2008-04-02

Neulich im Kino: Jumper

Neulich verschlug es mich zusammen mit Sweetest mal wieder ins Kino, er hatte die Idee und wollte gern "Jumper" sehen. Ich fand schon beim Lesen der Filmankündigung, dass das wohl eher nicht meine Kragenweite ist, wollte aber nicht schon wieder Sweetests Vorschlag abschmettern. Die Abschmetterung meinerseits hatten wir in der letzten Zeit schon etliche Male.
(Meistens schlägt er einen (Action-)Film vor, über den ich bereits diverse vernichtende Verrise von Leuten, mit denen ich oft einer Meinung bin, gelesen habe. Folglich rate ich dringend ab, und wir gehen in den Film meiner Wahl. Der ihm meistens auch gefällt. Oder - fairerweise - uns beiden nicht.)
Also zogen wir los, und meine Vermutung wurde bestätigt: Jumper ist ein auf Effekte gequälter und ansonsten lahmer Streifen.
Angekündigt wird das Ding mit "Science Fiction" und "Thriller", isset aba nit. Zu Sci Fi fehlen die Sci(ence)-Elemente und zum Thriller die Spannung.
Es gibt ne Menge brutaler Kloppereien, die bestimmt dolle aufregend für Leute sind, die gern sehen, wie ein (zunächst) total übermächtiger, aber dämlicher Feind den "Helden" mit Stromstößen foltert.
Der Held selber wurde als Jugendlicher von seinen Mitschülern gemobbt und entdeckt beim (Beinahe-)Ertrinken seine toooo-tal einzigartige Fähigkeit, die sich später als gar nicht mehr so einzigartig erweist. Außerdem ist er ein egoistisches Kleinschwein und ansonsten völlig farblos (mit ca. zwei Gesichtsausdrücken ...).
Die hundekuchengute Jugendliebe des Helden nervt mit ihrem unentwegten Geningel - ich hatte dauernd das Bedürfnis zu sagen, Mensch, Mädchen, entweder Du hörst auf rumzuflennen und dem Kerl an Deiner Seite auf den Keks zu gehen, oder Du machst Nägel mit Köpfen, sagst ihm auf den Kopf zu, dass er ein Lügner und eine Hohlbirne ist, und verpieselst Dich.
Nicht mal Samuel L. Jackson, den ich sonst meistens klasse finde, überzeugt als fieser "Paladin": Viel zu einseitig oberpöööööhse. Und warum die Kerle ausgerechnet Paladine sind, erfährt man auch nicht. Oder _dass_ da ein "jahrtausendealter Kampf" brodelt und El Hero "der Schlüssel zum Sieg gegen die Paladine" ist.
Überhaupt lahmt ja nicht nur die Story - auch die Charaktere sind von unglaublich ausgefeilter Feinzeichnung und erlesenem Tiefgang - dagegen ist das Uffington White Horse geradezu detail- und reich an zwischentönen und sooo realitätsnah ...
Immerhin tragen die dauernden Ortswechsel-"Sprünge" zu einer Menge netter Locations bei, aus denen man meiner Meinung nach mehr hätte nachen können, da die Geschichte ohnehin von ihren visuellen Effekten lebt (und sonst von nix weiter ...).
Ich empfand die ganze Klamotte als einen auf Kinolänge gequälten Kurzgeschichten-Plot, den ich eher in einer Vorabendserie à la Heroes (die ich auch nicht leiden kann) erwartet hätte.

Fazit: Naja, wenn das mal im Fernsehen kommt und die Alternative ist der Musikantenstadl, dann kann man es sich evtl. überlegen. Oder vielleicht doch lieber mit einem spannenden Buch in die Wanne gehen ...

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