2016-09-06

#685 - WMDEDGT september, diesmal mit wasserspielen wider willen

die septemberausgabe des allseits beliebten "was machst du eigentlich den ganzen tag" von frau brüllen. alle anderen einträge finden sich hier.

nach einer endlich wieder erholsam und neben dem gatten durchgeschlafenen nacht (neun stunden, baby! yeah!) beginnt der tag damit, dass sein telefon rabimmelt und der err. was arbeitsbezogenes will. es ist dringend (aber zum glück nicht katastrophal), der gatte springt aus dem bett und startet im spurt in den montag. ich schäle mich dann auch aus der warmen liegestatt, mache morgentoilette, fädele mich in jeans und t-shirt und gehe in die küche. auf dem weg dahin streichen mir tibby und blue um die beine und verleihen ihrem GROSSEN!, GROSSEN!! miezekatzenhunger auch akustisch nachdruck.
ich werfe die kaffeemaschine an und kümmere mich um die feliden. während der kaffee durchläuft, räume ich die küche auf, pützele ein wenig und bereite unser frühstück vor. da ich gestern vergessen habe, mein eiweiß aus der tiefkühlung zu nehmen, muss ich das jetzt in warmwasser turboauftauen.
mit dem ersten kaffee des tages setze ich mich an den rechner und recherchiere ersatz für das am sonnabend kaputtgegangene aquarium.

es ist leider gar nicht so einfach, nur das schnöde glasbecken ohne licht und (groooooottenhässlichen!!) unterschrank und dings und gedöns zu finden. teuer ist es auch, und die online-lieferzeiten sind weit jenseits von gut und böse. eine woche bei den schnellen anbietern. toll.
die baumärkte in der umgebung haben zwar alle gaaaaaanz  tolle (und endlos lang dauernde) „wenn  Sie dings wünschen, drücken Sie die 1“-telefonmenüs. aber nackige aquarien ohne schnick und schnack in bezahlbar haben sie leider nicht.

in meinem stamm-zoofachgeschäft geht noch keiner ans telefon - ist halt n kleiner laden, und morgens ist noch nicht die volle mannschaft da. seh ich ein, ist meiner steigenden nervosität und „oh gott, meine armen macrobrachien!“ aber nicht zuträglich.
seufz.

der gatte kommt heim und wir frühstücken unsere standard-spiegeleier von glücklichen freilauf-hofhühnern des befreundeten bauern und dazu mehr kaffee. der dringende anruf vom morgen war ein lkw mit federbruch, der mitten auf einer straße liegengeblieben war. auch was, das man dringend braucht.

kurz nach dem frühstück erreiche ich jemanden im zookauf und bekomme zu meiner großen erleichterung mitgeteilt, dass ein nackiges 1,20-er becken vorrätig ist und reserviert werden kann.
sagte ich schon, dass mich das wahnsinnig erleichtert?

beruhigt starte ich das notebook, ausnahmsweise mal nicht den standrechner.

währenddessen spielt madame mit dem wasser in der mörtelwanne. ich habe ihr ein bällchen dort hineingeworfen, das sie jetzt auf servalmanier bejagt: sie schleicht sich an und schlägt dann blitzschnell mehrmals und sehr hart und mit krallen auf die „beute“ drauf, bis sie das bällchen so erwischt, dass sie es aus der wanne herausfischen kann. es sieht sehr spaßig aus, setzt aber die gesamte umgebung ordentlich unter wasser:


vor dem terminologischen tagwerk recherchiere ich noch, ob es einen bezahlbaren ersatz für meinen derzeitigen feedreader gibt. die fehlende suchfunktion und die unmöglichkeit, bestimmte  themen ausschließen zu können, nerven mich mittlerweile zu sehr. aber 50 glocken jährlich für ein produkt auszugeben, das ich nur so halbgut finde? - nee.
es findet sich newsblur, aber da hakt es heftig beim bezahlen. nur mit kreditkarte. was ein scheiß! mal sehen, ob man mir eine andere möglichkeit einräumen mag. ich bin ja gern bereit, für ein ordentliches programm auch zu zahlen - aber wenn man mir das unnötig schwer macht, dann halt nicht ...

