2015-06-04

#603 - kätt kontent

gestern am frühen abend rief mich des ehemanns älterer sohn (ab jetzt „der r.“) an, hörbar durch den wind, und wollte wissen, wie man kleine katzen halten müsse, damit sie tränken.
ach. du. scheiße.

ich weiß, dass die mieze der beiden vor knapp 3 wochen 4 kätzchen bekommen hatte, und zog die richtigen schlüsse. sissi war in einem regenfass ertrunken, und die 4 minis mussten nun dringend versorgt werden.

also packte ich flugs eine tasche mit ziegenmilchpulver (das mögen unsere plüschs alle gern), einem weichen fläschchen mit sauger und einem bisschen kleinkram, sprang zusammen mit dem liebsten, besten ehemann ins auto und reiste zu den beiden.

die m und der r waren völlig aufgelöst von dem verlust (kein wunder). die 4 minimiezen saßen in einem großen karton und piepsten durchdringend. ein geräusch, das jedem katzenfan das herz auf links dreht und dann mit einem hammer draufschlägt.
ich simulierte gelassenheit, bereitete flugs ziegenmilch in doppelter konzentration vor und griff mir den am schwächsten aussehenden piepser. der schrie daraufhin noch durchdringender und wollte von der flasche rein gar nichts wissen.
ruhig bleiben, redete ich mir gut zu, das wird, ruhig bleiben!, ließ mir ein zweites kätzchen geben und wiederholte den versuch.
die zweite miezperson beruhigte nr. 1 sofort, das piepsen hörte auf und wurde zu den kleinen miauchen, die so kleine katzen eben von sich geben. nr. 2 fand den geruch der flasche interessant, ich steckte ihm den sauger ins mäulchen - und er dockte GIERIG!! an :D erster erfolg, hurra!! es konnte ihm gar nicht schnell genug gehen, und er schleckte gierig auch die tropfen aus meiner handfläche auf. den trick, aus einer schale zu trinken, mussten wir ihm also nicht erst beibringen. große erleichterung allseits.
parallel dazu kümmerte sich die m. um nr. 3 und 4, die zunächst mal auch nicht an ihr fläschchen (so ein festes plexiteil, aus dem man nur sehr schlecht mal ein tröpfchen rausdrücken kann) wollten. anscheinend war der sauger ihnen nix. ein flaches schälchen mit milch fanden sie dann aber doch auch interessant. ich reichte mein fläschchen an die m. weiter, und kurz darauf saugte auch nr. 3 eifrig. na, dachte ich beruhigter, die beiden anderen kommen auch noch.

nach einer dreiviertelstunde war es soweit. alle 4 hatten etwas getrunken, waren wieder deutlich lebendiger, und das herzzerfetzende schreien hatte auch aufgehört.

was waren wir alle erleichtert!!

heute vormittag waren der r und die m hier und berichteten, dass die nacht zwar kurz, aber gut gewesen sei: alle 4 kätzchen tranken weiterhin. heute früh haben sie sie zu einem tierarzt in ein nachbardorf gebracht, der jede saison mutterlose kätzchen aufzieht und sie dann vermittelt. der war zufrieden mit dem gesundheitszustand der kleinen und kümmert sich ab jetzt.

der m und dem r wäre es sehr schwergefallen, die kleinen kerlchen alle 4 stunden zu versorgen, sich um die 2-jährige tochter und den jungen hund zu kümmern und - für den r. - "nebenbei" noch arbeiten zu gehen. daher finde ich es grandios, dass sie die kleinen in erfahrene hände gegeben haben. sie werden dann von den kleinen 2 übernehmen, als nachfolge für sissi.

ich freue mich.

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