2014-05-27

#530 – technik-rant

es ist mal wieder an der zeit für einen handywechsel. leider, muss ich ja mittlerweile sagen.
das „alte“ htc ist an sich wunderbar und ich nutze es echt gern. aber der akku reißt grade die füße hoch. damals(TM) war ich den ganzen tag mit dem gerät skifahren (es lief also der gps-tracker mit), hörte währenddessen musik, ging in den pausen ins internet (super-heller bildschirm, damit ich bei sonnenschein auch was erkenne) und hatte abends im hotel immer noch genug akku, um ne weile lesen zu können. heute komme ich nur mit sehr viel glück und wenig nutzung über den tag. und das nervt mich kolossal. akku wechseln ist leider auch nicht – kluger move von htc.
noch dazu ist „unser“ telko-shop kürzlich umgezogen, sodass ich jetzt ans nördliche ende von leipzig muss. (die haben früher (TM) immer mal schrauberlösungen möglich gemacht und können vmtl. den akku auch wechseln.) das ist also auch keine lösung mehr.
da der liebste mich lieb hat, besorgte er mir was feines, neues: das neue m8. eigentlich bin ich ja ein technik-spielmops, und ein schickes neues handy mit allem möglichen schnickschnack ist an sich theoretisch was feines.
aber ach ...
am sa. bekam ich das neue gerät, rootete es und spielte die alten daten rüber. und zunächst sah auch alles phantastisch aus. bis vor-/gestern immer mal macken auftraten.
stellt sich heraus: doch kein richtiges root. und hindernisse galore. ich bin SEHR bedient!

es erschließt sich mir nicht, warum die hersteller alles unternehmen, um die user daran zu hindern, sich ihr gekauftes (!!) gerät so einzurichten, wie die user das möchten. bekäme ich das gerät fürn appel und n ei oder für lau zu einem tel.-vertrag dazu, würde ich sagen, na gut, ist nur geliehen, joah, passt schon. aber so isses nicht: das gerät ist gekauft (und so ganz billig sind die dinger ja nun nicht!) und mithin meine. dachte ich.
mein „pet peeve“ sind die bloatware-apps, die mit dem gerät ausgeliefert werden und die ich nicht nutzen möchte. aktien, blinkfeed, irgendwelche als sportapps getarnte datensauger, fratzenbuch, der standard-twitterclient – die liste ist lang. und ich will, will, WILL!! keine werbung.

ergo verschaffe ich mir als erste amtshandlung nach einem gerätewechsel adminzugriff („rooten“ des handys). alsdann kommen ein paar nette helfer-apps drauf, mit denen ich die unerwünschte bloatware löschen kann, ohne das standard-betriebssystem (ROM) komplett runterwerfen zu müssen. danach kommen die apps drauf, die ich möchte (mein gerät, meine auswahl, oder?). am schluss trage ich alle benutzerdaten ein und mache ein großes backup.
färdsch, freuen, nutzen.
so weit die theorie.

in der praxis bin ich beim neuen htc m8 aber bereits am rooten gescheitert. es sah zunächst nach „all systems go“ aus. ich nahm an, dass ich mit dem einrichten jetzt so weit durch wäre (im moment fehlen nur noch die benutzerdaten).  alles andere, kontaktdaten, musik, fotos, ist schon drauf (und das dauert ja auch immer).
aber im betrieb klemmten dann diverse sachen: ich wurde aktien, fratzenbuch und die drecks-§$%&-werbung nicht los, und mein zweitliebstes helferprogramm ließ sich auch nicht installieren. der root-check ergab: ätschibätschi, ohne s-off zeigt mir htc den finger.
den ganzen $%&§! soll ich jetzt nochmal draufspielen?
und s-off (abschalten des schreibschutzes für die ganz wichtigen sachen, z.b. das funkmodul) wollte ich eigentlich nicht machen. das ist ein richtig tiefer eingriff ins system, bei dem man viel kaputtmachen kann. im blödesten fall stellt man einen teuren briefbeschwerer her („gebricktes“ gerät).
„putzischkeit“ am rande: danach sind auch ALLE einstellungen wieder weg. das ROM ist wieder im werkszustand.

