2014-10-30

#547 - jahaaa, jetzt geht es hier wieder schlag auf schlag!

oder fast. die aus r. mitgebrachte erkältung zwingt mich heute zur zwangspause. daher hab ich zeit für gleich noch einen eintrag hier.

in r. war ich nämlich auch mit der dee in einem gartencenter - sie ist genau so ein begeisterter „buddlich“ (sächsisch für gartenfreund - also jemand, der in der erde buddelt) wie ich - und dort haben wir uns mit ziemlich ähnlichen zu verbuddelnden dingen ausgestattet. die nun auch alsbald in die erde müssen, zusammen mit den herausgenommenen tulpenzwiebeln.
ich habe (von tatsächlichen meteorologischen aussichten völlig unbeleckt) das gefühl, dass der winter dieses jahr deutlich eher und mit deutlich mehr nachdruck kommt als letztes jahr. die sämereien müssen aber vor dem frost (=jetzt noch) in die erde, wenn ich sie im frühjahr sehen möchte. (möchte ich.)
wenn ich mir aber ansehe (anfühle??), wie ich mich heute fühle, dann wird mir bei dem projekt ein wenig bange.
einiges werde ich an den gatten delegieren können. aber um eine mittlere runde auf allen vieren werde ich nicht drumrumkommen, sollte ich das komplette projekt aufrecht erhalten.
ach, was soll's, ich zerbrech mir einfach nicht den kopf darüber, wie ich mich vielleicht am sa/so fühle, sondern entscheide das spontan dann, wenn's akut wird. und die paar anemonensamen werd ich auch so verbuddelt bekommen, das ist ja nun nicht die killermenge. (die brauchen ein bisschen planungsvorlauf, weil sie eingeweicht werden sollen. nun weiß ich auch, warum sich die diesjährigen anemonen so schwergetan haben.)

außerdem müssen an diesem we nun endlich die kamelien, die palmen und die zitrusse rein. auch die passionsblume wird vmtl sehr bald ins winterquartier umziehen müssen. mal sehen, wie viel buddeln sich an der stelle noch auftut.
bei den palmen isses nur eine infernalische schlepperei, wenn die beiden kübel wieder rein müssen, das machen der gatte und einer seiner jungs. die zitrusse sind noch so klein, die trag ich ohne jedwedes problem selber. aber 4 von 5 kamelien und 2 passiflorae wohnen in 2 gemeinschaftsbehältern, die müssen also vereinzelt werden. mal sehen, wie ich das anstelle. und bis dahin MUSS der gatte den als kaltraum gedachten raum aufgeräumt haben. sonst muss ich ihm die blümchen auf/in sein bastelzeug stellen. das würden wir vermutlich beide eher minder spaßig finden.

eigentlich wollte ich bei meinen lieblingsgärtnereien noch jeweils einen mittleren großeinkauf starten. aber so richtig lust habe ich dieses jahr nicht, mir noch mal eine so große gartensession überzuhelfen. also werde ich mir überhaupt erst einmal ansehen, was in der zweiten saison aus tulpen, ranunkeln, freesien und co wird - denn längst nicht alle trugen das label "eignen sich zum verwildern". und ich weiß auch noch nicht, wer von den pflanz-schaften nun ein- und wer zwei- oder mehrjährig ist. im zweifel trage ich in der kommenden saison das geld dann halt zur blumenfreundin bzw. in den gartenabschnitt des hiesigen baumarktes.

#546 - kopfschüttelnd ab oder so.

klingelt vorhin der hermes-bote bei uns, er hat ein päckchen für mich. so weit nix ungewöhnliches. den mann kenne ich nicht, obwohl ich bereits eine MENGE paketdienst-mitarbeiter gesehen habe (kunststück, wenn man ungefähr alles außer nahrungsmitteln beim versand bestellt, aber das ist ein anderes thema).
jedenfalls spricht er mich korrekt mit meinem namen an, gibt mir mein päckchen, ich quittiere das - und dann der heuler: meint er so zu mir, also bisher habe es hier ja nur (name des mannes einsetzen) gegeben. ich sag zu ihm, ja, das stimme schon, das war zu zeiten der exfrau. innerlich runzle ich die stirn, wtf?!
ich schließe die tür  mit dem gedanken, dass das ja praktisch fast gestern noch so war - ich wohne ja „erst“ seit 2006 hier ...

