2015-01-09

#564 - ein kraftwerk sehen und sterben

(... na, das mit dem sterben hat schon noch zeit.)

am die. durfte ich dabei sein, als die wegbereiter der elektronischen musik in der nationalgalerie spielte. kraftwerk spielten alle ihre platten in chronologischer reihenfolge an acht aufeinander folgenden tagen. wir waren bei meinem lieblingsalbum "radioaktivität" dabei.
radioaktivität spielten sie auch gleich als opener, mit 3d-visuals, die mir persönlich sehr gefielen. und ich musste ein paar tränchen verdrücken angesichts der tatsachen, dass ich a) gerade eine gruppe sah, die ich bereits seit mehreren dekaden kenne und sehr schätze, und von denen ich NIE gedacht hätte, dass ich die jemals live sehen würde!, und b) dass das thema genau so aktuell ist wie zuzeiten der entstehung des liedes.
zugegebenermaßen bekomme ich bei musik, die mir ans herz geht, schnell feuchte augen. aber das hier war schon noch eine andere, größere hausnummer.

kraftwerk spielten jedoch nicht "einfach nur" die ganze platte und sonst nix. sie hatten die meiner meinung nach am besten massenpublikumstauglichen stücke der platte dabei und setzten dann mit etlichen ihrer greatest hits fort. autobahn, das model, boing boom tschak, die roboter, tour de france - sie alle waren dabei.

ich habe ja nun eine nicht ganz kleine musikbibliothek im kopf - und mich hat gewaltig beeindruckt, wie viele bands von kraftwerk beeinflusst wurden. die elektroniker sowieso, das würde ich fast in bausch und bogen behaupten, aber auch jede menge aus der gruftie-/schwarzen richtung (gut, klar, die sind ja auch elektronisch und mit viel stampfenden bässen unterwegs), hiphop, pop, you name it. ich würde fast behaupten, die einzigen, die nicht so sehr beeinflusst wurden (oder besser: für mich nicht so leicht erkennbar), sind aus der gitarrenfraktion.

es war für mich jedenfalls sehr beeindruckend und richtig, richtig schön.

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