2011-12-06

#329 - trainingstagebuch

dieser eintrag ist vermutlich überwiegend gedankenstütze und erinnermich in puncto tagesform und "was-war-wann?" - also für die an meinen sportlichen aktivitäten uninteressierten: das wird jetzt langweilig.

am sa. steht schwimmen in der sachsentherme zusammen mit jpat auf dem plan. kein erfolg: VIEL zu teuer, zu viele lärmende pubertäter und -täterinnen, die naTÜRlich im schwimmerbecken ihre männekes machen, unangenehm kaltes wasser, und schlechte form. wäh.
konzentration auf technik. bereits nach 3 oder 4 doppelbahnen merke ich, dass meine form ... suboptimal ist - also werden es nicht die angepeilten 1.000 m.
die wasserlage wird relativ zügig okay-ish, mit dem beinschlag schlage ich mich weidlich (immer wieder eingeknickte knie), der armzug ist auch okay-ish. wenn ich mich konzentriere, schaffe ich es, die arme außerhalb des wassers nicht zu stark zu führen (das versemmelt mir sonst die erholungsphase) und nicht zu weit überzugreifen. gleitphase und wassergreifen funktionieren ziemlich problemlos.
nach knapp anderthalb stunden lasse ich es gut sein, mir ist kalt und ich habe gefühlt einen kubikmeter wasser in beiden ohren. (das wasser im linken ohr bleibt mir bis montag erhalten >:( aber immerhin bekomme ich keine mittelohrentzündung.)
für die nächsten session muss ich mir unbedingt ohrenstöpsel besorgen!!

jpat zieht zügig bahn um bahn - da hab ich also meine einzige paradedisziplin, in der ich bisher deutlich besser war als er, abgeben müssen. hmpf. andererseits beeindruckt mich sein gewaltiger erkenntniszuwachs in der kurzen zeit auch erheblich. er hält zwei stunden durch und geht dann später am abend sogar noch weg. was für eine kondition! ich bedaure zwar, dass ich die depeche-mode-/80er-jahre-party nicht mitnehmen konnte, aber ich bin zu müde. ich hoffe auf das nächste mal im februar.

am so. schwinge ich mich - immer noch mit einem eimer wasser im linken ohr - zu einem soloausritt auf scotty. perfektes timing, denn es ist bereits 15:30, als ich endlich loskomme. aber da ich das vorher weiß, ist die lampe aber geladen und ich bin warm genug angezogen. ich rechne mit gut anderthalb stunden auf die 25 km wegen nassem untergrund (kraftraubend!), formtief (keine kraft da) und einbrechender dunkelheit (kraft wird darauf verwendet, nicht wegen absturz in schlammige untiefen auf den bart zu fallen).

aber die runde geht richtig gut (lies: zügig) los, und ich fresse meter um meter. es geht kaum wind und ist mit etwa 7 grad auch nicht allzu kalt. auf der südöstlichen langen geraden bricht die dunkelheit herein und ich erlebe einen magischen moment: der wind legt sich vollkommen, kein lüftchen regt sich mehr. der see liegt völlig spiegelglatt, und dazu habe ich yonderboi im ohr, sinking slowly. perfekt.

irgendwo fliegt ein sehr großer greifvogel auf, der mich mit seiner markanten schwarzweißen flügelzeichnung zunächst an einen storch denken lässt. der viel zu kurze hals und die falsche jahreszeit sprechen jedoch dagegen, außerdem ist der vogel doch deutlich kleiner als ein storch. so belasse ich es bei der freude über den großen kerl und ergehe mich nicht weiter in biologischen mutmaßungen à la telelotto-tippverfahren.

die langen sandpassagen an der östlichen seeseite fressen gehörig kraft. der nasse boden gibt deutlich nach und ich muss auch auf den ebenen teilstücken powern. der steile anstieg am ende ist zwar weniger quälerei als befürchtet. aber die oberschenkel brennen doch ganz schön, und oben angekommen, japse ich ordentlich. die waldstrecke danach läuft perfekt, ich bin im flow. der boden ist hier zwar genau so nass, aber fester und verschlingt lange nicht so viel energie.

die beiden rennfahrer, die mich überholen, erschrecken mich ordentlich, da ich sie dank stöpseln in den wassergefüllten lauschern nicht habe kommen hören. hinterherkommen ist unmöglich, die beiden männer legen einen soliden 30er schnitt vor - und dazu habe ich nach der gehabten matschschlacht nicht mehr die kraft. inzwischen ist es nahezu dunkel, der lichtkegel tanzt vor dem vorderrad, jede pfütze wird zu einem teerigen schwarz, rillen und löcher erscheinen wie der marianengraben.

inzwischen bin ich wieder auf asphalt, die letzten 5 km. mittlerweile ist es komplett dunkel. die aussicht auf das letzte teilstück am see, vorwiegend auf sand, demotiviert mich etwas. aber der kleine anstieg auf losem sand erledigt mich doch nicht so heftig wie befürchtet, und auf der "sanddorn-allee" sehe ich sogar noch drei hasen :) der erste, ein ziemlich großer kerl, bleibt erst mal eine weile im lichtkegel sitzen, hoppelt dann gemächlich zur linken wegseite, setzt sich wieder, guckt mir beim herankommen zu, spaziert nach rechts, setzt sich noch einmal auf seinen hasenhintern, guckt und verschwindet dann völlig ohne jede hast in den sanddornsträuchern. die beiden kleineren exemplare ein paar meter weiter haben es da deutlich eiliger. den steilen anstieg vom see hoch zur straße schiebe ich, dazu reichen weder kraft noch motivation.

ich beende meine runde mit 25,02 km und 1:25:37 auf der uhr.

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