2012-10-25

#446 - tagebuch, tag 13

der erwartete muskelkater ist etwas weniger garstig als erwartet. das ist erfreulich.
eigentlich hatte ich außerdem vor, gestern in der mittagspause ein halbes stündchen rennen zu gehen. das wurde jedoch gestern nix, weil sich gerade um die mittagszeit herum dann doch noch diverse zu erledigende dinge ergaben.
in der woche abends komme ich ja nun nicht mehr zum rausgehen. im dunklen gehe ich nicht gern am see rennen oder mtben. die verletzungsgefahr ist mir zu hoch. fehltreten in sand und matsch, frei laufende hunde und sonstiges getier (wildschweine) müssen in betracht gezogen werden. und straße macht mir ebenfalls weder zu fuß noch mitm rad spaß.

im büro war es immerhin etwas interessanter als tags zuvor. zudem konnte ich mich endlich um den neuen außenfilter des "büroquariums" kümmern. dabei stellte sich heraus, dass mir ein dichtring fehlt - aber der örtliche zooladen hat einen vorrätig, und den habe ich mir am abend zusammen mit ein paar neuen neonsalmlern geholt.

außerdem gab es mal wieder neues von el gordito. der gute sollwillmusswird ja zum ende des jahres aus dem väterlichen haus ausziehen. daher ist er jetzt auf der suche nach etwas standesgemäßem. ja, richtig gelesen: standesgemäß. das aktuelle objekt der begierde hat schlappe 170 (hundertsiebzig) quadratmeter, dachterrasse mit whirlpool (*hust*) und außenanlagen. das dumme dabei ist nur, dass es dabei um ein zu verkaufendes objekt geht - und die oma rücksichtsloserweise die deutlich über 100 T€ nicht rüberwachsen lassen will, die zum erwerb nötig wären. zumindest nicht zu el gorditos bedingungen. und eine bank leiht dem "hoffnungsvollen jungunternehmer" nix. zusätzlich wären verschiedene arbeiten zu erledigen, denn der vorbesitzer hatte auch die augen größer als den geldbeutel. folglich ist in dem haus einiges noch nicht fertig.
das ist auch so was, was ich nicht verstehe: einerseits ist noch eine sehr räudoige rohbautreppe drin, andererseits ein whirlpool. diese prioritäten erschließen sich mir nicht.

während des gesamten gesprächs (dem ich überwiegend nur lauschte) hatte ich das dringende bedürfnis, meinen kopf laut und lange auf die vorhandenen tischplatten zu schlagen. so viel weltfremdheit bei einem 28-jährigen habe ich noch nicht erlebt. er mopperte u.a. rum, weil er ja etliche jahre lang miete zahlen müsste. man stelle sich das vor: da muss er in einem freistehenden objekt auf 170 qm wohnen und soll dafür sogar noch was zahlen.
und wenn er schon miete zahlen soll, dann will er aber hauptmieter sein und die anderen vorhandenen flächen auf seine rechnung untervermieten und also gewinn machen. omma hat die kosten und das risiko, und er verdient geld. ja, nee, is klaa ...
dat omma hingegen will sich auf keine steuerrechtlich halbschattigen transaktionen einlassen und - verständlicherweise - das sagen behalten, was die auswahl weiterer mieter, art und umfang noch zu erbringender arbeiten usw. angeht. (auf dem grundstück gibt es weitere büro- und gewerberäume.)
el gordito hingegen sieht gar nicht ein, dass er arbeiten UND miete zahlen soll. das ginge ja nun wirklich nicht, da nähme er sich lieber eine wohnung und hätte keinen stress damit.
dazu fiel mir nur ein, ja, dann mach das auch! er ist ernsthaft der meinung, dass er mit 350 euro irgendwo hinkäme. dafür bekommt er n zimmerchen in ner wg in einem der weniger hippen viertel in l. aber immerhin warm.
seine freundin ist glücklicherweise weniger weltfremd - aber ich seh die beiden nicht gemeinsam etwas aufbauen. mit so einem geschäftlemacher hätte sie die finanzielle hauptlast zu stemmen und den großteil der arbeit noch dazu. aber das ist erfreulicherweise ihre entscheidung, da muss ich mir nicht ihren kopf zerbrechen.

da bin ich sehr gespannt, wie das weitergeht.

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