2014-12-08

#555 - sonst noch am sonndoch

gestern war ich nach der muskelkaterpause trotz der beschissenen nacht wieder laufen. die runde war gut, zunehmend schneller (das freut mich auch), und den sauerstoffboost konnte ich nach den drinnentagen gut gebrauchen. ergebnis: 4,4 km in 34:30 min.

der rest des sonntages war insofern bemerkenswert, als dass wir zur geburtstagsfeier von el g. eingeladen waren. dort half ich mir ein stück kuchen über: weizenmehl und VIEL zucker. der kuchen war gar nicht schlecht, aber das ergebnis war es durchaus: übelkeit bis zum späten abend. bäh! das brauch ich ja so dringend wie n loch im knie!

die anschließende weihnachtsmarkt-runde mit freunden vom lieben mann war entsprechend unterwältigend. zum einen hab ich den markt nun schon so oft gesehen, dass er mich nur sehr marginal rockt. es gibt zwei oder drei stände, bei denen ich alle jahre wieder einige euronen lasse und mich drüber freue, vor ort und nicht online einkaufen zu können (meist naschereien wie trockenobst, bretonische kekse, früchtebrot, und räucherwerk).
aber das war's dann auch schon. echte neuigkeiten sind halt rar. was kein wunder ist: bei den gesalzenen standpreisen sind underdogs mit nicht absolut massenkompatiblen sachen klar im nachteil.
zum anderen gleichen sich auch die fress- und saufstände zunehmend. außergewöhnlichere sachen als die allgegenwärtigen heurekaner, langos, bratwürschte und schlachtabfälle geschnetzeltes gyros art sind auch hier nach bisherigem wissensstand fehlanzeige. obwohl ich mir vorstellen kann, dass ein "späneschwein" (=spanferkel), oder evtl. ne wildsau oder ähnliches, sicher auch abnehmer fände. die fressstände sind immer _sehr_ gut besucht.

der finnische weihnachtsmarkt war an sich ganz nett. der dortige shoppingtempel ist mit ungewöhnlicheren sachen bestückt (evtl. werde ich da auch noch euronen lassen), auch wenn mir die preise im schnitt zu heftig sind. ich sehe ein, dass man vom verkaufen von handarbeit(en) nur dann leben kann, wenn es einen ordentlichen stundensatz gibt. und handarbeiten dauern nun mal, das geht nicht hoppladihopp. aber andererseits beißt es mich, für einen strick(?)-filz-halsschmuck über fünfzig öro auszugeben, egal, wie gut mir das teilchen gefällt.
beim schreiben fällt mir aber grade auf, dass ich an der stelle wohl einfach nur im meckermodus bin: ich habe neulich durchaus genauso viel für einen halsschmuck gelöhnt. der bestand aus spitze und sehr wahrscheinlich keiner handgeklöppelten. hm. blöd, wenn man feststellt, dass man einfach nur ungerecht ist.
aber die fischbrötchen sind wirklich abartig teuer. 5,50 mit weißbrötchen, 6,00 mit schwarzbrot - im ernst? so gut KANN der feuergedingste lachs nicht sein. naja, ich muss die ja nicht kaufen (und hab's auch nicht getan). mich hat an der stelle die wirklich winzige portionsgröße vom fisch gestört. ich schätze, das waren kaum über 100 g, die da über den tresen gingen. da werd ich dann doch kniepig. von der hauptsache satt werden möchte ich schon.

drittens: die anreise. der liebste wollte nun endlich mal den tollen, neuen citytunnel testen. in anbetracht der unterwältigenden parksituation keine dumme idee. nur bin ich halt viele jahre öffentlich gefahren und muss sagen, dass das auch in neuen milliardengräbern technologischen wunderwerken für mich reizlos ist. die tollen stationen der metro in moskau - das ist ne ansage. aber die sterilen, dafür aber umso großkotzigeren bauten im zentrum von leebzsch ... nein. nicht meine kragenweite.
so parkten wir also meinen kleinen jadgflieger bei der a. in der südstadt und fuhren zu viert mit dem verkehrsverbund ins zentrum. die anreise stand (erwartungsgemäß) unter dem motto "genießen Sie das reisen in vollen zügen". es gibt wenig, was ich ähnlich innig verabscheue wie streng riechende menschenmassen, die in engen stahl- oder alugefäßen relativ hilflos (aufgrund der anzahl gab es halt nicht für jeden was brauchbares zum festhalten) der schwerkraft und diversen beschleunigungskräften ausgesetzt sind. nach den etwa 5 minuten hatte ich die nase hinreichend voll und war froh, wieder an die oberfläche klimmen zu dürfen.
und wenn ich mir ansehe, dass die insgesamt 4 stationen (2 hin, 2 zurück) für uns beide 7,20 kosten, dann ist das auch keine wirklich billige variante.
innerstädtisches parken kostet für die gestern verbratenen etwa 2,5 h etwa 3 euro, selbst in den just preiserhöhten parkhäusern. man muss halt "nur" einen platz finden/bekommen. und mitm auto in die stadt fahren wird dadurch auch nicht unnötig - vom dorf kommen wir nämlich ohne individualverkehr schlicht nicht weg (und schon mal gar nicht zu den zeiten, die wir wollen oder mögen täten).
gut, ich gebe zu, dass die komplette tour sicher nicht so wesentlich teurer würde als die kurzstrecke (habe gerade nachgesehen, 3 eur pro richtung und nase), insofern hinkt auch dieses gemoppere etwas. das auto braucht man aber trotzdem, will man nicht ca 20 min fußweg (im kalten, bei dunkelheit und evtl. niederschlag) und ca. 45 min fahrzeit pro richtung (zug) verballern. mitm auto bin ich in 20 min in meinem bevorzugten parkhaus.
wenn ich mir dann noch ansehe, dass ich mit bus und straba 1:13 (einestundedreizehn!!) für die tour brauche - dann bin ich weiterhin ein heftiger verfechter des individualverkehrs. auch wenn ich an der stelle nicht so genau nachrechnen sollte, was ich persönlich für meine vehikel im lauf der zeit so geblecht habe.

meckerpost ende.

1 Kommentar:

Das San hat gesagt…

wir fahren ja immer mit den öffentlichen in die stadt, aber die preise der lvb sind inzwischen echt horrend. 1,80€ für die kurzstrecke? wah?
btw, hast du dir schon mal den weihnachtsmarkt im werk II angeguckt? der ist doch schöner als der "normale".
liebe vorweihnachtsgrüße!