2015-01-13

#566 - ich werd' wahnsinnig!

die katztration ist gut gelaufen, alles entspannt.

ich wusste zwar nicht, wie viel von dem beruhigungsmittel ich tatsächlich in madame hineingefüllt bekommen habe, da ich sie beim spielen damit „überlistet“ habe. sie ging dann aber freiwillig und ohne theater sowohl zuhause in die kleine transportbox als auch bei der vet in die op-gitterbox. innerhalb von 5 minuten und ohne menkenke.
so weit, so gut.
auch die op lief wohl entspannt.
die vet hat eine schöne decknaht über die eigentliche wundnaht gelegt, sodass ich ein klein bisschen weniger sorge habe, dass sich mein wildes, gefährliches raubtier allein die fäden zieht. die auch selbst resorbierend sind, sodass uns ein weiterer termin mit sedation erspart bleiben dürfte. wenn – ja, wenn sie sich sonst nix tut.
und da bin ich unentspannt.

das aufwachen hier zuhause verlegte ich ins leergeräumte katzenzimmer. auch da war sie zunächst scheinbar? anscheinend? entspannt und verzog sich gegen 22:00 in die große transportbox zum ruhen. alles gut, dachte ich.

bis ich heute früh nach ihr sehen wollte: tür auf, blick rein, keine katze da. der raum ist leer bis auf den großen kennel, decken, klo, wassernapf und ein paar spielsachen.

???

dann fällt mir die abdeckklappe auf, mit der der wasseranschluss (wasser aus der zisterne für die aquarien) abgedeckt ist. die liegt auf dem boden. zwischen den beiden trockenbauwänden zwischen meinem büro und dem katzenzimmer sind 24 cm platz. ich sehe in den spalt und sehe ... nichts.

PANIK!! vor meinem inneren auge hat sie sich die naht aufgefetzt und liegt nun schwer verletzt oder tot in dem spalt ganz hinten. (ja, ich habe eine lebhafte phantasie, die zu katastrophenübertreibungen neigt. ich weiß das. aber dagegen tun kann ich wenig.)

mit einer taschenlampe leuchtet der gatte in den spalt und da sitzt sie, ganz hinten. allem anschein nach ok. das angebotene küken beäugt sie, bewegt sich aber keinen millimeter. ich schlage vor, die hintere rigipsplatte abzunehmen, der mann ist für warten, die kommt schon von alleine raus. das sehe ich anders, aber zunächst obsiegt er.

mehrere stunden später hat sie weder das küken gefressen noch den spalt verlassen. ich überlege, ob ich sie "riebesehl riebmann" nennen soll, und werde unterdessen zunehmend unruhig. ich MUSS wissen, was ihre bauchnaht tut. hält sie oder hält sie nicht? seufzend mache ich mich daran, die hintere platte abzuschrauben. 30 schrauben, hurra. dann stellt sich heraus, dass die platte auf höhe der fußbodendämmung auch angeschraubt ist, ich löse sie also nur an der linken seite und ziehe sie etwas nach vorn. so kann ich weit genug in den spalt sehen, um zu erkennen, dass keine roten flecke oder katzenbauteile auf dem staubigen boden liegen. mittlere erleichterung.
madame hat sich eine platte weiter nach vorn richtung „ausgang“ bewegt, also schraube ich die platte auch lose, kippe sie weitestmöglich nach vorn und rede meinem wilden kind gut zu, doch rauszukommen.
30 minuten später fasst sie sich ein herz und kommt ganz nach vorn an die klappenöffnung. ich drücke ein rohr zur seite (wie sie daran vorbeigekommen ist?! der spalt ist so schmal, dass sie sich hinten arg quetschen muss – das muss beim reinkriechen höllisch weh getan haben!) – und sie kommt heraus.
HURRA!!
während ich beginne, die platte wieder anzuschrauben, sitzt sie zunächst in ihrem kennel, ich bin erleichtert und meine aufmerksamkeit wendet sich weitestgehend dem schrauben zu. aus dem augenwinkel nehme ich eine bewegung wahr - madame macht sich wieder an kackendrecksscheißabdeckung zu schaffen!! himmelarschundzwirn!!! der nächste panikflash meinerseits, mir fehlt ein zusätzliches paar arme in extralang. ich hindere sie erfolgreich daran, erneut hinter die wand zu kriechen, aber jetzt hat sich grandioserweise meine aufregung auf sie übertragen, sie faucht und bekommt ihr angstgesicht.
geschafft, die wand ist verschraubt (nur die blöde verrohrung der absaughaube bekomme ich nicht wieder zusammengesteckt), ich öffne die tür des zimmers und flitze soFORT nach unten, um die katzenklappe nach draußen zu verschließen.
10 sekunden später flitzt madame an mir vorbei und kollidiert mit der klappe.
...
sie WILL nach draußen und randaliert zunehmend heftig an der klappe, es sieht aus, als würde sie die gleich aus der wand reißen. was jetzt nicht völlig unmöglich wäre - ich habe keine ahnung, wie stabil ein paar sauerkrautplatten und die schrauben sind, die die konstruktion in der wand halten.
ich jage sie weg.
wenige sekunden später: repeat. madame faucht.
zwei-drei minuten später: repeat. madame faucht und schlägt mit der pfote nach mir. (immerhin! das ist tatsächlich „nur“ angst. beißen wäre schlimmer.)
zwei-drei minuten später: der savannahkater randaliert lautstark an der klappe.

rinse and repeat. again. and again.

ich werde wahnsinnig.

mal sehen, wie lange die beteiligten brauchen, um zu kapieren, dass es da im moment nicht rausgeht (die katzen und der serval), dass das theater gruselig klingt, jedoch nichts lebensbedrohliches ist (ich) und dass ein frisch operiertes tier nicht einfach in ruhe gelassen werden kann (der gatte).

so viel muckefuck kann ich gar nicht saufen, dass ich mich wieder beruhige.

dass ich nebenbei noch n bisschen arbeiten müsste, fällt schon fast nicht mehr ins gewicht.

morgen wird es besser.

hoffe ich.

gnah.

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