*kopf>tisch*

2014-10-29

#545 — mulier sidet et gaudet.

sprachkenntnisse, der zugehörige theoretische unterbau und eine solide uni-ausbildung sind was großartiges! ich habe soeben die information bekommen, dass mein sehr geliebter neuer terminologenjob im kommenden jahr mit zwanzig stunden pro woche weitergeht.

ich sitze am schreibtisch und freu mich wie bekloppt :D

2014-10-27

#544 - gruß aus der vergangenheit

am we war ich zum klassentreffen nach 20 jahren in der alten heimat. also nicht hauptsächlich deswegen, sondern hauptsächlich, um meine freundin dee und mann im neuen domizil zu besuchen. dass an dem we nun ebenfalls das klassentreffen stattfand, war eine begleiterscheinung, und hätte ich nur auf mein bauchgefühl gehört, wäre ich nicht hingegangen. (und hätte was verpasst, ei der daus.)
die anreise gestaltete sich unterhaltsam anders als sonst: normalerweise mach ich das rechte bein lang und seh zu, dass ich so schnell wie möglich am zielort ankomme. diesmal durfte ich jedoch nicht vor einer bestimmten uhrzeit ankommen. ich hatte aber wegen der langen strecke (>450 km) keine ahnung, wie lange es dauern würde und wollte ebenfalls nur ungern mitternächtens ankommen. also abreise gegen 15:30 und tempomat auf max. 150. in der kasseler gegend war es mal kurz richtig voll, und dann auf dem letzten stück, der a1 hinter dortmund, ebenfalls. da waren 100 km/h schon das schnellste. in summe habe ich brutto (inkl. kaffeepause) 4:45 gebraucht. das ist - verglichen mit den mindestens 5 stunden früher über die alte strecke - rasend fix. und überraschend spritsparsam: 8,2 liter im schnitt. da war ich platt!
der abend verlief höchst angenehm bei einem sehr guten essen und ebenso guten gesprächen. es ist erstaunlich: ich sehe die beiden höchstens einmal im jahr, und trotzdem brauchen wir keine anlaufzeit, um sofort wieder miteinander warm zu sein. das ist toll.

am sa.-abend fand dann das klassentreffen statt. das wetter war so richtig r.-typisch: unangenehm nasskalt mit feinem nieselregen auf der hinfahrt und dichtem nebel auf der rückfahrt. bäh! auch die stadt zeigte sich von ihrer allertypischsten seite. die war ja schon damals nicht gerade eine schönheit. heute nun darf man sie durchaus ein mausetotes drecksnest nennen. alter falter, was ein abgeranztes kaff! lustigerweise fanden das exakt alle ehemaligen klassenkameraden/-innen, mit denen ich redete. selbst die, die dort noch familie und die stadt insgesamt in weniger schlechter erinnerung haben als ich. erstaunlich ist das aber nicht: die stadt lebte seinerzeit von der metallverarbeitung und werkzeugherstellung. viele mittelständler haben die letzten beiden jahrzehnte mit den krisen nicht gut oder gar nicht verkraftet - und das sieht man der stadt halt an.

