2015-06-23

#606 - schlaflos

die erste woche der „brandbekämpfung“ in des ehemanns firma ist rum. am sa. habe ich durchgearbeitet und bin trotzdem nicht so weit gekommen wie geplant. am so. musste ich zwangspausieren, weil ich so schlecht geschlafen hatte, dass ich nicht mal gradeaus zu denken in der lage war. von konzentriertem arbeiten ganz zu schweigen.
gestern waren dann eine 11-stunden-session und ein angsttelefonat dran. das telefonat immerhin war wesentlich erfreulicher als befürchtet, einen teil der brände (die kleinen) darf ich als gelöscht betrachten (da war der lange samstag trotz fehlender zahlenschubserei doch erfolgreich). bis zum do. muss ich zwei der drei größten brände (RIESIGE bilanztabellen mit stark differierenden zahlen für ein- und ausgang) so erklären, dass die vorgänge in der firma plausibel werden.

am do. dräut ein canossaamtsgang, zu dem termin müssen die tabellen stehen.

meine terminologie fällt grade etwas hinten runter, ich bin platt wie ne sportmütze, schlafe schlecht und habe jetzt schon dauer-magenschmerzen.

brand drei, der größte, steht noch aus: eine erweiterung einer genehmigung (immerhin kein so irrer klopper wie das letzte mal), und der kollege wird noch eine weile außer gefecht sein.
was ich grade dringend brauche.

ich werde drei sehr, sehr große kreuze (und vermutlich ne woche urlaub) machen, wenn das durch ist.

2015-06-16

#605 - in guten wie in schlechten tagen

es ist entschieden. ich werde dem liebsten ehemann der welt helfen. trotz aller gründe dagegen, trotz meiner bauchschmerzen, trotz der tatsache, dass mir - buchstäblich - schlecht ist bei dem gedanken daran, worauf ich mich da eingelassen habe.

versprochen ist versprochen: „in guten wie in schlechten tagen“.

darauf ein nachdrückliches „prosit!“ - denn das heißt übersetzt: es möge nützen.

nun denn.
in anderthalb stunden geht es los.

wünscht mir glück, ich werde es brauchen.

2015-06-04

#604 - ge- und wissensfrage

soll ich den job wirklich annehmen und machen?

bei dem / für den alten auftraggeber, der so lausig zahlt?
eine behördennummer, änderungsantrag nach paragraph schlagmichtot, einschließlich endloser kommunikation mit dem einen behördenheini, den ich so gar nicht abkann?
dazu die ansage, es habe sich ja in den letzten 5 jahren nix geändert in der firma?

wenn die fakten so liegen, ist die antwort ganz klar ein NEIN (gefolgt von mehr oder weniger offenem kopfschütteln und tippen an die stirn).

aber jetzt der fakt, der die entscheidung ganz schwer macht:

mein lieber ehemann braucht dringend jemanden, der/die das macht und es schon mal gemacht hat.
der neue kann es noch nicht (oder traut sich nicht, auch möglich). (oder er ist nicht hundertprozentig loyal, das könnte auch sein. ist aber reine spekulation.)
und das amt war bereits da und hat ihm die pistole auf die brust gesetzt.

sage ich nein, bringe ich ihn in wirklich große schwierigkeiten.
sage ich ja, wird es mir wochenlang den schlaf rauben und wahrscheinlich nicht in diesem jahr bezahlt.

eine sauschwere entscheidung.

#603 - kätt kontent

gestern am frühen abend rief mich des ehemanns älterer sohn (ab jetzt „der r.“) an, hörbar durch den wind, und wollte wissen, wie man kleine katzen halten müsse, damit sie tränken.
ach. du. scheiße.

ich weiß, dass die mieze der beiden vor knapp 3 wochen 4 kätzchen bekommen hatte, und zog die richtigen schlüsse. sissi war in einem regenfass ertrunken, und die 4 minis mussten nun dringend versorgt werden.

also packte ich flugs eine tasche mit ziegenmilchpulver (das mögen unsere plüschs alle gern), einem weichen fläschchen mit sauger und einem bisschen kleinkram, sprang zusammen mit dem liebsten, besten ehemann ins auto und reiste zu den beiden.

