2008-01-19

komische woche

also eigentlich sind freitage bei mir ja gute tage - aber die letzte woche war irgendwie seltsam. arbeitsmäßig gezeichnet von heftigen aufs und abs, es gab tage, an denen es flutschte wie verrückt, und solche, an denen sich die arbeit zog und zog und zog. am ende waren die ergebnisse (also die geschaffte wortzahl) zwar immer mehr oder weniger okay - aber der gefühlsmäßige aufwand stand dazu in keinem verhältnis.

besonders der gestrige tag. der hatte es in sich.

den ausstehenden job hatte ich in deutlich weniger zeit fertig als erwartet, trotzdem befriedigte mich das nicht so richtig. komisch eigentlich: das thema war interessant (servolenkungsunterstützung) und nicht zu schwer, die (also: meine erzeugte) qualität scheint soweit ok zu sein (korrekturlesung mach ich nachher) - und trotzdem: ich fühl mich komisch bei dem job.
irgendwie ungut.
dann wollte ich schon seit ner woche zusammen mit der besten schwester der welt einen schrank aufbauen, der zum ordnung-schaffen im waschraum dienen soll. und es stellt sich heraus, dass nicht eine einzige schraube für das kackdingen mehr zu finden ist. dito für den jüngsten kleiderschrank in "meiner sammlung", den ich ganz kurz nach dem vorletzten umzug gekauft hatte - das ding hat keine 4 wochen dienst getan!
da rächt sich das mehrmalige auf- und umräumen des kellers jetzt bitterlich, denn ich hab nicht den blassesten verdacht, wo der ganze metallkram hingekommen sein kann. und schwesterherz und ich haben gestern lange gesucht!
aufkeimender frust auf die umräumerei und verschiedene leute, die geräumt haben. es ist ja immer wesentlich einfacher, denen die schuld zuzuschieben und sich zu ärgern, dass man im keller (dank sweetests fleißigem arbeitseinsatz) überhaupt wieder treten kann, statt sich mal an die eigene nase zu fassen und sich selber in den hintern zu treten, weil man zu dämlich ist, die zum schrank gehörenden schrauben und exzenterbolzen einfach gleich beim auseinanderbau am schrank festzutapen.
obiger absatz kriecht dann aber doch auch in meinen benebelten verstand - und die stimmung sinkt weiter. schon scheiße blöd, wenn man sich eingestehen muss, dass man selber die ursache für den eigenen frust ist.
die beste schwester behält glücklicherweise die nerven und die ruhe.
trotzdem merke ich, dass sich meine wasser-baugrenze bedenklich verschiebt. wegen so nem blödsinn.

und dann ruft meine freundin a2 an, um mir mitzuteilen, dass zu der abends stattfindenden geburtstagsparty von freundin a1 nun doch mein ex auftauchen würde, wobei es zunächst (die letzten vier wochen) geheißen hatte, er käme nicht mit.
erst mal das chaos: a1 hat ihr handy in s. vergessen, deswegen kann sie nicht selbst anrufen. also ruft a1.s freund c(-von-a) a2 an, um diese zu bitten, dass sie mich anruft. das hat schon was stille-post-artiges an sich ...
und dann das geladensein vom ex nebst seiner freundin: _dass_ a1 den höflicherweise fragt, ob er mitwill, weil die zu erwartende antwort ganz ganz sicher "nein" lautet, das ist nicht das problem. sie hatte mich bei der einladung gefragt, ob es denn okay sei, wenn er auch käme. zu dem zeitpunkt der frage meinte ich, dass es okay sei.
dann: wäre von anfang an klar gewesen, dass ex mitgeht, wäre das nicht allzu garstig gewesen.
aber nun war der tag schon nicht so gelaufen, ich fühle mich weinerlich und zu allem überfluss reicht die zeit auch nicht mehr für das große aufrüsch-programm mit haarewaschen und allem, da die matte mindestens drei stunden trocknen muss, weil ich keinen fön benutzen mag, und ich also für die zeit housebound gewesen wäre. was wiederum mit meinem versprechen kollidiert, das ich der lieblingsschwester gegeben hatte, sie noch zu verschiedenen märkten zu fahren, die zu fuß/per straba schlecht zu erreichen sind.
außerdem hat mir die aussicht, den ex so (seelisch) unvorbereitet wiederzusehen, so richtig endgültig die petersilie verhagelt.
daher befinde ich, dass ich dann doch lieber nicht mitkommen will, und rufe a1 an, um ihr das selber mitzuteilen. schon am tel. höre ich, wie ihr das zu herzen geht. und das war ja nun ganz sicher nicht der sinn der übung!!
dann anruf bei sweetest, den ich in einer besprechung störe und der ausgesprochen ... unfroh ... klingt. und kurz angebunden ist, also keine zeit, noch irgendwas zu erörtern oder zu bereden. dem telefon entströmen bad vibrations massenweise. mist.
tendenz der wassergrenze: bedrohlich näher rückend.
währenddessen die verkackte fehlgeschlagene suche nach den eisenteilen. was die sachlage nicht bessert. vor allem, da ich mir gedanken mache, was sweetest dazu sagt, der eigentlich am we weiter um- und aufräumen wollte, und dazu wäre der stauraum im schrank dringend nötig gewesen.
abbruch der suche und beschluss, nun endlich die noch ausstehenden wege zu erledigen, und dann aufm sofa zusammenbrechen oder so.
dann erneuter anruf von a2 (warum lässt sich c-von-a eigentlich nicht meine tel.-nr. geben?! da hätte man das mit zwei umwegen weniger klären können!): a1 ist am boden zerstört und hat c-von-a veranlasst, den ex auszuladen.
start der einkaufstour, die anderen autofahrer auf der straße sind selbstverständlich alle aus der anstalt entlaufen und haben ihren schein auf einem kamel gemacht usw., die lieblingsschwester macht mich darauf aufmerksam, dass diese selektive wahrnehmung möglicherweise eine folge meines frustigen seelenzustandes sein könnte. (sie hat ja recht, aber das mildert meinen frust nicht wesentlich.) der für einen nachfolgenden sankra rechts ranfahrende kadett bringt mich zu einem erneuten ausbruch.