das treffen selber war für mich eine totale überraschung. etwa die hälfte der jahrgangsstufe war gekommen - und fast alle hatten sich ganz nennenswert zu ihrem vorteil verändert. war das 10-jährige treffen noch von schwanzvergleichen, lästereien und ressentiments (naTÜRlich auch von meiner seite) geprägt, waren die leute (mich eingeschlossen) diesmal fast alle total tiefenentspannt. unglaublich. viele sind eltern, die meisten von ihnen mindestens zweifach, die reaktionen auf kinderlosigkeit waren ebenfalls total entspannt. ich unterhielt mich lustig und angeregt mit sehr vielen, war ganz platt, dass ich so viele sofort wiedererkannt habe (wir haben uns immerhin 10 jahre nicht gesehen) und hatte in der summe eine menge zu lachen und VIEL spaß!
zwei oder drei der mitschüler habe ich nicht gleich erkannt. die zwei lautesten mädels beschallen nach wie vor mühelos fußballstadien, der bezirksbesamer (dank an kittykoma für den grandiosen begriff!) ist sich selbst treu geblieben, das arschloch auch, aber anders als beim letzten mal war es diesmal unglaublich amüsant.
ich denke, ich werde einigen mailen. und selbst wenn man nur ein- oder zweimal voneinander hört oder der kontakt gleich wieder einschläft: macht nix. diesmal freue ich mich über die gute zeit und kann zu dem großen haufen unangenehmer erinnerungen eine große ladung schöner dazu tun.

sogar den damaligen jahrgangsstufenleiter (mittlerweile seit einigen jahren im ruhestand) verschlug es durch einen zufall in „unsere“ kneipe. das war sehr nett! immerhin war er an meiner berufswahl nicht ganz unschuldig: ich hatte bei ihm französischunterricht, und der war gar nicht so schlecht. zwar nicht meine lieblingssessions, aber durchaus ok. der mann war ein fairer lehrer und nahbar.
einen noch deutlich größeren anteil hat eine gar garstige schnepfe - weil sie mir sinngemäß sagte, ich sei für ihren kurs und eigentlich auch für „ihr“ elitegymnasium (haha ...) zu dämlich. das hat sie nur wenig verbrämt. die hat in mir ehrgeiz und kampfgeist geweckt. beides habe ich in r. dringender gebraucht als sprachkenntnisse - und beides nutzt mir auch heute noch. aber die schnepfe muss ich nicht unbedingt wiedersehen, um mich zu bedanken.

leider war das schöne we am so. nach dem spätstück schon wieder vorbei ... mit dee und ihrem mann hätte ich gern mehr zeit gehabt. aber so ist es ja ungefähr meistens - und schön, dass man lieber noch länger bleiben möchte; allemal besser als den moment der abreise herbeizusehnen.
die rückfahrt war dann ein ganzes ende schneller als die hinreise, weil der verkehr flüssig war - und die kaffeepause kurz. knapp 4 stunden brutto. find ich okay. verbrauch diesmal: 8,6 l/100 km. auch sehr okay.

mitgebracht habe ich mir neben einer ladung schöner erinnerungen einen schnuppen und kopfweh - die beiden letztgenannten sind das einzige, auf das ich gern verzichtet hätte.

2014-10-20

#543 - der neue job.

