucherfisch-essenz und als hauptgang zweierlei vom wild (tranchen vom reh- oder hirschrücken und ein phantastisches wildgulasch) mit nachschlagverdächtig guten nussspätzle und rosenkohl. den abschluss bildet ein deutlich unspektakuläreres gewürztiramisu mit mangosorbet.

anschließend retirieren wir in ein kaminzimmer. bei einem glen els, einem hervorragenden whisky aus dem harz, bekämpfe ich zunächst des gatten sportuhr. er möchte diverses anders oder überhaupt eingestellt haben. das ist nicht trivial, wenn man kein englisch kann. dazu ist das system stellenweise ungefähr das gegenteil von selbsterklärend und dazu arg widerspenstig. nachdem ich ihm dann aber das ungelogen fünfte mal erkläre, was pace ist, und ihm ebensooft die optionen für die einstellseiten herumterbete, bin ich dann ein klein bisschen nicht mehr ganz so motiviert. er grient und übernimmt ab diesem punkt selbst und braucht dann auch nur mehr wenige rückfragen.  geht doch!, griene ich nun meinerseits.
wir lesen noch eine weile die jeweiligen internetze leer und gehen dann zum bluekatz aufs zimmer zurück. der tag endet nach der üblichen hygieneroutine in einem kuschelhaufen mit katz obendrauf.

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