2015-01-12

#565 - cat content

heute wird madame kastriert. drückt ihr die daumen.

wie viel ich von dem beruhigungsmittel heute früh in sie hineingefüllt bekommen habe, weiß ich nicht. sie reagierte völlig normal, bewegte sich normal, spielte und sprang so zielgenau wie immer. ganz im gegensatz zu der testaktion neulich. bei der sabberte sie nach der eingabe des gels erst einmal wahnsinnig. schnürsenkeldicke spuckefäden auf ihrem sofa *igitt* dann war sie zwar so bedröhnt, dass sie sich deutlich unkoordiniert bewegte, aber eben nicht so ausreichend, dass sie geschlafen hätte. das hässliche dabei: meine schöne madame merkte natürlich, dass ihr die beine nicht mehr gehorchten und die welt sich höchst seltsam benahm. daher find sie an zu randalieren und zerlegte mir im verlauf das eine oder andere in unserem gemeinsam genutzten zimmer (=meinem büro). nach vier stunden war der spuk vorbei und mein hübsches mädchen wieder sie selbst.
der beste gatte von allen fand, ich solle einfach was nachlegen. das wollte ich nicht, denn das mittel kann bei überdosierung zum atemstillstand und ähnlichen problemen führen. zu riskant, imo.

erstaunlicherweise ging sie jedoch allein und freiwillig in den kleinen kennel, nachdem ich ihr gezeigt/erklärt hatte, dass ich möchte, dass sie da reingeht. sie randalierte auch nicht, mopperte zwar etwas wegen der beengten verhältnisse, aber ohne das erwartete theater.
auch auf der autofahrt war sie erstaunlich ruhig - ich saß neben ihr hinten und das schien sie weitgehend zu beruhigen: „die obermiez ist entspannt, da wird es so schlimm nicht sein.“

beim tierarzt stand ich dann vor der nächsten herausforderung: madame in so einen gitter-op-käfig "umzufüllen". ich rechnete damit, übel zerkratzt zu werden und madame auf den letzten metern dann doch noch schlimm zu verängstigen. aber – wunder!! – dem war nicht so. sie ließ sich problemlos und in kürzester zeit in den käfig umsetzen. klappe zu, verriegelt, decke wieder drüber, fertig. wenn es lange gedauert hat, waren es 5 minuten.

die schöne vertraut mir ... darüber bin ich sehr gerührt – und bange nun, dass alles gut geht. im prinzip weiß ich, dass die kastration einer katze ein routineeingriff ist. nix dramatisches, gut vorbereitet (nüchterne, gesunde katze), geplant. das sind alles gründe, die dafür sprechen, dass alles gut wird. aber eine op ist immer auch ein risiko. schon allein die narkose an sich. dann ist madame eben keine normale katze, deutlich unentspannter, wenn fremde mit ihr umgehen. tja, und dann ist es schließlich auch ein bauchschnitt, bei dem dinge "ausgebaut" werden, die an einer dicken blutversorgung hängen. das tut halt einfach scheixxe-weh.

ich bange um mein hübsches mädchen.

das ergebnis wird es für sie jedoch wert sein: sie wird nie rollig und trächtig, bleibt wahrscheinlich entspannt im umgang mit den katerjungs (das ändert sich üblicherweise mit einsetzen der pubertät/geschlechtsreife beim serval SEHR nachdrücklich!) und bekommt wahrscheinlich keinen stress mit carcinomen der reproduktionsorgane. dass madame nun eher nicht mehr markieren wird, ist ein bonus für mich. allerdings bin ich mittlerweile so weit zu sagen, dass ich sie nicht hätte kastrieren lassen, wenn es dabei nur um meine befindlichkeit gegangen wäre. (an einem tier rumzuschneiden, weil man es sich quasi passend machen will, geht gar nicht in meiner welt.)

drückt ihr die daumen.


Kommentare:

Felis hat gesagt…

Hach. Da geht's den Menschen wie den Leuten. Du weißt ja, mit wie langen Zähnen ich meine topgesunden Katzentiere immer zur Kastration gebracht habe ...
Wird schon alles gutgehen. Daumen sind trotzdem gedrückt, kann ja nicht schaden.

arboretum hat gesagt…

Wie geht es der Katze inzwischen, hat sie den Eingriff gut überstanden?

hühnerschreck hat gesagt…

@arboretum: siehe eintrag #566. *seufz*