2008-08-28

Tote Hose hier

das arbeitsaufkommen hat sich schon mächtig verändert: früher, beim übersetzen, war immer mal n viertelstündchen fürs bloggen übrig. heute sitz ich zwar auch den ganzen tag am rechner und häng im netz, aber zum bloggen komm ich kaum mehr.
hm.
es ist viel zu tun und wenig zu erzählen, im job und daheim auch - und wenn ich jetzt anfinge, jede meiner fahrradrunden zu kommentieren, wäre ich wahrscheinlich schon bei kilometer einskommaacht ins langeweilekoma gefallen. in der woche 90 ka-emm sind ganz nett, fürs seelische wohlbefinden und für das körperchen sowieso, aber bloggerisch eher generalanästhetikum ...

und dann hab ich ja nun ganz viele neue kollegen - und bei so vielen leuten passiert eben auch immer wieder sachen, die mir schauer über den rücken jagen, sowas begegnet einem ja sonst nicht in der masse. aber gut, das ist eben eine direkte folge davon, dass ich mit der chefin in einem büro sitze - ich bekomm nicht nur die gesamten "regierungsvorgänge" mit, sondern auch, was an anderen stellen in der firma los ist, mit denen ich sonst keinen kontakt habe.

einer der ma versuchte vor ein paar tagen, sich qua autoabgasen in eine bessere (???) welt zu befördern, erfolglos, sein kleiner junge fand ihn. *kopfschüttel* wie kann man bloß sowas dämliches machen?! also ich kann verstehen, dass es leute gibt, die aus dieser welt scheiden wollen. aber wenn man seinen abgang plant, dann doch wenigstens so, dass die kollateralschäden so gering wie möglich bleiben! auto gehört definitiv nicht zu den sicheren methoden, das könnte sich bereits rumgesprochen haben. dem pappnaserich hätte mal jemand vorher sagen sollen, dass man bei modernen autos tendenziell eher verhungert als am co erstickt ist ...
und wenn alles nur ein hilferuf ist und man eigentlich gefunden werden will, dann doch bitte von jemand erwachsenem, den das nun nicht sein ganzes leben verfolgt ...

einem anderen wurde heute ein organ mit krebs entfernt, schon die 2. op deswegen, ich wünsch ihm gute besserung. die prognose sei gut, sagte man ihm. aber das haben sie letztes mal auch schon gesagt.

ein anderer krebskranker aus der firma stirbt grade. gehirntumor. grauenvoll. die durchschnittliche rest-lebenserwartung bei dem typ von tumor liegt wohl bei etwas über 30 wochen. er hatte noch rund ein jahr.

nachdenklich back 2 work.

Kommentare:

Georg hat gesagt…

Meine Tante hatte einen Gehirntumor, seit über 20 Jahren hat sie nun einen offenen Schädel (mit Platte hat das irgendwie nie funktioniert [Abstoßung]) und ist, soweit ich weiß, Deutschlands längster operierter Gehirntumorpatient. Es geht also, Hoffnung, auch wenn oft unbelohnt, macht Sinn.

Was die Autoabgase betrifft, ok, kennt wohl jeder mehr oder weniger aus eigener Jugenderinnerung und dem Verliebtheitskummer - aber dass er von seinem Sohn gefunden wird, ist nicht nur krass, sondern dafür gehört ihm nachträglich was aufs Maul.

Hühnerschreck hat gesagt…

wow. es macht mut, sowas zu hören (längst überlebender patient).

und deine meinung, den auto-knilch zu verhauen (wenigstens verbal), die teil ich. auch wenns nix bringt. und man es ja eh nicht macht, man haut ja schließlich keine schwachen.
er scheint bei der sache einen ziemlichen hau wegbekommen zu haben, aber ich kann nicht sagen, ob das nun an den psychopharmaka liegt oder an den ausfällen in der schaltzentrale.