2015-04-22

#592 - einserpasch im genetischen roulette

was macht eins, wenn es erfährt, dass es bei einem ehepaar im bekanntenkreis zu körperlichen auseinandersetzungen gekommen ist?

dem gehörten zufolge ist die ehefrau nach mehreren wochen aufenthalt bei ihrer geburtsfamilie wieder „nach hause“ gekommen und muss übelster stimmung gewesen sein, so die schilderung. es entspann sich ein heftiger streit, in dessen verlauf sie gewalttätig geworden sein und ihren mann mit tritten (!) und schlägen eingedeckt haben soll. woraufhin er ihr eine geknallt haben muss. so weit die schilderung.

die beiden liegen schon seit ca. anderthalb jahren miteinander im clinch. die scheidung ist auch eingereicht, wird aber derzeit von beiden nicht vorangetrieben. (häh???)

sie wollte einen mann und kind(er?). joah, arbeiten wäre schon auch okay, man käme ja sonst gar nicht raus (diese bemerkung machte sie mir gegenüber), aber eigentlich wäre die familie mehr so ihrs. ihre ausbildung wird hier nicht anerkannt, sodass die verfügbaren jobs weder spaß noch reich machen.
sie hat eine eigene, eingerichtete wohnung (die er auch brav finanziert), in der sie sich aber nicht aufhält. (noch mehr häh???) stattdessen ist sie in der vormals-ehelichen whg. anzutreffen, bei dem mann, der nach ihren schilderungen für ihr gesamtes unglück verantwortlich ist.
das gemeinsame kind (müsste etwa 2 sein) nutzt sie als waffe: „gib es her, du kannst das nicht!“ und „nein, du darfst nicht allein mit dem kind spazierengehen!“ vs. „NIE kümmerst du dich um DEIN!!! kind!“ sie macht ihm endlose vorwürfe. über alles.
vermutlich hätte er sie in einer glaskutsche mit vier apfelschimmeln in sein schloss fahren können - sie hätte sich über die falsche farbe des marmors bitterlich beklagt, „nichts macht er, damit ich glücklich bin!“
er hat sich das mit dem verheiratetsein auch nicht so vorgestellt. er hatte auf eine schöne, häusliche, arbeitsame frau spekuliert, die ihr eigenes geld verdient, ihn stets bewundert, zu ihm aufschaut, die wohnung und zu gebärende kinder adrett hält und ihn bekocht (und optimalerweise dazu ihr eigenes geld einsetzt).
nun tut sie gar nix von all dem. (die 50er haben ihn auch bereits mehrmals angerufen und wollen ihr familienbild zurück. *hust*)

im grund gehen mich die beiden nichts an. sie sind beide erwachsen und sollten selber in der lage sein, über ihr tun zu entscheiden. aber dass es nun zu gewalttätigkeiten gekommen ist, beunruhigt mich sehr. sollte ich mich einmischen oder engagieren? wenn ja, wie und womit? ich will für keinen der beiden partei ergreifen, weil ich finde, sie haben die situation beide zu exakt gleichen teilen verursacht. aber einfach nichts tun, die drei affen geben, wegsehen, weghören, nichts sagen? behagt mir gar nicht.

es ist schwierig.

#591 - tage wie dieser ...

der heutige tag startete um 06:05 (nullsechsnullfünf ...-_-) mit einem anruf aus des mannes firma: der uralt-server war mal wieder abgeschmiert. von den angestellten sah sich keiner in der lage, das teil neu zu starten. (im prinzip ok, wenn sie, weil ahnungslos, nix falsch machen wollen.) aber: das hieß für mich kaltstart. was ich hasse wie die pest.
20 nach 6 kniete ich im serverraum (nicht mal die rachitische entschuldigung für einen „stuhl“ steht noch da, ich lag also buchstäblich auf den knien vor dem server) und rebootete den ururgroßvater. dreiviertel 7 lief dann alles wieder planmäßig, hurrah! *gääähn* um den nicht gestarteten dienst muss sich der haupt-IT-man kümmern, weil ich nicht weiß und auch nicht am lebenden objekt ergründen wollte, was das ist.

