2007-07-16

bonheur éphémère ...

gestern abend waren sweetest und ich bei seinem besten freund und frau zum grillen eingeladen.
vorgeschichtlich wäre anzumerken, dass der buschfunk soeben die anstehende trennung der beiden ans schwarze brett geheftet hat, for all to see. ihn scheint die midlifecrisis erwischt zu haben, terminlich passt es ja - "... er will noch wat mit blonde haare, vorn doof un hinten minorenn ...". und sie ist natürlich am boden. man hat gemeinsames wohneigentum, arbeitet in der firma zusammen, sie hat vor gar nicht sooo langer zeit ihren vorigen job gekündigt, und nun das.

beim grillen bemüht man sich nach kräften, sich nix anmerken zu lassen, die stimmung ist trotzdem ... nun, sagen wir mal, suboptimal. angespannt sowieso, und unserer heiterkeit merkt man gelegentlich an, dass sie eben doch zum teil nur aufgesetzt ist. zwischenzeitlich saß die nunmehr-has-been-familie (nebst sohn, anfang 20) nebeneinander, und da war es dermaßen offensichtlich, dass was faul war, das hätte ich selbst dann gerafft, wenn ich nicht vorher schon qua buschfunk informiert worden wäre.
mich betrübt das. ich mag sie, und dieses schicksal finde ich einfach dermaßen ober-daneben ...! die gestandene partnerin gegen ein jüngeres, festfleischiges modell eintauschen. (nicht, dass ich das nicht auch kennen würde ...) es passt aber in die wegwerfmentalität, die sich allerorten breitmacht.
trotzdem: eine schulter zum ausheulen biete ich nicht an, zu den erfreulichen weiberabenden bin ich auch nicht eingeladen worden.

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aber dann die rückfahrt.

wir waren wieder in meinem auto unterwegs, offen (das bot sich ja an), es waren immer noch rund 25 grad, und das abends halb elf. die luft wie samt, das auto liefert einen wunderbaren hintergrund-sound, am horizont noch ein heller streifen. erste helle sterne stehen am himmel und sehen unheimlich blankgeputzt aus. sweets sitzt neben mir und wir halten händchen, wo es die strecke hergibt.
perfektion.

an dieser stelle wäre faust vermutlich in die hölle gefahren. aber es ist wahrscheinlich das, was diese momente so kostbar macht: ihre vergänglichkeit.

Kommentare:

moggadodde hat gesagt…

Eine blöde Situation. Jeder weiß Bescheid und keiner redet darüber, obwohl es das Thema ist, das in diesem Moment am meisten beschäftigt. Ein Heile-Welt-Schauspiel. Nur gut, dass die laue Cabrio-Heimfahrt euch etwas entschädigt hat.

Mo hat gesagt…

Ein kläglicher Versuch, eine Fassade aufrecht zu erhalten, der zudem noch viel Kraft kostet.

Schön, dass es noch Beziehungen gibt, in denen man händchenhaltend im Cabrio mit dem Wind im Haar durch die Gegend cruised :-)

LG

Mo