2016-06-06

#674 - wmdedgt (mit rant)

huch, aus versehen hab ich diesmal den aktuellen wmdedgt (was machst du eigentlich den ganzen tag?) mitbekommen, ehe er vorbei war. den organisiert frau brüllen an jedem monatsfünften, und wer mag, kann mitmachen und/oder alternativ lesen, was die anderen so treiben.

wachgeworden kurz nach sechs. das muss diese senile bettflucht sein ... *gähn*

danach kaffee mit dem gatten, er frühstückt die obligatorischen spiegeleier, ich mach mir ein warmes breichen aus geraspelter möhre, quark und eiweißpulver. im moment bin ich total auf dem warme-breie-trip. es tut meinem seelchen wohl, morgens was warmes und süßes zu frühstücken. außerdem hält es mich zuverlässig bis mittag satt. das schaffen spiegeleier nur in größerer menge. also breichen.
danach saufen wir noch ein paar eimer kaffee und lesen das internetz (er) bzw die aktuelle zeitschrift für terminologie (ich) leer.

gegen 11 brechen wir zu einer radrunde auf. m.-see, café in der city am fluss, s.-see sind geplant und werden gefahren.

die ersten kilometer rollen wir über unsere „hausrennstrecke“, es ist schon bemerkenswert warm und noch ganz leise, nur die vögel tirilieren und zwitschern aus voller kehle. über allem schreit ein habicht sein "hiääää!! hiääää!" der große vogel ist schon ein bemerkenswerter anblick! und sobald er über uns erscheint, schweigen die meisten zwitscherlinge.
das wegstück an der schleuse, auf dem der pfad seitlich abfällt, fahre ich mittlerweile entspannt. ich bin vorn und freue mich über das lob des gatten hinsichtlich meiner fahrtechnik.
am m.-see ist es bereits richtig voll. jede menge fußgänger, spazierenradler, leute mit kindern und hunden. wir schlängeln uns ein paar meter über den asphalt und weichen dann auf einen unbefestigten, nur stellenweise geschotterten weg aus.

und genau dort begegnet uns eine laaaaaaange kavalkade von elektrofahrzeugen. wie gesagt: der weg ist schmal (knapp zwei meter breit), teils geschottert, teils unbefestigt und SEHR staubig. links und rechts gibt es einen schmalen streifen gras und stellenweise einen recht tiefen graben.
wir (und alle anderen radfahrer, spaziergänger und co) sind gezwungen, ins gras oder sonstwie „aus dem weg!!“ auszuweichen.
jaaa, elektromobilität ist toll (sollte ich mir noch mal ein anderes fahrzeug zulegen,wird das relativ sicher ein stromer) und es stinkt auch nicht. außerdem sind die fahrzeuge in der tat wahnsinnig leise – das erste hätte ich dadurch beinahe gerammt. wenn man ein gefälle herunterrollt und plötzlich quasi aus dem nichts ein auto vor einem steht, das die gesamte breite des weges braucht, dann ist das schon so ein bisschen WAAAAH!
auf der gesamten strecke war auch nix ausgeschildert, was den geneigten wegenutzer darauf hingewiesen hätte, dass einem fahrzeuge entgegenkommen können, denen durchaus zügig auszuweichen wäre.
da frage ich mich: muss das wirklich sein? auf einem der wenigen unbefestigten wege hier in der gegend, an einem see mitten im grünen, an einem sonnigen tag, an dem auch eine menge leute dort unterwegs sind?
und haben die autos nicht auch so schon irrwitzig viel platz zum spielen pretty much anywhere? als nicht-autofahrer hat man doch eh schon auf jeder straße die arschkarte in platin, weil man nur als verkehrshindernis oder umzumähender zu besiegender gegner wahrgenommen wird. und dabei ist es relativ egal, ob man aufm rad, zu fuß, auf dem mop(p)ed (also sowohl die kleinen, langsamen als auch die großen, schnellen) oder sonstwie unterwegs ist. grundsätzlich gilt: platz da für die elefanten des sultans autos.
es ist schön, e-mobilität zu promoten. aber eine ausfahrt für leute, die eh schon ein e-mobil haben, trägt hier eulen nach athen. alle anderen draußenseier müssen wie üblich auf die armengebeutelten autofahrer rücksicht nehmen und so zack wie hoppity von der straße verschwinden.
mich ärgert das sehr!
nach ein paar minuten ist der spuk endlich vorbeigezogen, ebenso zieht mein gegrummele nach einer weile wieder ab. den gatten freut's.

im weiteren verlauf unserer runde treffen wir einen sehr sympathischen whippet (meine güte, sind das hübsche tiere!) und unterhalten uns eine weile mit seinem herrchen. wir rollen fast geräuschlos durch den wald, finden einen mini-bikepark, freuen uns über viiiiiele sicher radelnde kinder (ich staune, wie viele wirklich kleine mit einer entspannten sicherheit durch die parks gondeln!

aufgefallen ist mir aber, dass erstaunlich viele mit-drauenseier ebenfalls nach dem bewährten motto vorgehen „hoppla, jetzt komm ich!“.
an einer stelle des sees ballert techno so laut zu uns hoch, dass ich das wummern des basses im bauch fühlen kann. zu sehen ist niemand, die musikhörenden müssen also mindestens 10-15 m von uns entfernt direkt am wasser sitzen. woanders versperrt eine gruppe leute, so 10-15 personen, den weg komplett (unter anderem, indem ihre fahrräder quer und hintereinander stehen) und motzt rum, als wir darum bitten (!), vorbeizudürfen.
das verstehe ich nicht. ich habe den eindruck, ausgefahrene ellenbogen und ich-mir-mein ist mittlerweile teil des guten tons, und es sind nur noch so dinosaurier wie ich, die rücksicht und „leise sohlen“ nicht nur bei anderen für erstrebenswert halten.
bilde ich mir das ein oder wird es gerade wirklich spürbar kälter in der hiesigen gesellschaft?

wieder daheim, gibt es als erstes kaffee und erdbeertorte für den gatten und kaffee und pizzarest für mich auf der terrasse (genauer gesagt, unter dem fabulösen dachin der sitzecke). danach bewässere ich teile des gartens und widme mich anschließend der nagelpflege, während ein groooooßes gewitter mit einer tiefschwarzen wand von westen heraufzieht. während die ersten blitze zucken, staube ich die gegend voll. der gatte verzieht sich nach drinnen, eigentlich für ein nickerchen, aber nachdem er nicht einschlafen kann, sieht er sich den letzten teil der hungerspiele an. währenddessen sieht es bei mir draußen aus, als wolle die welt untergehen, es blitzt immer mal und der donner macht einen heidenlärm.
während ich mich den abschlussarbeiten der nagelverschönerung widme, zieht das gewitter ab und die sonne kommt wieder heraus.
der gatte wirft den grill an, ich bepussele den kranken kater und füttere dann die pelzige baggage. dann gibt es was zu essen und noch ein bisschen lektüre. um zehn falle ich stumpf ins bett.

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