vorhin, beim frühstück, habe ich zum ich-weiß-nicht-wieviel-hundertdrölfzigsten mal dem mann gesagt, dass er mit dieser hornalten krücke seine wirtschaftliche existenz gefährdet. das teil wird eines nicht mehr fernen tages endgültig abschmieren. dass es das noch nicht getan hat, ist tatsächlich ein kleines wunder (wofür, btw, andere leute vor dem server auf die knie gehen müssten).
ob das unternehmen es sich leisten kann, dann mehrere tage ohne seine haupt-anwendungen und datenbanken und trallala dazustehen ...? anscheinend können sie, wer weiß das schon.

ich kann dazu auch was, nämlich den kopf schütteln.

für mein freiberufler-dasein bin ich sehr dankbar. dadurch konnte ich mich nach dieser session noch mal anderthalb stunden hinlegen. der fehlende schlaf hätte mir den heutigen tag sonst arbeitsmäßig total zerschossen. ich fühle mich nach solchen aktionen wie betrunken/schwer verkatert, mit watte im hirn und unfähig, gradeaus zu denken.
was sich ziemlich blöd macht, wenn man für einen wirklich wichtigen kunden sinnvolle dinge erdenken und eine datenbank damit füttern muss.

das empfinde ich ja auch als eine frechheit: zu (für mich) nachtschlafener zeit den server retten darf ich. aber einen quasi-nacht-zuschlag darf ich nicht berechnen (mache es aber trotzdem). dass mir so ein start meinen arbeitstag komplett killen kann, interessiert nur am rand. auch darüber werde ich nachher noch mal mit meinem lieben mann reden müssen.


2015-04-21

#590 - block the unders ...

sagt jackson galaxy und meint damit die bereiche unter möbeln und dergleichen, unter denen sich katzen a) gern verstecken oder b) diversestes zeugs verkramen. der mann spricht weise (nicht nur da, btw, er ist ein grandioser katzenflüsterer).

gestern kehrte ich unter dem großen schrank in meinem büro folgendes hervor:

1 völlig vertrocknetes küken
1 völlig vertrocknete maus
2 bällchen
2 völlig vertrocknete wachtelköpfe
mehrere wachtelflügel

immerhin findet madame das wiedergefundene spielzeug großartig. sie spielt sofort und angeregt insgesamt fast eine stunde mit dem küken und möchte auch den gesamten rest sofort wiederhaben. abends ist das küken natürlich wieder verschwunden (unter dem schrank, wo sonst).

wie dort immer wieder tiere so lange liegenbleiben, dass sie völlig vertrocknen können, ist mir unklar.
ich kehre alle 2-3 tage unter dem schrank (derzeit eher 2 als 3) - eben weil ich weiß, dass da auch gern mal futter hin-verspielt wird und liegen bleibt. trotzdem finde ich immer wieder diese mumifizierten leichen.

bäh!!

(wobei müffelndes futter noch schlimmer ist, zugegeben. auch das hatte ich schon mal, das war der auslöser fürs regelmäßige unter-dem-schrank-putzen.)

wenn mir der tischler meinen neuen schreibtisch bringt, werde ich ihn auch gleich bitten, mir für diesen bereich eine passende absperrung zu bauen.


2015-04-13

#589 – wochenendliches

das wochenende war grandios. der schnuggeliche und ich haben die überdachung für das katzengehege fertiggemacht. also das dach mit transparenten acrylplatten gedeckt, die seiten vergittert und das ganze mit sitz-, liege- und laufbrettern und verbindungen, dings und zeuch eingerichtet. ein paar dicke stämme wurden als sitzgelegenheit in der mitte des geheges hingestellt. die haben wir mit einigen korkeichen-stämmen mit den brettern verbunden und auch einige der bretter selber. so haben wir einen richtig schönen kitty-highway inkl. der nötigen auf- und abfahrten, dazu eine hängematte – und jede menge was zu gucken :D

am sa. habe ich tatsächlich alle (!) beete unkrautfrei bekommen – meine herren, da tat mir hinterher ordentlich der rücken weh! auch die mohnsamen sind gestern an die gewünschten stellen gekommen. darauf habe ich mich ja schon seit wochen gefreut.
das minigewächshaus ist eingerichtet und bepflanzt. nun überlege ich nur, ob ich es nicht doch erst einmal in mein büro hineinhole. draußen ist es doch noch recht frisch, und meine sämereien möchten eigentlich alle eine keimtemperatur über 15 °C. hmmm. ich überlege noch.
die kamelien stehen wieder draußen, dito die passionsblume. die hatte im winterquartier bereits im januar wieder auszutreiben begonnen. den ganzen blassgrün-mickerigen krempel habe ich gestern weitgehend zurückgestutzt und die dame an einen geschützten, sonnigen fleck gestellt.

