2013-07-01

#491 - wild, wild east

nach einem faulen, bewegten sonntag lagen der liebste und ich bereits gegen 11 im bett und pennten wie die toten: 35 km mit knapp 2500 gesamt-höhenmetern auf dem mountainbike sind eine ansage, nach der man mit fug und recht platt sein darf wie ne sportmütze.
erholsamer nachtschlaf wäre also nett gewesen, ehe am montag um halb acht die woche wieder losging.

war aber nix.

gegen halb drei klingelte nämlich das telefon des liebsten.
seine mutter, die seniorchefin, war dran und ganz aufgeregt. in der firma habe man eingebrochen, der vater sei bereits dort. was man jetzt tun müsse. polizeieodernichtpolizei. und hach und ohweh. (verständlich ...)
der meinige - sofort hellwach (und ich auch) - beruhigte sie soweit möglich und legte auf, um den seniorchef zu befragen. dazu kam er nicht, denn sofort schellte es erneut, der seniorchef war dran, der meinige möge doch bitte auch in die firma kommen, woraufhin dieser -stat!- aus dem bett und ins gwand sprang und losfuhr.

schlafen konnte ich nun dank der aufregung auch nicht mehr, ich wälzte mich noch etwa 2 h hin und her, bespaßte die katzen, sah der sonne beim aufgehen zu und dämmerte dann in einen unruhigen schlummer hinüber.
drei minuten, nachdem mein wecker geklingelt und ich ihn dreimal verflucht und ausgeschaltet hatte, kam der meinige wieder und berichtete.

der nachtwache war beim rundgang aufgefallen, dass die kette am hinteren firmentor zerschnitten war. das hatte der ma dem seniorchef gemeldet. der veranlasste sofort die reparatur der kette. bei der zweiten runde war die kette bereits wieder kaputt und zwei schrottcontainer verschoben. offensichtlich hatte die nachtwache die diebe aber gestört.
also wurde das tor mit einem festen fahrradschloss gesichert. als der nachtwächter essen ging, kamen die diebe offensichtlich wieder - und da das tor ja nun zu war, drückten sie es mit dem stapler auf und machten sich aus dem staub.
das firmentor war stark beschädigt und schrott geklaut worden, außerdem steckte ein firmeneigener lader draußen im straßengraben fest. (vermutlich wäre der auch mit gen osten ausgewandert worden ... )

der seniorchef sah sich kurz um und gab sofort dem meinigen auch bescheid.
gemeinsam besah man sich die sachlage, besprach sich mit dem mitarbeiter und wartete auf die pol. und plötzlich fuhr ein fzg,. mit kurzzeitkennzeichen an ihnen vorbei, zu dem lader und hielt dort kurz. der meinige erkannte das kennzeichen, das kurz zuvor bereits an ihm vorbeigekommen war, rief: "das waren sie!!!einself!", schoss zum auto, und hinterher. (WAAAAHH!!) 

die seniorchefin war mit im auto und fotografierte, und der meinige blieb dran. als erste, unglaublich sinnvolle maßnahme zum abschütteln des "panzerkreuzers" schalteten die diebe das fahrlicht ab. putzigerweise trauten sie sich nicht, eine rote ampel zu missachten, und fuhren in die nahegelegene ortschaft weiter, statt auf die autobahn - und das mit einem eher mittelalten nutzfahrzeug, das für den dicken "panzerkreuzer" natürlich kein gegner war.
als auch schnelles fahren im ort nicht half (oh überraschung ... *kopf>tisch*), ließen sie das fahrzeug in einem baumbestandenen abschnitt einsfixdrei mit laufendem motor am straßenrand stehen und flohen zu fuß. zum glück ließ es der meinige dabei bewenden und folgte ihnen nicht weiter.
er benachrichtigte die trachtengruppe, die zwischenzeitlich bereits in der firma eingetroffen waren und dann auch sehr zügig an den weiteren schauplatz kamen und das fzg. sicherstellten.

es stellte sich heraus, dass die möchtegern-diebe bereits am sa. die (erhoffte ertrags-)lage in der firma ausbaldowert hatten: sie waren mit einem anderen fzg. aufs firmengelände gefahren, dabei aber aufgefallen und angesprochen worden. sie machten sich mit einer so bescheuerten ausrede und so ausgesprochen zügig aus dem staub, dass der mitarbeiter umgehend den chefs bescheid sagte. die das ereignis denn auch  auf dem radar hatten und der pol mitteilten.
im dagelassenen "fluchtfzg." fanden sich 2 paar kennzeichen, mit denen sich flugs feststellen ließ, dass das beobachtete zweite fzg. tatsächlich auch zu der baggage gehörte. und, wenn ich das richtig mitbekommen habe, befindet sich das zweite auto auch bereits in der liebevollen obhut der jungs in grün (bzw. dunkelblau).

fazit der nacht:
die superhirne haben also eine winzmenge schrott erbeutet,
dabei haben sie zwei fahrzeuge mit allem inhalt eingebüßt,
einen lader festgefahren,
ein tor zerstört
... und vermutlich zwei paar unterhosen zu waschen ...

wäre das ein film gewesen, hätte ich mich vermutlich über die unrealistisch dümmlichen figuren der diebe mokiert.

trotzdem werden wir wachsam bleiben müssen, denn es steht zu befürchten, dass die herren wiederkommen. und wenn sie es nicht mit dem schrott probieren, wird es der diesel der lkws sein. oder einfach nur eine nette kleine brandstiftung „zum dank“ für die entgangenen gewinne.

unschön.

Kommentare:

felis hat gesagt…

ICH FASS ES NICHT. Was für eine Geschichte! Halte die Daumen, daß das keinerlei Nachspiel von Seiten der bösen Buben hat.

arboretum hat gesagt…

Ich hoffe, es blieb in den vergangenen Nächten ruhig. Vielleicht haben ja auch die Spuren etwas erbracht.

hühnerschreck hat gesagt…

ruhig ist es bisher in der tat. (aber ich schlafe trotzdem ziemlich schlecht.)

daumen bleiben gedrückt ...

hühnerschreck hat gesagt…

auch weiterhin ist alles ruhig - aber wir haben die wachmaßnahmen auch deutlich verstärkt.

meh.