anstrengend ist er. ohne zweifel. aber er macht einen riesenspaß.
der neue terminologenjob ist genau das, was ich schon seit ewigen zeiten machen wollte. die kollegen sind sehr nett und vor allem sehr hilfsbereit, die chefin dito. außerdem ist sie nahbar. und nicht zuletzt scheint das, was ich mache, gut zu sein und besser zu werden.
das freut mich sehr!
dass es anstrengend würde, war mir vorher klar. allerdings war ich schon etwas perplex darüber, dass sich die mehrmonatige auszeit doch erheblich bemerkbar machte, was belastbarkeit und konzentrationsfähigkeit angeht. ich habe bis jetzt-grade gebraucht, um zu wenigstens halbwegs brauchbaren stundenzahlen zu kommen. so um die 5-6 stunden hoch konzentriert arbeiten, das schlaucht mich wie nix gutes! aber training hilft, wie man sieht.
erfreulich ist auch: die schlechten, schleppenden tage werden immer weniger.
in den ersten wochen gab es gute tage, an denen es richtig "fluppte". die benennungen und bezeichnungen waren klar, es gab keine fallstricke, oder ich fand selbige fix, die arbeit ging leicht von der hand, und am ende eines arbeitstages konnte ich auf eine brauchbare anzahl von einträgen gucken.
an solche tage schloss sich dann praktisch immer ein mieser tag an, an dem es gar nicht lief. jeder eintrag entpuppte sich als garstigkeit, ich fand keine passenden unterlagen zu meiner recherche, das allwissende internetz spuckte müll in großen mengen aus, aber nicht das, was ich suchte oder brauchte, technische schwierigkeiten mit der remoteverbindung machten das arbeiten zu einer schleppenden angelegenheit, der output war entsprechend lausig und die kollegen konnten mir auch nicht helfen.
das hielt mich dann die darauf folgende nacht wach. worauf mich prompt gedanken befielen wie der, dass ich mit so einem lause-output einfach zu teuer wäre und sicher spätestens zum ende meines vertrags rausflöge, und die recherchemittel würde ich nie kapieren (so 'n stuss!), und die chefin würde mich sicher ankacken wegen des schlechten outputs, usw. wodurch ich stundenlang wach lag und insgesamt extrem schlecht schlief.
anderntags brauchte ich dank bleierner müdigkeit erst mal ewig, um ein mensch zu werden, startete spät, wodurch der output eher geringer ausfiel, wodurch ich prompt wieder nächtens grübelte und entsprechend schlecht schlief.
machmal schießt man sich ganz formidabel selber in den fuß ...
jedoch: ich werde zunehmend sicher in der anwendung der recherchetools, wodurch der output steigt. dann habe ich anscheinend jetzt kapiert, dass es keine gute idee ist, sich stundenlang an einträgen festzubeißen, bei denen ich nicht weiterkomme. ich werde dann nur betriebsblind und sehe den wald vor bäumen nicht.
mal pause machen, madame miez bespaßen, das gehirn ausschütteln und danach an einem anderen eintrag weiterwerkeln, das hilft.

so, und pause machen war ein gutes stichwort, ich läute nämlich jetztsofort die abendpause ein.

2014-10-03

#542 - tags sind die neuen stöckchen...?

ein tag (neudeutsch für stöckchen, nehme ich an), aufgesammelt beim san.
ihre fragen gefallen mir, also here goes:

Rule one: Always post the rules
Rule two: Answer the questions the person who tagged you asked and write 11 new ones
Rule three: Tag 11 people and link them to the post Rule four: Actually tell them you tagged them.

  1. Do you have plants in your home?
    lots. in my home and in the garden as well. and on the balcony of my (home) office. basically everywhere.
    during my studies, i took great pride in my „brown thumb“, meaning basically that i was no good at caring for plants. even two or three unlucky cacti died of thirst. (yes, that IS possible.)
    now, i not only own half a greenhouse (including 3 palms, one of 'em HUGE!, several citrus trees, a banana, a pepper vine, an eucalyptus, an elephant's toothbrush, passiflorae, pineapples, and a lot more), but some rather finicky plants are thriving as well. camellia sinensis. i'm impressed with myself, if i may say so.
    my garden has become a source of great pride, too. (see my "blüüüüüüüüüüüümschn!" posts during spring.) today, hubby spent the afternoon on the bike, and i spent it with my bottom towards the sky, hands in the earth. weeding and digging, uprooting 4 wheelbarrows of biomass. and yes, there's still plenty left :)
  2. Did you ever grow something edible yourself?
    i do, actually, right now. came with the whole „garden“ package, i guess.
    btw, right now, i am quite surprised: i planted some funny cucumbers called kiwano waaaay to late in their outdoor place. they didn't budge until late august. i saw some little flowers but didn't think that anything would come out of these. but ... even they have grown 3 fist-sized ... thingies with spikes (fruit? whatever.) tasting like, well, cucumber. lovely!
    other than those, in this year i had or still have:
    * strawberries
    * redcurrants
    * blueberries
    * tiny wild apples (they're edible, though!)
    * pumpkins (or squashes?)
    * tomatos. unfortunately, hubby brought me some plants from his mother, of a variety i wouldn't have bought. concequently, we ended up with lots of quite large but tasteless, fleshy tomatos. harzfeuer won't grow in my garden again! next year, there will be some old varieties again.
    * herbs (thym, rosemary, sage, wormwood, basil, origano, parsley, cilantro)
    * jerusalem artichokes
    next year, there might be even cherries.
  3. What’s your favourite food?
    a porterhouse steak, english-medium. or a flank steak. and pasta. and persian and indian and thai and greek cuisine. sushi. and lamb. and game. and cottage cheese. squash. grilled everything.
    and coffee. (counts as food 'cause during the week, it keeps me alive - and probably those around me as well ;) at least in the mornings.)
  4. Did you collect and press leaves as a kid?
    yes. rather inefficiently. i preferred to read the books i was supposed to press the plants/leaves in ...
  5. How did you like your first job?
    depends on when i am to start. jobs during school were ... umm ... well, okay-ish. i worked in a nursing home (not for those who like to sleep in or those with a weak stomach.), followed by some stints in gastronomy (not my cuppa, either), as a tour guide an a horse farm in brittany (great in and of itself, but with no future), and did some modelling.
    the first job after finishing my diploma was in a small translation agency, with very nice colleagues. i liked it so much i am working as a translator and terminologist again :D
  6. What toppings have to be on a pizza?
    depends on the mood and the hunger. something with meat. and/or cheese. and garlic. garlic is essential. 
  7. What’s a movie you love?
    matrix
    nochnoi dozor
    kill bill (and many of tarantino's movies)
    the breakfast club
    dirty dancing (the original, mind you)
    angel-a
    bienvenue chez les ch'tis
    if i think some more, this list will be endless.
  8. Who was the last person to compliment you?
    my very beloved hubby.
  9. Are your hugging needs being adequately met at the moment?
    absolutely :D this makes me so very happy!
  10. Can you wake up on time without an alarm clock?
    not now. 
  11. Is there anything more adorable than kittens?
    moar kittenz!