das zyperngras und die letzte kamelie kommen heute auf meinen balkon.

ich freue mich riesig.

als i-tüpfelchen haben der schnuggeliche und ich gestern abend als letzten akt noch die sitzecke komplett aufgeräumt und sauber gemacht.

als belohnung gab es die erste grillsession des jahres komplett draußen. unterm heizpilz war es urgemütlich, und die erweiterung des katzengeheges fungierte als fernseher: wir kamen vor gucken kaum zum essen :D

bilder folgen, wenn der dropbox-upload sich mal ausgetrödelt hat.
edit: bilder.
noch n edit: irgendwas funktioniert nicht. bilder kommen später ...
edit nulldrei: aber jetze!

das oeuvre insgesamt ... 

und detail mit hübscher miezendame. 

#588 – oh heiliger sankt florian ...

den automotive-job habe ich nicht bekommen. als ausgebildeter profi mit wohnsitz im zielsprachenland, ahnung vom benötigten bereich und von der zielsprachlichen kultur (grade auch im zielsprachlichen bereich) bin ich vermutlich mal wieder zu teuer.
ich weiß es mittlerweile sicher. die projektmanagerin hätte mich gern genommen. nur halt: der preis, der preis. für das, was die mir bieten, kann und will ich nicht übersetzen. (und da habe ich schon den agenturpreis angesetzt. heißt: der preis für endkunden liegt noch ein ende darüber.) 

hrgnnn.
ein bekanntes phänomen, trotzdem ärgerlich.

es ist nicht so, dass ich deswegen nun am hungertuche nagen müsste. aber ich finde es durchaus ärgerlich. es wird allerorten über fehlende fachleute gejammert. für den ehrlichen klartext fehlt aber praktisch immer ein ganz wichtiges wörtchen. das wörtchen „billig“.

nun frage ich mich, wie das gehen soll.

wo genau sollen die profis auf ihrem feld herkommen? ist egal? also aus asien oder afrika, as usual? schön. das nennt sich globalisierung, stupid. deal with it.

nur: wie genau machen die das mit der erforderlichen sprach-, sach- und kulturkompetenz?

ich weiß, dass die sprachausbildung an vielen lehreinrichtungen der welt durchaus was taugt. sehr sogar. aber ich weiß auch, dass dir selbst das schönste goethe-deutsch beim übersetzen einer modernen betriebsanleitung nicht viel nützt.
selbst erlebt, btw. also als mithörende. betreffende person sprach ein ziemlich makelloses deutsch des 19. jahrhunderts. war aber nicht in der lage, in einem geschäft das gewünschte produkt zu erstehen. da kann eins sich jetzt seinen reim drauf machen.

dann: nicht in die eigene muttersprache zu übersetzen ist nicht übermäßig clever. weil der (muttersprachliche) leser der übersetzung das merkt. klar bekomme ich nach einigem nachdenken heraus, was mit „stuhl nur einmal pro person benützen“ gemeint sein könnte - bitte nicht überlasten, z.b. indem sich mehr als eine person draufsetzt. auffällig ist es aber schon. und der leser schüttelt den kopf und flucht (innerlich oder auch laut) über diese bescheuerten übersetzer.

nett wäre, nebenbei bemerkt, auch eine übersetzung, die den auftraggeber nicht mit einem bein in den knast bringt, stichwort: produkthaftung. dabei sind korrektheit und verständlichkeit eine ganz feine sache. und es hilft auch hier wieder enorm, die zielkultur zu kennen. indem man zum beispiel in derselbigen lebt und also adäquat und angemessen zu texten in der lage ist.
oder – hallo, fachkunde! – weiß, dass eine technische zeichnung nach iso und eine nach amerikanischem standard von anderen bezugspunkten ausgehen. es sind also links und rechts „vertauscht“, dito oben und unten.

