2014-09-18

#541 - vermischtes (und lang)

beruflich: der neue job lässt sich gut an. gestern war die zweite schulung, und es lief sehr erfreulich. insgesamt ist der job durchaus eine herausforderung, ich werde in relativ wenig zeit viel über die maschinen zu lernen haben, um die es geht. aber es interessiert mich, auch das drumherum stimmt, die auftraggeberin ist nett und nahbar - alles prächtig in der richtung. schick!

bewegtes leben: der sport kommt derzeit VIEL zu kurz. mist. die krafttrainings-termie stehen zum glück fest im kalender, und da gehe ich auch regelmäßig hin, um mich auszupowern. aber ich komm kaum aufs rad und kann mich an den regentagen auch nur schwer hochmotivieren. das ist schade. denn das _richtige_ dreckswetter kommt erst noch. und dann werde ich es mit sicherheit bedauern, nicht losgezogen zu sein, als es nur etwas nieselte. oder gar schönes wetter war, so wie in den letzten tagen.
tja nun, es ist, wie es ist.

feliden I: fidibus dreimal ist krank. er wirkt angeschlagen, frisst schlecht, ruht viel, die augen sind verklebt. augentropfen kann er aber gar nicht leiden. und mich im moment auch nicht, weil ich sie ihm verabreichen muss. nachher ist tierarzttermin, zum blutabnehmen, und was ist der katz? – unauffindbar. meh.
edit: termin verschoben auf nachmittags. gut!

feliden II: madame miez hat sich gut eingewöhnt. seit sie aber im ganzen haus und im gehege herumlaufen darf, ist sie deutlich weniger auf mich bezogen. *seufz* mal sehen, ob sich das wieder „zu meinen gunsten“ verschieben lässt.
bilder folgen.
großartig ist, dass ich zu einer feliden-spezialistin kontakt bekommen habe, die ich mit meinen fragen zum verhalten von servalen „löchern“ kann. sie zieht derzeit einen jungen servalkater von hand auf und hat aus jahrzehntelanger erfahrung mit servalen sowohl in der wildbahn als auch in menschlicher obhut wahnsinnig viel wissen. das sie erfreulicherweise zu teilen bereit ist.
diverse beobachtungen, die ich bei sternchen gemacht habe, hat sie bestätigt. so z.b., dass stella katzenstreu nicht schätzt. servale verrichten ihr geschäft, durchaus auch zu markierzwecken, bevorzugt auf glatten, eher festen oberflächen. ihre (leidliche) stubenreinheit kann sie durchaus noch ablegen, wenn sie erwachsen wird. meh! auch die weibchen markieren beim serval, teils nachdrücklicher als die kater.
das zusammenleben mit den anderen katern läuft derzeit erfreulich gut. sie wird zwar definitiv keine kuschelfreundschaften mit den jungs eingehen. aber die chance, dass alle relativ friedlich zusammen leben, ist gegeben. gut! trotzdem werden wir die vom veterinäramt geforderten umbauten demnächst in angriff nehmen. die gehegevergrößerung ist sowieso dran, das hätten wir ohnehin gemacht. denn viel platz wird nur getoppt von mehr platz :) die vorhandenen 50 m² sind zwar ausreichend für unsere katzen und einen jungen serval. aber für ein erwachsenes tier wird das dolle knapp. weil sternchen eher bodenbewohnend ist (sie klettert kaum, rennt und springt dafür aber um so mehr).
es werden noch ein paar extras (einzu-)bauen sein, unter anderem eine abtrennmöglichkeit für das gehege, ein wasserbecken oder wasserlauf (servale sind begeisterte wasserplatscher, das habe ich auch bereits beobachtet), und ein beheizbarer innenraum nur für stella. (also quasi wie die innengehege in zoos.) grundsätzlich möchte ich die katzen auch weiterhin gemeinsam halten. aber wenn sie anfängt, die jungs zu verkloppen, oder wenn die von ihr zu sehr gestresst werden, dann werde ich in den sauren apfel beißen und sie separieren müssen. tja nun.
aber bis dahin ist es zum glück noch ein stück.
auch die idee, mit ihr züchten zu wollen, ist komplett und total vom tisch. eine geschlechtsreife servalkatze wird a) unleidlich zu den anderen und b) markiert intensiv. muss ich beides nicht haben. dazu kommen die von katzen bekannten gesundheitlichen folgen: die gefahr für tumore der geschlechtsorgane steigt drastisch, verhaltensänderungen, rolligkeit usw. - alles nicht so superspaßig, wenn man keine längerfristigen züchterambitionen und die entsprechenden räumlichen (und personellen) ressourcen hat. abgesehen davon braucht man für die zucht von exoten nämlich auch eine genehmigung vom veterinäramt (wenn man vorhat, die jungtiere entgeltlich abzugeben). für die ich u.a. einen sachkundenachweis für feliden brauchen würde. der wird aber in deutschland nirgendwo als seminar angeboten. sachkunde für zoohandlungen gibt es. aber darin ist von feliden keine rede. die dame vom vet.-amt machte auch sehr deutlich, dass man dort von exoten-vermehrern ganz und gar unbegeistert ist. und mehr als ein vermehrer wäre ich nicht, da ich genau eine wbl. katze habe und im prinzip dankbar sein müsste, wenn jemand seinen kater der gefahr aussetzt, von madame verkloppt zu werden, ehe er mal ran darf.
für die sachkunde müsste ich schon ein studium der tiermedizin ablegen, meinte die vet.-amts-frau, und dazu hab ich grad n bisschen wenig zeit ...
savannah und serval scheinen grade in mode zu kommen wie es mops und jack russel widerfahren ist. nur ist die haltung von serval und savannah (je mehr serval drin ist, um so mehr) um ein vielfaches aufwendiger als bei katzen. das sagen einem die verkäufer vorher (meist) nicht. auch so „unwichtige kleinigkeiten“ wie die tatsachen, dass servale i.d.r. sehr scheu sind, nicht unbedingt stubenrein bleiben, keine schmusetiere sind, deutlich andere (wesentlich teurere!) futterbedürfnisse haben als hauskatzen, WAHNSINNIG viel platz brauchen, usw. fallen gern hinten runter. oder auch die tatsache, dass savannahs und servale in den meisten bundesländern meldepflichtig sind und in vielen fällen auch haltungs-mindestbedingungen erfüllt werden müssen, deren einhaltung das veterinäramt und/oder die naturschutzbehörden vor ort prüfen. das führt zu bösem erwachen bei ahnungslosen neubesitzern und zu vermeidbarem leid bei den tieren. die informationen im netz sind wenig und widersprüchlich.
fazit: das würde ich gern vermeiden bei tieren, die aus meiner obhut kommen. also bin ich gern ein braver bürger und lass madame demnächst „abklemmen“ a.k.a. kastrieren.

