2013-01-31

#469 - ab heute wird zurückgeschossen


die debatte zu des alten eff-dee-pee-massas entgleisungen hat auch hier für emotionale wellen gesorgt. viele leute haben viel dazu geschrieben, und im grunde finde ich den ansatz am besten, man möge sich wehren. anders geht es leider nicht.
nur ist diese kategorische forderung meiner meinung nach leider nicht immer umsetzbar. grade wenn man nicht auf augenhöhe kommuniziert.
grundsätzlich haben meine eltern schon versucht, uns zu wehrhaften kreaturen zu erziehen, die sich die butter nicht vom brot klauen lassen.
aber es hat bei mir VIELE jahre gedauert, bis ich mich traute, mich nicht nur gegen (etwa) gleichaltrige zur wehr zu setzen. in jungen jahren (bis ca. anfang/mitte 20) war es schlicht undenkbar, sich gegen die verbalen gehässigkeiten und herablassungen älterer personen (überwiegend, aber nicht nur männer) zu wehren.
wie weist man denn auch mit 16, 17 einen grabschenden schwimmlehrer ("hilfestellung") oder einen sexistischen mathe- oder informatiklehrer ("mach dir nichts draus, mädchen können das eben nicht" / "mädchen sind dafür einfach zu doof") in seine schranken? oder den damaligen freund der mutter? ("wozu brauchst du einen führerschein, hä? es reicht doch wohl, wenn du kinderwagen fahren kannst!")
da hat man tatsächlich die ultimative arschkarte. selbst was sagen wäre an der schulfront selbstmord gewesen. und daheim funktionierte es einfach nicht - die mutter war zu dem zeitpunkt heftig depressiv, da konnten wir uns zwar ausheulen, aber es half am ende nix. und der kerl war auch zu ihr scheiße. und von wem hätten wir es uns abgucken sollen? *seufz*
der schwimmlehrer hat den bogen dann aber überspannt und wollte mir und 2 weiteren mitschülern 0 punkte auf dem zeugnis geben - einfach um der schikane willen, dass wir noch ein weiteres halbes jahr hätten bei ihm absitzen müssen. 
unsere wehr war allerdings ein langer und SEHR steiniger weg: wir mussten erst zum vertrauenslehrer gehen, der uns aber sofort glaubte. (er kannte seinen kollegen.) danach ging es dann zum direktor der entsprechenden schule, und der konnte sich das "ja gar nicht vorstellen". der kollege sei doch "ein integrer mann" usw. usf. und da war der kerl schon von einer anderen schule an diese strafversetzt worden, aus demselben  grund! 
hier immerhin gab es einen pyrrhussieg: wir bekamen alle faire punkte. aber die verbleibenden wochen bis zum ende des schuljahres waren die hölle.

und es ist auch heute noch gelegentlich schwierig, sofort und vor allem wirksam zu schießen, wenn meine grenzen übertreten werden.
das grenzenziehen hat mir nun (=seit etwa 6 monaten) den ruf eingebracht, eine humor- und spaßbefreite zicke, wahlweise "die böse stiefmutter" zu sein. damit lebt es sich insgesamt relativ komfortabel. bei den kollegen funktioniert es zunehmend besser. da schieße ich sofort und relativ gnadenlos, wenn mir wer dumm kommt (ob nun "nur" gefühlt oder tatsächlich, interessiert mich nicht mehr).
 im privaten bereich hingegen klappt das nicht so sauber. wenn el gorditos bruder meine grenzen übertritt (zum wiederholten male party feiern in unserem haus ohne vorankündigung, wärend wir unterwegs sind, und ja, natürlich hat das "einschläge" hinterlassen ...) und der liebste ihm das weitgehend durchgehen lässt ("er macht es ja nicht wieder"), was dann? ja, ich hab ne welle gemacht. ne große. die hat der junge gesenkten hauptes über sich hinwegrollen lassen, und damit hatte es sich. keks gegessen. die böse stiefmutter kriegt sich schon wieder ein. gnah!!
ich stoße jeden tag wieder auf spuren, dass fremde an meinen sachen waren. ob dinge fehlen, darüber mag ich gar nicht nachdenken. und was mit wertsachen, schlüsseln und co. ist.
und was nun?
el kerl versteht meinen seelenzustand nicht, fürchte ich. für ihn ist ja jetzt alles wieder fein, und ändern kann man im nachhinein eh nichts mehr. das stimmt schon - und trotzdem fühle ich mich beschissen mit der nummer.
und auf erneutes ausziehen aus dem haus habe ich eigentlich gar keine lust, denn es fängt (fing???) gerade richtig an, auch MEIN zuhause zu werden.

es kotzt mich so an ...

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