weiterhin und siehe oben: ein bisschen sachkenntnis im jeweiligen „jagdgebiet“ wär' auch nicht von nachteil.
nur: wo soll eins die erwerben, wenn nicht durch zeitaufwändige (und i.d.r. teure) ausbildungen/schulungen? die, am rande, auch irgendwie wieder refinanziert werden müssen, wenigstens für den eigenen lebensunterhalt. sinnvollerweise inklusive eines spar- und vorsorgezuschlags, damit frau dann netterweise wenigstens eine rente knapp oberhalb des existenzminimums vorweisen kann. (von der marmelade aufs brot mal nicht zu reden. was das angeht, bin ich sehr, sehr privilegiert.)

es ist unerfreulich.

und nein, google translate und linguee liefern keine im beruflichen kontext brauchbaren übersetzungen.

in diesen kontext passt die unterhaltung mit einer freundin, die ich kürzlich führte. sie arbeitet eigentlich in einem ganz anderen bereich. aber „zur deckung der laufenden kosten“ übersetzt sie auch. zu einem kurs, der den stundensatz der profis um ein bis zwei welten unterbietet und etwa auf dem niveau der anbieter „aus afri- od' ameriko“ liegt.

diese kurzsichtigkeit ärgert mich sehr.

qualitativ mag das gut sein, ich weiß es nicht. ihre ausbildung lässt es vermuten.
um jedoch einen wenigstens einigermaßen brauchbaren stundensatz zu erzielen, müsste sie einen output liefern, der ... nun ja, sportlich-hoch angesetzt ist. (wenn ich mal davon ausgehe, was wir profis soliderweise produzieren.) auch das mag funktionieren, die texte seien sehr einfach, sagt sie. nun denn.
was ich aber wirklich unerfreulich finde (das schleicht mir auch nach): dass jemand, der in seiner eigenen fachrichtung mit exakt demselben problem kämpft, identischen unsinn anderswo reproduziert. daher der titel des eintrags: „oh heiliger sankt florian, verschon mein haus, zünd andre an.“

ich verstehe den beweggrund, lieber irgendwo schlecht bezahlt was runterzureißen, um wenigstens die lebenshaltungskosten abzudecken. keine frage. wie sich armut anfühlt, weiß ich aus erster hand. aber sehenden auges genau dasselbe anderen auch überzuhelfen – ich weiß nicht.

nun ratlos zurück an die terminologie.

2015-04-09

#587 - sie ist weg ...

das fighterchen ist im neuen zuhause. *seufz*

die neue besitzerin war superpünktlich und überglücklich, sie strahlte von ohr zu ohr. ich wünsche ihr viele tausend kilometer fahrspaß - allzeit unfallfrei und mit genau so viel begeisterung wie ich sie hatte.

heute vormittag war sie bereits umgemeldet (also das mopped), am we wollen die S. und ihr mann die erste tour fahren. ich freue mich für die beiden. und bin trotzdem ein bisschen (mittelheftig) traurig.

fare thee well, kleiner fighter. war richtig schön mit dir.

2015-04-07

#586 - das ende einer ära

morgen nachmittag um fünf ist es soweit. mein kleines fellfighter-baby kommt zu seiner neuen besitzerin. ich hänge sie nachher noch ans ladegerät (die maschine, nicht die neue besitzerin) und starte sie. papiere rauslegen, alle eintragungen (das ist ein ganz schöner stapel!), den ersatzplüsch, wenn s. den haben möchte, und mal nachsehen, was ich noch an ersatzteilen da habe. viel dürfte es nicht mehr sein.
ein bisschen ist mir das herz schon schwer deswegen. gut, ich gebe zu, mehr als ein bisschen. andererseits freue ich mich sehr, dass das baby in gute hände kommt. das war mir extrem wichtig. ansonsten hätte ich sie wahrscheinlich dieser tage stillgelegt und immer mal in der garage gestreichelt.
ich bin im vorletzten jahr insgesamt 150 km gefahren, nicht einmal den tank leergemacht. letztes jahr keinen meter. null.

hätte ich wieder mehr fahren wollen, wäre in dieser saison neues equipment nötig gewesen. jacke und hose, sinnvollerweise je ein dicker und ein dünner satz, neue stiefel und – je nach hersteller der bekleidung – auch ein oder zwei sätze ordentliche protektoren. so richtig konnte ich mich dafür nicht begeistern.

jedenfalls endet damit (fürs erste?) mein motorradfahrendes dasein.

fühlt sich schon seltsam an.