und dann mal wieder neues aus der irrenanstalt.
gestern abend saßen wir zu fünft draußen und grillten, also mein lieber mann und ich, der lütte und el gordito mit freundin em.
beim gespräch ging es unter anderem ums kinderkriegen. das ist ja eh schon nicht so mein lieblingsthema.
zum einen habe ich mich sehr geärgert, als weiblicher nachwuchs (neinnein, nicht von katzen, von menschen!) als „büchse“ bezeichnet wurde. es ist mir scheixxegal, ob das „nicht so gemeint“ ist. es ist abwertend und verletzend. dann wurde das dasein als mädchen/frau wieder mal – wie allgemein üblich, besonders hier aufm dorf – als minderwertige daseinsform bezeichnet. das ist zwar auch nix neues aus der richtung. es gibt halt menschen (weiß, cishet, mit pillemann) und es gibt den (mehr oder weniger) minderwertigen rest. aber da krieg(t)e ich schon nennenswert blutdruck.

ja, und dann kam der klopper des abends. die beobachtung, wie el gordito mit em umgeht. sie war zunächst zu ihrer familie ... ja, was? geflüchtet? ich weiß es nicht ... aber nun ist sie wieder da und wohnt auch wieder mit hier. was zu erwarten war.
nach der aktion von neulich bin ich über etliche artikel zum thema abuse gestolpert (wie es bei mir so ist, wenn ich für ein thema sensibilisiert bin, die scheuklappen sind halt weg). die hier beschriebenen verhaltensweisen der abuser sind eine ziemlich exakte beschreibung von dem, was ich gestern abend beobachtet habe.
das ist für mich auf zwei ebenen verstörend. zum einen erlebe ich mit, wie einer frau in meiner direkten umgebung psychische gewalt angetan wird und wie sie geradezu lehrbuchmäßig darauf reagiert („ich bin halt zu dumm“ – AAAAAAAAAAAARGH!!). und dass sie schaden nimmt. was diese situation mit ihrer kleinen tochter macht, will ich, ehrlich gesagt, am liebsten gar nicht wissen. (*hält sich augen und ohren zu und pfeift laut*)
einerseits möchte ich ihr gern helfen. problem 1: wie mach ich das? denn, problem 2, ich tue mich schwer damit, mich direkt einzumischen. da kollidieren mehrererlei dinge in meiner seele:

  • ich störe mich an einer situation, die mich nicht unmittelbar betrifft
  • ist es nur mein gesträubtes fell als emanze, oder ist es wirklich, also für die betroffene frau, ein problem, dass ihr kerl so mit ihr umgeht, wie er es tut? 
  • i can lead the horse to the water but i can't make hir drink, lies: selbst wenn ich hundertdrölfzig hilfsangebote finde und habe und ihr mundgerecht serviere, machen muss sie es alleine, 
  • und ich bin nicht besonders geduldig in solchen situationen, leider. wenn ich das x.te angebot anschleppe und sie wieder nicht mitmachen möchte, bin ich genervt und gebe irgendwann auf. 

zum anderen habe ich einen abuser in der direkten familie. und der wohnt bei uns und in unserem haus.
ganz ehrlich: ich will diesen psycho menschen nicht um mich haben. ja, ich empfinde ihn zunehmend als gestört, und wenn er auf chemie ist, durchaus auch als bedrohlich.
aber was macht man da?
ein erstes gespräch mit meinem lieben manne gestern abend (war vermutlich extrem schlecht getimed) war eher minder erfolgreich. er sieht das problem nicht.
was mach ich denn nun?

scheixxe.

1 Kommentar:

arboretum hat gesagt…

An Ihrer Stelle würde ich mit el gorditos Vater reden, dass der ihm mal Bescheid stößt, und zwar ordentlich. Der Typ braucht offensichtlich eine Therapie, Kontrollwahn, Überwachung und emotionale Gewalt ist oft nur der Anfang. Wenn seine Freundin keinen Mut und keine Kraft hat, ihn zu verlassen, ist das vielleicht ein Ansatzpunkt: Paartherapie.