die hersteller möchten mir also allen ernstes vorschreiben, welche apps und welche einstellungen ich nutzen soll, wie die startseite aussehen soll und was mich zu interessieren hat. schon allein dieses blinkfeed macht, dass ich mich im strahl übergeben möchte.
und ich werd den dreck nicht los.
na fein.
kein autohersteller käme auf so eine schnapsidee, den kunden vorschreiben zu wollen, welche radiosender sie hören dürfen (nur die mit werbung), wie das innenleben des autos auszusehen hat (lindgrünes plastik mit orange kontraststreifen, isdochgradetotal-I-HIN!), bei welcher tankstelle ich was tanken darf und wer mitfährt.

„genervt“ beschreibt meinen seelenzustand nur sehr unzureichend!!

aber da ich jetzt eh richtig tief ins system reingreifen muss, werde ich mir auch gleich ein stock-ROM (also ohne herstellerschnulli drin) suchen und aufspielen. wenn ich den ganzen hermann schon nochmal machen muss, dann soll es sich auch gelohnt haben.
(nur blöd, dass ich auf die sucherei eigentlich so gar keine böcke hab ...)

*seufzend back to work*

Kommentare:

Georg B. Mrozek hat gesagt…

Genau das nervt mich auch an diesen Geräten! Und es sind ja nicht allein die Smartphones - was selbst der Windowsrechner alles so mehr oder weniger geheim im Hintergrund macht und was er den Usern meint, vorschreiben zu können - alles scheußlich. Aber: Kein Schwein regt sich darüber auf. Wie kann das sein??? Vor 15 Jahren wäre Trouble in der Bude deswegen, heute, "pfft, is mir doch egal".

Ich Technik-Dau trau mich immer noch nicht, mein Samsung-Tablet zu rooten. Das ist nur für zuhause, also nur wlan ohne sim-karte und so weit etnmüllt (Ätzwerbung komplett weg), das geht schon, trotzdem ist genau das der Grund, weshalb ich bei meinem alten Outdoor-Handy (eines für Nur-Telefonieren und unkaputtbar) bleibe und mich (noch) strikt weigere, ein Smatphone zu kaufen. Das würde ich erst dann machen, wenn ich weiß, dass ich es rooten kann. Berichte mal weiter darüber, interessiert mich sehr, wie's damit weitergeht.

hühnerschreck hat gesagt…

den sterbenden vorgänger des m8 – ein one x+ – habe ich (relativ) ohne probleme gerootet. da habe ich zunächst sogar mit diversen ROMs rumgespielt, aber das wahre waren die alle nicht, also zurück zum standard-sense.
mich grätzt es wirklich, dass der akku nix mehr taugt, sonst hätte ich den tausch gar nicht in erwägung gezogen.

nur die akkulaufzeit vom m8 ist schon sehr beeindruckend, wenn man jahrelang an die knappen 8 stunden der schlauphones gewöhnt wurde.
ich habe nach 1:09:53 (tage:stunden:minuten) und n paar sekunden nutzungsdauer (!!), das sind zwei tage konzentrierten und ein tag immer-mal-arbeitens! – noch rund 25 % akku. mit 25 % bin ich mit dem hox+ neulich nach reichlich einer stunde verendet.

hühnerschreck hat gesagt…

geräte rooten ist an sich nicht so furchtbar kompliziert, und ein nur-zuhause-gerät ist gar kein so schlechter „übungspartner“.
es ist halt nur ne MENGE vorbereitung (java developer kit installieren, das ding ist riesig) und etwas mut (man muss halt wirklich im bauch des smartgeräts herumwühlen). ich hab mich zu anfang erst mal schwergetan, aber eins lernt aus seinen fehlern ;)