2014-04-22

#527 – ostern I

die vergangenen wochen waren erstaunlich anstrengend. so richtig damit gerechnet hatte ich nicht und war um so erstaunter, als plötzlich eine riesige arbeitswelle über mir zusammenschlug.
zwischen den kleinen und mittleren aufgaben versteckten sich zwei richtig fiese klopper, die mich lange auf trab und meine nerven zum zerreißen gespannt hielten. beide sind nun aber erfolgreich abgearbeitet (der göttin sei dank!!), und die erholung über ostern war auch nicht verkehrt. (nur war die „lediglich“ mentaler art, körperlich waren besonders so. und gestern EXTREM anstrengend.)

am fr/sa waren der gatte und ich auf familienkurzbesuch in der hauptstadt, zwei stationen wollten besucht und bespaßt werden. am fr standen wir uns daher zusammen mit den 1.999.997 anderen erwarteten berlinbesuchern 3 stunden von stau zu stau. die normale fahrzeit liegt bei deutlich unter 1,5 stunden. aber wir kamen heil und gesund an, also alles fein.

bei den cousins 4. (?) grades war es sehr nett, und offenbar hatten wir auch genau die perfekte besuchslänge abgepasst: nicht so kurz, dass alle beim aufbruch „oooooch, war doch SO nett, bleibt doch noch n stündchen“ ausriefen. aber auch nicht so lang, dass das erleichterte seufzen allenthalben nicht mehr zu überhören ist :)
bei den müttern fand dann ganz unerwartet ein familienmeeting statt, 5 der 6 geschwister trafen sich auf kaffee und selbstgebackenen apfelkuchen. das war überraschend nett, obwohl einige der anwesenden jeweils ziemlich anstrengend sein können.
nur das eine cousinchen nervte mich zunehmend mit ihrer kalorienzählerei und den exkursen, was daran jetzt alles schädlich sei und wieviel sie heute noch dürfe und wie lang sie dann aber rennen müsse und yadda, yadda, yadda. sie ist ein dürres, knochiges persönchen, deren sorgfältig frisiertem haar der satte glanz und die seidigkeit einer ausgeglichenen (und ausreichenden) ernährung fehlen. an ihren schlüsselbeinen könnte man sich vermutlich blaue flecke stoßen. auch sie setzt nichts-essen mit einem sieg über sich selber gleich und verachtet ihre essende umgebung erkennbar. das laufen ist für sie nur mittel zur kalorienvernichtung. und sie lässt keine gelegenheit aus, das alles jedem in hörweite kund und zu wissen zu tun. moar. da musste ich mich sehr zusammenreißen, mich nicht meinerseits in elogen re. gesunde ernährung und sport zu stürzen. (ich hab lieber kuchen kauend mal hin- und (meist) weggehört. hehe.)
fazit für mich: sie kann sich selbst nicht leiden, das ist mal offensichtlich. und wer sich selbst mag, ist ihr suspekt. eigentlich bedauernswert.

am sa. war das leben dann deutlich entspannter, der trubel bei den müttern war abgeklungen, und wir hatten noch eine ganze weile bei kaffee und netten gesprächen in der sonne zeit, ehe der heimweg rief.

wir erledigten noch einige wege und diverses in haus und garten, abends gab es ein formidables abendessen – wagyu-rund vom grill ist eine erlesene delikatesse! –, und ich ging beizeiten mit einem filmchen ins bett, während der gatte noch zum osterfeuer der nachbarn ging.

zum filmchen noch ein paar bemerkungen: ich hatte „zusammen ist man weniger allein“ bereits gelesen und war von der filmischen umsetzung daher angemessen enttäuscht. mir gefielen die figuren alle nicht besonders, weil keine/r wirklich der raum für die entwicklung eingeräumt wird.
mir ist klar, dass im buch für jede seelenregung platz ohne ende ist, wogegen ein spielfilm naturgemäß auch zeitlichen zwängen unterliegt. aber die sprünge der protagonisten hätte ich ohne hintergrundwissen kaum nachvollziehbar gefunden. beispiel? erst hassen sich camille und franck, und plötzlich vögeln sie, und dann ist er dann doch verknallt, ohne dass man wüsste, wo das nun plötzlich herkommt, und dann sie auch, und man denkt, „...???“
auch die entwicklung von philibert wird nur ganz am rande angerissen. man erfährt nicht ansatzweise, welche irrungen und wirrungen dahinter stecken. (achtung, spoiler!!) und dass er der schauspielkollegin auf der bühne einen antrag macht, ist im film nur zuckrige staffage, denn man erfährt nicht wirklich, wie es dazu kam.
oder paulette. die kam im film als komische oma rüber, die ihren enkel (franck) einfach nur nervt, aber weil er ein hundekuchengutes ist, macht er nen salto rückwärts, und sie ist mal kurz glücklich und danach dann (vermutlich sehr lange) tot.
und so weiter.
ohne den hintergrund aus dem buch wäre ich ob der banalität vermutlich eingeschlafen, so dachte ich mir die fehlenden sequenzen dazu und genoss ein paar flüchtige impressionen aus paris. in der summe ein nettes filmchen, wenn man mal das bedürfnis nach ner platten romcom hat, die nicht aus amerikanien ist. das buch ist um ein paar größenordnungen besser.

Kommentare:

Georg hat gesagt…

Hömma, du kanns aber nett zu dein Basekind sein, wird Zeit datte ma wieder ant Arbeiten komms, krisse andere Gedanken.

Über Ostern hatte ich jetzt zum zweiten Mal einen Film gesehen, einen Episodenfilm, zwar aus USA aber doch sensationell gelungen. Kennst du wahrscheinlich: "New York I Love You". Hab ihn mir endlich gekauft (für nur 4 Euro bei Amazonien). Der ist genau richtig für abends im Bett zum Abspannen.

hühnerschreck hat gesagt…

das mit der arbeit kam ja dann auch prompt genug, hehe :)

den film kenn ich noch nicht, der kommt auch auf meine (heftig gewachsene) will-ich-sehen-liste.