2014-09-18

#541 - vermischtes (und lang)

beruflich: der neue job lässt sich gut an. gestern war die zweite schulung, und es lief sehr erfreulich. insgesamt ist der job durchaus eine herausforderung, ich werde in relativ wenig zeit viel über die maschinen zu lernen haben, um die es geht. aber es interessiert mich, auch das drumherum stimmt, die auftraggeberin ist nett und nahbar - alles prächtig in der richtung. schick!

bewegtes leben: der sport kommt derzeit VIEL zu kurz. mist. die krafttrainings-termie stehen zum glück fest im kalender, und da gehe ich auch regelmäßig hin, um mich auszupowern. aber ich komm kaum aufs rad und kann mich an den regentagen auch nur schwer hochmotivieren. das ist schade. denn das _richtige_ dreckswetter kommt erst noch. und dann werde ich es mit sicherheit bedauern, nicht losgezogen zu sein, als es nur etwas nieselte. oder gar schönes wetter war, so wie in den letzten tagen.
tja nun, es ist, wie es ist.

feliden I: fidibus dreimal ist krank. er wirkt angeschlagen, frisst schlecht, ruht viel, die augen sind verklebt. augentropfen kann er aber gar nicht leiden. und mich im moment auch nicht, weil ich sie ihm verabreichen muss. nachher ist tierarzttermin, zum blutabnehmen, und was ist der katz? – unauffindbar. meh.
edit: termin verschoben auf nachmittags. gut!

