2014-04-04

#524 – on the road

die rückreise von reinbek nach hause war dann aber ein fall von „kannste dir nicht ausdenken“. auf der a24 kurz vor parchim platzte uns gegen 5 nachmittags der linke hinterreifen am charterway-vito. so weit nix ungewöhnliches und – eigentlich – auch nix dramatisches. dachten wir. zumal charterway ja auch mit einem slogan à la „fahren Sie, wir kümmern uns um alles andere“ (sinngemäß) wirbt.

wir (also mein lieber mann) riefen also zunächst bei charterway an. die mitarbeiterin dort schickte ihn erst mal nochmal raus aus dem auto, weil sie unnnnnbedingt den ganz genauen reifentyp brauche. also auch marke und modell.   
dann teilte sie uns mit, dass man sich da jetzt nicht selber drum kümmern (häh?), sondern das anliegen an den adac weiterleiten würde. das fand ich schon mal seltsam. 
und es dauuuuuerte. 

einige zeit später rief uns eine mitarbeiterin des ad.ac zurück. sie teilte uns mit, dass man eine werkstatt in über 100 km entfernung gefunden habe, die den passenden reifen da habe. aber man sei dort nicht in der lage, den reifen auf der autobahn zu wechseln. also unser rad müsse abgeholt, in die reifenwkst. gebracht, dort der reifen gewechselt, das rad wieder zu uns zurückgebracht und montiert werden. die geschätzte fahrzeit pro strecke betrüge etwa 2,5 h. der mann fragte also ungläubig nach, ob das ihr ernst sei, 5 stunden auf dem seitenstreifen der autobahn stehen zu müssen, wegen eines popligen 205er reifens. 
sie korrigierte ihn und flötete fröhlich, die wartezeit betrüge 7,5 h, sie habe das mal nachgerechnet. da flog mir ein draht aus der mütze (zumal ich eh schon rumschisserte, weil es sich verdammt unschön anfühlt, wenn ein 40-tonner nen knappen meter an der eigenen flanke vorbeifährt oder, ebenso klasse, ein pkw mit ca. 200 km/h) und ich bellte, dass das doch wohl nicht ihr ernst sein könnte. es müsse doch in näherer umgebung so ein ver**f"§$%&er reifen aufzutreiben sein. ich mein, hallo 7,5 stunden? da können wir uns ein rad von der heimischen reifenschmiede liefern und montieren lassen?! 
wir teilten der dame also mit, dass wir uns selbst um eine lösung kümmern würden. und so geschah es. am ende rief der mann den m. von „unseren“ reifendienst in taucha an und erläuterte die sachlage. der m. rief einen ihm bekannten reifendienst in parchim an. der wiederum hatte (selbstverständlich!) einen reifen in passendem format (wenn auch von einer anderen marke, aber das war uns wurscht!) da, war eine reichliche halbe stunde später vor ort auf der bab24, wechselte den reifen - und gg. 19:00 uhr war unser mietfahrzeug wieder flott und wir wieder auf der strasse. und wir waren SEHR erleichtert.

mein problem bei der angelegenheit ist mehrteilig:

zum ersten (und am wichtigsten) verstehe ich absolut nicht, wie ausgerechnet der ad.ac einen derart gefährlichen und weltfremden vorschlag machen kann, doch bitte mal 7,5 (siebeneinhalb!!) stunden auf einer autobahn ohne leitplanke zu warten - am frühen abend. es ist gefährlich genug, am tage bei guter sicht auf dem seitenstreifen zu stehen - nachts hingegen kommt das einem kamikaze-unterfangen gleich.

weiterhin kann ich mir nicht erklären, wieso weder bei char.terwa.y noch beim a.dac jemand auf den gedanken kam, dass einstweilen ein reifen in passender grösse vollkommen ausreichend gewesen wäre, um das fzg erst einmal wieder flott zu bekommen. um einen reifen identischer marke hätte man sich völlig entspannt später kümmern können. vor allem, wenn so ein blöder schluffen sicher nicht mehr als 100 euro kostet.

hilfsweise wäre immer noch in betracht gekommen, das pannenfahrzeug erst einmal von der bab herunter zu schleppen, wenn es denn schon unbedingt dieser ganz bestimmte reifen sein sollte.

aber die nummer muss man erst mal bringen, ernsthaft einen laden vorzuschlagen, der in summe entspannte 500 km und 10 mannstunden (sofern ein mitarbeiter alleine fährt) für einen kleinen nutzvieh-reifen aufruft. also wenn man einen 350er hochgeschwindigkeitsreifen für eine gepanzerte limousine braucht, sehe ich so einen hermann ja ein. aber ein 205/55 r 16er? nee. da hat jemand den schuss nicht gehört. 

bin mal gespannt, was dabei jetzt rauskommt, denn ich hab beim ad.ac gemeckert, und unser vermieter bei mercedes wohl auch bei char.terw.way.

so, kann ich also von meiner bucket list abhaken: 
platten bei >100 km/h: check
panne auf der autobahn: check 
am telefon nachdrücklich jemanden ankacken: check

aber als ausgleich hielten wir in linthe bei kullman's diner an und verspeisten rippchen (der mann) und nen burger (ich) und hinterher ein schokobrownie (wir beide). gegen 22:30 waren wir daheim, hundemüde, aber in einem stück und um eine story reicher. 

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