anschließend geht es los mit dem terminologischen tagewerk, heutiges thema sind aufräumarbeiten im altbestand. es läuft zäh (warum, verflixt noch mal?!).

kurz vor eins kommt der gatte heim, wir essen zu mittag. ich verputze einen gut teil des restlichen spitzkohl-gemüses mit dem restlichen quark, der gatte hat brötchen-mit-was-drauf, wie fast immer. danach gibt es noch einen schnellen kaffee und dann geht es für uns beide weiter mit arbeiten.

nach dem mittag kommt zug in meine terminologie und es fängt an zu laufen. ich wühle mich durch diverseste stationen (die nur unter bestimmten umständen station heißen dürfen), bis mir zehn vor sechs die serververbindung abstürzt. just während ich noch überlege, ob ich noch mal schnell hochfahren soll, ruft der gatte an, um mir bescheid zu sagen, dass er aus der firma losfährt und mich abholt, damit wir das bestellte aquarium abholen können.

im zooladen bestaune ich erst einmal ausführlich die neue aquarienanlage. sehr modern, RIESIG groß, sehr hell und schick. nur sind die becken jetzt viel, viel kleiner. das ist ja einerseits toll: es erleichtert dem h. und seinen kollegen das sortenreine einfangen der wasserviecher deutlich, und sie können viel mehr arten ins programm nehmen und die kampffisch-kerle einzeln halten. andererseits finde ich es aber schade, denn die relativ großen becken sahen schon toll aus, der h. konnte oft genug zeigen, dass er ein händchen fürs aquascaping auch auf kleinem raum hat, und ich fand die bunter gemischten fischherden schon auch sehr, sehr schön. aber je nun, es muss für die dort arbeitenden passen, nicht so sehr für mich.
auf dem weg zur kasse begrüße ich einen der beiden ladenkater, einen bildschönen schwarzbefrackten mit überaus zierlichen weißen söckchen. der gatte holt derweil das auto, um das neue aqua einzuladen.
an der kasse steht ein pärchen mit kind vor mir, hinterm thresen ist jedoch niemand. ich höre die kassenfrau beim hunde-equipment geduldig die größen irgendwelcher dinge erklären. minutenlang. schließlich tauchen sie und die kundin hinter dem aufsteller auf und kommen gemeinsam an die kasse. dort hat die kundin auch weiterhin endlos irgendwelche dinge zu fragen und zu diskutieren. sie ist für mich kaum zu verstehen (aber ich höre auch nicht besonders aufmerksam zu), ich sehe jedoch, dass die kassierende zunehmend genervt ist, weil sie immer und immer wieder dasselbe erklären muss. und dann sehe ich mir die kundin genauer an und vergesse für einen moment das atmen. ich habe wirklich noch nie einen so dünnen, nein, klapprigen menschen noch auf seinen eigenen beinen stehen sehen. rasseldürr trifft es wohl am ehesten. sie ist etwas größer als ich, ich schätze, etwa einssiebzig, aber sie auf 35 kilo zu schätzen dürfte hoch gegriffen sein. ihr gesicht sehe ich nicht, nur die sehr akkurat gesträhnten und frisierten aschblonden haare und eine dunkelviolett-gescheckte hand, die ebenfalls nur aus pergamentener, unglaublich zerknautschter haut, sehnen und knochen besteht. miss death, denke ich mit einer mischung aus grusel und bedauern.
dann, endlich, kann auch ich bezahlen.