zum glück erreichen wir dann den gewünschten markt. beim reingehen klingele ich c-von-a an, um ihm zu sagen, dass er bitte a1 mitteilt, dass ich nun doch zur party komme. er versucht, mir den schwarzen peter zuzuschieben, und prompt befallen mich jede menge schuldgefühle ob des von mir losgetretenen sturmes im wasserglas. (kann man einen sturm lostreten? - keine ahnung. egal.) trotzdem bügele ich seine weitschweifigen ausführungen kurz ab (und es klappt! wow!) und erfahre nebenbei, dass ich zwei stunden mehr zeit habe als gedacht. das entstresst mich etwas. anruf bei sweetest, dass wir nun doch mitgehen können, er klingt höchst unfroh! weiterer frust. wassergrenze: verdammt nahe.
einkauf und schwesterheimbringen verlaufen ruhig und somit positiv, aber das kann mich gar nicht richtig aufbauen, sondern ich käue weiterhin auf sweetests telefon-frust und c-von-a.s schuldzuweisung herum.

heimkommen. sweetest ist sehr unterkühlt und distanziert. das hatte ich noch gar nicht und verkrümele mich in mein büro, um mich etwas zu sammeln. mir ist klar, dass er keine lust mehr auf mitkommen hat. was nach dem chaos zu erwarten war. ich hab ja auch keine lust mehr, aber nun noch absagen geht überhaupt nicht. also kopf hoch und durch.
wenn ich jetzt direkt mit aufrüschen loslege, bin ich pünktlich.
25 min später schleiche ich ins schlafzimmer und suche meine klamotten raus. zum glück keine bösen zwischenfälle à la "hose zu eng, bluse dreckig, corsage geht nicht zu der bluse". ich starte einen erfolglosen versuch, mich für die party etwas froher zu stimmen.
bad und großer tauchgang durch den malkasten, wenn ich mich schon scheiße fühle und zu spät komme, will ich wenigstens gut dabei aussehen.
ich bin mitten im abspachteln, da kommt sweetest (mit deutlich besserer ausstrahlung) ins bad und wir reden. warum uns das jeweils so mitgenommen hat (wir wissen es beide jeweils nicht), dass ich da noch eine größere seelenbaustelle hab als erwartet, usw. und nun muss ich doch ein bisschen heulen.
aber das wunder geschieht: sweetest schmunzelt und teilt mit, dass er duschen und sich umziehen geht. und mitkommt. das rettet mir einen großteil des abends!
auf der fahrt bereden wir weiter diese ganze komische chose, kommen dabei zwar nicht zu einem greifbaren ergebnis, fühlen uns aber beide sehr viel besser.

20:28, wir sind fast eine halbe stunde zu spät, aber nicht die letzten. tss.
begrüßung der anwesenden, a1 ist mir nicht böse und überhaupt (dafür werd ich mich nachher nochmal ausführlich bedanken!!), es sind ein paar bekannte und mehr unbekannte gesichter da.
beim ausziehen des schwarzen mantels stelle ich fest, dass die weiße bluse über und über mit fusseln übersät ist. OH NEIIIIN!! wir sitzen neben a3 und a4, unterhalten uns recht gut - ich kenne die eine vom foto und die andere gar nicht, aber sie sind beide sehr nett.
währenddessen versuche ich, die schwarzen flauschfusseln doch noch ein bisschen von der bluse zu bekommen - ich komme mir dabei vor wie eine katze, die sich ununterbrochen putzt. wir machen alle unsere witzchen darüber, und a3 meint, ich solle das einfach so lassen, "das muss so".
später schallendes gelächter, als ich gegenüber a2 einen kommentar über den flusenunfall mache und sie meint, also sie dachte, die bluse sei so :oD
t ist auch eingeladen, die ich seit jahren (seit der trennung von ex) nicht mehr gesehen habe, aber ich hab sie vermisst, wir haben uns immer sehr gut verstanden. wir reden viel, es ist richtig schön.
das essen ist prima, die musik laut, aber heiß (salsa!) und die gespräche sehr schön.
der abend endet für uns gegen halb zwei, wo wir beide zufrieden und froh und miteinander versöhnt ins bett fallen.

kann man das als "ende gut, alles gut" werten?

1 Kommentar:

c17h19no3 hat gesagt…

na das ist doch das wichtigste, dass der sweethase wieder gut ist. zu zweit sind alle katastrophen nur wasserglaskleinbeschränkt.
mich nimmt das auch immer total mit, wenn wir knatsch haben. der cabkater wird dann in der regel zum explosionsküken und ist unansprechbar (sonst folgt explosion). ich verkrümle mich in mir und sage kein wort mehr, auf schnippisches nachfragen gebe ich dann beleidigt schnippische antworten. das reizt wiederum den kater zu noch unterirdischerer laune und so schaukeln wir uns hoch. bis einer dann die notbremse zieht und irgendwann lachen wir beide drüber.