2013-11-06

#507 - WMDEDGT im November

beschlossen: da mein normales leben nicht so spannend ist, gibt es jetzt besondere tage unter der überschrift „was machst du eigentlich den ganzen tag?“ (WMDEDGT).

gestern war so ein tag.

morgens beizeiten raus, weil ein übersetzungsjob fertig werden musste. ich saß also kurz nach 8 bereits am rechner und schlug mich mit einem stichwortverzeichnis herum, das mit einem RIESIGEN textkorpus abgeglichen werden musste (die stichwörter sollten bitte den überschriften etc. im korpus entsprechen.)
zwischendurch frühstück mit dem mann (2 pötte kaffee, 3 spiegeleier, käsestulle), dann weiter im und mit dem text bis 11:00, abgabe um 11:01. uff!
als nächstes dräute die umsatzsteurvoranmeldung fürs zweite, nein, dritte quartal, mit der ich wieder – wie üblich – ziemlich spät dran bin. ich hasse dieses korinthenkackerische papierfetzchen-abheften innigst und prokrastiniere deswegen nach besten kräften. kein besonders cleverer move, das ist mir schon klar.
bei den vorarbeiten stellte sich bald heraus, dass der drucker noch nicht mit dem neu eingerichteten pc redet. also verbrachte ich VIEL zeit mit troubleshooting und internetz leerlesen. zwischendurch erledigte ich mehrere rückfragen der auftraggeberin, zwei dienstliche und ein privates telefonat und grub die wurzeln der gloriosa fürs überwintern aus. weiteres erdbuddeln verkniff ich mir angesichts der bitteren kälte auf dem balkon.
ca. 15:30 machte ich mir ein verspätetes mittagessen (noch n pott kaffee und ne käsestulle) und sah el gordito vom hof fahren. das überraschte mich, denn eigentlich hätte er in der firma sein sollen ...
danach wieder back to install. kurz nach 16:00 lief der drucker endlich. kurz vor 17:00 starteten der mann und ich gen zentrum, und es stellte sich heraus, dass weder schwiemu noch der mann el gordito telefonisch erreichten – absolut ungewöhnlich. während des nachmittages hatte ich mit el gorditos ex gesmst, sie war nach einer länglichen kommunikation von ihm beunruhigt. das waren der mann und ich nun auch.
während j.s termin telefonierte ich mit der telefonseelsorge und anschließend mit der bullensine und t., el gorditos jüngerem bruder.
auch seine und die versuche der freunde, el g. zu erreichen, schlugen fehl.
wir brachen alle anderen planungen für den abend ab und kehrten umgehend nach hause zurück. dort wartete bereits t. wir beratschlagten, was nun zu tun sei, polizei einschalten oder nicht. kurz nach 19:00 kam der alarmruf seines kumpels t-2, el g. habe tabletten genommen und sich von div. leuten verabschiedet.
PÄNG!! ALARM!!
als wir die nachricht bekamen, waren t-2, seine freundin k. und kumpel r. bereits losgeschossen, el g zu suchen. ich telefonierte mit der pol, um meinen notruf abzusetzen. gott, was für ein langwieriges geschisse! und nein, man könne el g. nicht von dort aus orten (komisch, bei demonstranten und co. geht das ganz problemlos ...), das müsse ich beim provider veranlassen. und erst danach könne man, und bla, bla, bla. der polizist am anderen ende war insgesamt durchaus verständnisvoll und nett, aber ehrlich: so zäh stelle ich mir die suche nach einem potenziellen suizidkandidaten eigentlich nicht vor!
noch während meines telefonates rief t2 wieder an, sie hätten ihn gefunden und machten sich nun auf den weg ins krankenhaus. also alles stopp bei der pol und auf ins krankenhaus. dort entspann sich eine längere odyssee, bis wir endlich die richtige notaufnahme und dann auch el g und die freunde gefunden hatten.
es stellte sich heraus, dass el g – zum glück! – ziemlich ungeplant gehandelt hatte und dadurch keine weiteren schäden zu befürchten sind. wie es nun weitergeht, ob er einsieht, dass eine weile therapie eine gute idee wäre (und ganz grundsätzlich: hilfe von außen!), das werden wir sehen.

als wir gegen 22:30 hundemüde und seelisch gut geschüttelt, aber weniger gerührt, wieder daheim saßen, kauten wir beide jeweils noch ein alibihäppchen abendbrot (in meinem fall bisschen dosenfisch), redeten über die ereignisse des tages und mögliche konsequenzen. ich versuchte währenddessen, die mühlräder der gedanken mit rotwein zu stoppen, und gegen 23:00 lag ich im bett und schlief unruhig, aber lang.

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fazit: muss ich nicht nochmal haben ...

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