wir bringen das aquarium heim und tragen das alte gleich ins auto. dabei stelle ich fest, dass die platte des schrankes auch ordentlich gelitten hat. sie ist etliche cm weit gequollen. darauf kann ich das neue becken nicht abstellen. den tischler, der den schrank mal gebaut hat, erreicht der gatte nicht. also bleibt uns nichts übrig als noch mal zum baumarkt zu reisen und eine passende platte zu besorgen. eigentlich hat der gatte keine lust, noch mal loszuziehen. aber ich insistiere, denn ich kann schwer abschätzen, wie gut es den garnölen in ihrem wasserfass geht, und möchte nicht riskieren, dass ich sie jetzt zwar vorm tod durch ausgelaufenes aqua gerettet habe, sie mir dann aber in ihrem fass verrecken. seufzend gibt er sich geschlagen, und wir reiten zum baumarkt. dort ist großkampftag angesagt – 20 % auf alles (außer irgendwas) –, und die schlangen an den kassen sind endlos. wir finden jedoch relativ schnell eine passende platte, und ich schlage dem gatten vor, dass er schon vorgeht und uns grillhähnchen zum abendessen besorgt, während ich auf den zuschnitt warte und bezahle. er willigt ein.
am zuschnitt treffe ich einen freund-bekannten und wir unterhalten uns kurz. er sieht elend aus, gestresst und kaputt. hoffentlich kommen für ihn bald bessere tage, er wäre nicht der erste, der stressbedingt abklappt ...
das zahlen geht wider erwarten ratzfatz, und ich bin noch vor dem gatten mit meiner beute wieder am auto.
daheim laden wir flugs die platte und aqua-unterlage aus kork aus und essen dann erst einmal etwas. die kater sind högscht interessiert, und sogar madame kommt mal nachsehen, was da so essbar duftet. das angebotene hühnchenfleisch lässt sie jedoch liegen, daum kümmern sich die männlichen staubsauger der gattung felis.

nach dem essen ist es halb neun und ich begebe mich an die aqua-ein-und-umräumaktion. kurz nach neun sind der bodengrund und der hauptteil der bepflanzung drin (wow, das ging fix!) ...

... und ich fange an zu fluten. gegen elf ist es weitgehend vollbracht, und die garnölen und die barben werden in ihr neugestaltetes domizil umgesetzt. zunächst mache ich noch herrmann mit dem kescher. aber nachdem die tierchen elend flink sind und das restliche wasser aus der tonne sowieso auch ins aqua soll, kippe ich die restlichen 15 liter nebst bewohnern kurzerhand ins becken.
noch die luftleitungen reingehängt, das säuberliche einbuddeln habe ich verpennt, und das licht an die zeitschaltuhr hängen.
kurz vor halb zwölf sind das becken und ich komplett fertig.


die garnölen nölen diesmal nicht, sonden winken:

dreiviertel liegen der gatte und ich im bett, und ich bekomme nur noch am rande mit, dass er das licht ausschaltet.

Kommentare:

tikerscherk hat gesagt…

Sind das Bengalen auf dem einen Bild? Sehen so groß aus für Bengalen und auch die Kopfform beinahe zu keilförmig, aber die Zeichnung...
Schöne Tiere jedenfalls!

Gruß aus kreuzberg suedost!

hühnerschreck hat gesagt…

hallo tikerscherk, willkommen! und danke für deinen kommentar :)
nein, bengalen sind es beide nicht. die große, die im wasser rummatscht, ist ein serval (leptailurus serval). sie hat etwas über 50 cm schulterhöhe und wiegt um die 12 kilo. der kleinere, der das geschehen aus seiner chef-höhle im kratzbaum überwacht, ist simba, mein f3-savannahkater. savannahs sind kreuzungen aus bengale und serval. f3 heißt, ein urgroßelter war der serval. er ist etwas hochbeiniger als eine hauskatze, aber ebenso ein "schmales hemd" wie madame mit 5,4 kilo.

tikerscherk hat gesagt…

Ja, Serval & Savannah- ich kam nicht drauf. Wollte selbst mal einen Serval zu meinen Katzen (darunter eine Bengalin) dazuholen und hab einiges über diese Tiere gelesen.
Sehr schöne Tiere jedenfalls, alle beide.

Danke für die freundliche Begrüßung!