feliden II: madame miez hat sich gut eingewöhnt. seit sie aber im ganzen haus und im gehege herumlaufen darf, ist sie deutlich weniger auf mich bezogen. *seufz* mal sehen, ob sich das wieder „zu meinen gunsten“ verschieben lässt.
bilder folgen.
großartig ist, dass ich zu einer feliden-spezialistin kontakt bekommen habe, die ich mit meinen fragen zum verhalten von servalen „löchern“ kann. sie zieht derzeit einen jungen servalkater von hand auf und hat aus jahrzehntelanger erfahrung mit servalen sowohl in der wildbahn als auch in menschlicher obhut wahnsinnig viel wissen. das sie erfreulicherweise zu teilen bereit ist.
diverse beobachtungen, die ich bei sternchen gemacht habe, hat sie bestätigt. so z.b., dass stella katzenstreu nicht schätzt. servale verrichten ihr geschäft, durchaus auch zu markierzwecken, bevorzugt auf glatten, eher festen oberflächen. ihre (leidliche) stubenreinheit kann sie durchaus noch ablegen, wenn sie erwachsen wird. meh! auch die weibchen markieren beim serval, teils nachdrücklicher als die kater.
das zusammenleben mit den anderen katern läuft derzeit erfreulich gut. sie wird zwar definitiv keine kuschelfreundschaften mit den jungs eingehen. aber die chance, dass alle relativ friedlich zusammen leben, ist gegeben. gut! trotzdem werden wir die vom veterinäramt geforderten umbauten demnächst in angriff nehmen. die gehegevergrößerung ist sowieso dran, das hätten wir ohnehin gemacht. denn viel platz wird nur getoppt von mehr platz :) die vorhandenen 50 m² sind zwar ausreichend für unsere katzen und einen jungen serval. aber für ein erwachsenes tier wird das dolle knapp. weil sternchen eher bodenbewohnend ist (sie klettert kaum, rennt und springt dafür aber um so mehr).
es werden noch ein paar extras (einzu-)bauen sein, unter anderem eine abtrennmöglichkeit für das gehege, ein wasserbecken oder wasserlauf (servale sind begeisterte wasserplatscher, das habe ich auch bereits beobachtet), und ein beheizbarer innenraum nur für stella. (also quasi wie die innengehege in zoos.) grundsätzlich möchte ich die katzen auch weiterhin gemeinsam halten. aber wenn sie anfängt, die jungs zu verkloppen, oder wenn die von ihr zu sehr gestresst werden, dann werde ich in den sauren apfel beißen und sie separieren müssen. tja nun.
aber bis dahin ist es zum glück noch ein stück.
auch die idee, mit ihr züchten zu wollen, ist komplett und total vom tisch. eine geschlechtsreife servalkatze wird a) unleidlich zu den anderen und b) markiert intensiv. muss ich beides nicht haben. dazu kommen die von katzen bekannten gesundheitlichen folgen: die gefahr für tumore der geschlechtsorgane steigt drastisch, verhaltensänderungen, rolligkeit usw. - alles nicht so superspaßig, wenn man keine längerfristigen züchterambitionen und die entsprechenden räumlichen (und personellen) ressourcen hat. abgesehen davon braucht man für die zucht von exoten nämlich auch eine genehmigung vom veterinäramt (wenn man vorhat, die jungtiere entgeltlich abzugeben). für die ich u.a. einen sachkundenachweis für feliden brauchen würde. der wird aber in deutschland nirgendwo als seminar angeboten. sachkunde für zoohandlungen gibt es. aber darin ist von feliden keine rede. die dame vom vet.-amt machte auch sehr deutlich, dass man dort von exoten-vermehrern ganz und gar unbegeistert ist. und mehr als ein vermehrer wäre ich nicht, da ich genau eine wbl. katze habe und im prinzip dankbar sein müsste, wenn jemand seinen kater der gefahr aussetzt, von madame verkloppt zu werden, ehe er mal ran darf.
für die sachkunde müsste ich schon ein studium der tiermedizin ablegen, meinte die vet.-amts-frau, und dazu hab ich grad n bisschen wenig zeit ...
savannah und serval scheinen grade in mode zu kommen wie es mops und jack russel widerfahren ist. nur ist die haltung von serval und savannah (je mehr serval drin ist, um so mehr) um ein vielfaches aufwendiger als bei katzen. das sagen einem die verkäufer vorher (meist) nicht. auch so „unwichtige kleinigkeiten“ wie die tatsachen, dass servale i.d.r. sehr scheu sind, nicht unbedingt stubenrein bleiben, keine schmusetiere sind, deutlich andere (wesentlich teurere!) futterbedürfnisse haben als hauskatzen, WAHNSINNIG viel platz brauchen, usw. fallen gern hinten runter. oder auch die tatsache, dass savannahs und servale in den meisten bundesländern meldepflichtig sind und in vielen fällen auch haltungs-mindestbedingungen erfüllt werden müssen, deren einhaltung das veterinäramt und/oder die naturschutzbehörden vor ort prüfen. das führt zu bösem erwachen bei ahnungslosen neubesitzern und zu vermeidbarem leid bei den tieren. die informationen im netz sind wenig und widersprüchlich.
fazit: das würde ich gern vermeiden bei tieren, die aus meiner obhut kommen. also bin ich gern ein braver bürger und lass madame demnächst „abklemmen“ a.k.a. kastrieren.

und dann mal wieder neues aus der irrenanstalt.
gestern abend saßen wir zu fünft draußen und grillten, also mein lieber mann und ich, der lütte und el gordito mit freundin em.
beim gespräch ging es unter anderem ums kinderkriegen. das ist ja eh schon nicht so mein lieblingsthema.
zum einen habe ich mich sehr geärgert, als weiblicher nachwuchs (neinnein, nicht von katzen, von menschen!) als „büchse“ bezeichnet wurde. es ist mir scheixxegal, ob das „nicht so gemeint“ ist. es ist abwertend und verletzend. dann wurde das dasein als mädchen/frau wieder mal – wie allgemein üblich, besonders hier aufm dorf – als minderwertige daseinsform bezeichnet. das ist zwar auch nix neues aus der richtung. es gibt halt menschen (weiß, cishet, mit pillemann) und es gibt den (mehr oder weniger) minderwertigen rest. aber da krieg(t)e ich schon nennenswert blutdruck.

ja, und dann kam der klopper des abends. die beobachtung, wie el gordito mit em umgeht. sie war zunächst zu ihrer familie ... ja, was? geflüchtet? ich weiß es nicht ... aber nun ist sie wieder da und wohnt auch wieder mit hier. was zu erwarten war.
nach der aktion von neulich bin ich über etliche artikel zum thema abuse gestolpert (wie es bei mir so ist, wenn ich für ein thema sensibilisiert bin, die scheuklappen sind halt weg). die hier beschriebenen verhaltensweisen der abuser sind eine ziemlich exakte beschreibung von dem, was ich gestern abend beobachtet habe.
das ist für mich auf zwei ebenen verstörend. zum einen erlebe ich mit, wie einer frau in meiner direkten umgebung psychische gewalt angetan wird und wie sie geradezu lehrbuchmäßig darauf reagiert („ich bin halt zu dumm“ – AAAAAAAAAAAARGH!!). und dass sie schaden nimmt. was diese situation mit ihrer kleinen tochter macht, will ich, ehrlich gesagt, am liebsten gar nicht wissen. (*hält sich augen und ohren zu und pfeift laut*)
einerseits möchte ich ihr gern helfen. problem 1: wie mach ich das? denn, problem 2, ich tue mich schwer damit, mich direkt einzumischen. da kollidieren mehrererlei dinge in meiner seele:

  • ich störe mich an einer situation, die mich nicht unmittelbar betrifft
  • ist es nur mein gesträubtes fell als emanze, oder ist es wirklich, also für die betroffene frau, ein problem, dass ihr kerl so mit ihr umgeht, wie er es tut? 
  • i can lead the horse to the water but i can't make hir drink, lies: selbst wenn ich hundertdrölfzig hilfsangebote finde und habe und ihr mundgerecht serviere, machen muss sie es alleine, 
  • und ich bin nicht besonders geduldig in solchen situationen, leider. wenn ich das x.te angebot anschleppe und sie wieder nicht mitmachen möchte, bin ich genervt und gebe irgendwann auf. 

zum anderen habe ich einen abuser in der direkten familie. und der wohnt bei uns und in unserem haus.
ganz ehrlich: ich will diesen psycho menschen nicht um mich haben. ja, ich empfinde ihn zunehmend als gestört, und wenn er auf chemie ist, durchaus auch als bedrohlich.
aber was macht man da?
ein erstes gespräch mit meinem lieben manne gestern abend (war vermutlich extrem schlecht getimed) war eher minder erfolgreich. er sieht das problem nicht.
was mach ich denn nun?

scheixxe.