die m und der r waren völlig aufgelöst von dem verlust (kein wunder). die 4 minimiezen saßen in einem großen karton und piepsten durchdringend. ein geräusch, das jedem katzenfan das herz auf links dreht und dann mit einem hammer draufschlägt.
ich simulierte gelassenheit, bereitete flugs ziegenmilch in doppelter konzentration vor und griff mir den am schwächsten aussehenden piepser. der schrie daraufhin noch durchdringender und wollte von der flasche rein gar nichts wissen.
ruhig bleiben, redete ich mir gut zu, das wird, ruhig bleiben!, ließ mir ein zweites kätzchen geben und wiederholte den versuch.
die zweite miezperson beruhigte nr. 1 sofort, das piepsen hörte auf und wurde zu den kleinen miauchen, die so kleine katzen eben von sich geben. nr. 2 fand den geruch der flasche interessant, ich steckte ihm den sauger ins mäulchen - und er dockte GIERIG!! an :D erster erfolg, hurra!! es konnte ihm gar nicht schnell genug gehen, und er schleckte gierig auch die tropfen aus meiner handfläche auf. den trick, aus einer schale zu trinken, mussten wir ihm also nicht erst beibringen. große erleichterung allseits.
parallel dazu kümmerte sich die m. um nr. 3 und 4, die zunächst mal auch nicht an ihr fläschchen (so ein festes plexiteil, aus dem man nur sehr schlecht mal ein tröpfchen rausdrücken kann) wollten. anscheinend war der sauger ihnen nix. ein flaches schälchen mit milch fanden sie dann aber doch auch interessant. ich reichte mein fläschchen an die m. weiter, und kurz darauf saugte auch nr. 3 eifrig. na, dachte ich beruhigter, die beiden anderen kommen auch noch.

nach einer dreiviertelstunde war es soweit. alle 4 hatten etwas getrunken, waren wieder deutlich lebendiger, und das herzzerfetzende schreien hatte auch aufgehört.

was waren wir alle erleichtert!!

heute vormittag waren der r und die m hier und berichteten, dass die nacht zwar kurz, aber gut gewesen sei: alle 4 kätzchen tranken weiterhin. heute früh haben sie sie zu einem tierarzt in ein nachbardorf gebracht, der jede saison mutterlose kätzchen aufzieht und sie dann vermittelt. der war zufrieden mit dem gesundheitszustand der kleinen und kümmert sich ab jetzt.

der m und dem r wäre es sehr schwergefallen, die kleinen kerlchen alle 4 stunden zu versorgen, sich um die 2-jährige tochter und den jungen hund zu kümmern und - für den r. - "nebenbei" noch arbeiten zu gehen. daher finde ich es grandios, dass sie die kleinen in erfahrene hände gegeben haben. sie werden dann von den kleinen 2 übernehmen, als nachfolge für sissi.

ich freue mich.

2015-06-03

#602 - das alte leiden

soll ich euch mal was toTAL überraschendes verraten? der alte auftraggeber zahlt immer noch schlecht. watt ne überraschung, ich sach es euch!

*schlägt mehrfach beherzt ihren kopf auf die neue, eichene tischplatte*

es gab drei jobs. davon fielen zwei in mein übersetzungs-gebiet, allerdings aus sprachen, die ich nicht beherrsche. der dritte job war eine webdesign-sache, bei der ich die schnittstelle zwischen ag und den designern mache. weil es beim ag zu unkoordiniert zugeht, was so neumodisches neuland-zeugs wie wäppdisein und co. angeht. also wurde ich gebeten, mich darum zu kümmern. was ich auch tat, unter der bedingung, die re. dann alle gleich bar ausgezahlt zu bekommen. jaja, kein thema.
dann verging ein bisschen zeit (während der kein startschuss kam).
dann musste plötzlich alles ganzganz fix gehen.

und nun?
nun sind die jobs erledigt und an den besteller-cum-alt-auftraggeber weitergegeben. das wäpp wäppt, die übersetzten verträge sind unterschrieben. die erledigenden (übersetzerinnen und webdsigner) haben ihr geld bereits seit geraumer weile. alles gut auf jener seite des finanzgrabens. ich allerdings, ich habe meine re. vor 4 wochen gestellt und pünktliche zahlung versprochen bekommen. barzahlung ginge grade nicht, weil, wegen, yadda, yadda. hab ich gesagt, na gut, wenn ihr es mir versprecht. jaja, wir versprechen es.

ätschebätsche, biste wiede reingefallen, dummes hühnerschreck-huhn!

mal sehen, ob und ggf. wann ich es lerne.

*geht weiter ihren kopf auf die tischplatte hauen*

„lustigkeit“ am rande: in meiner familie gibt es folgendes bonmot: „ja, ich verspreche es und halte es dann wieder nicht.“ gebracht hat diesen spruch ein cousin, damals im vorschulalter. den sollte ich mal an den auftraggeber weiterleiten ... 

2015-06-01

#601 - wochenendlich-vermischtes

das wochenende begann gleich mal nervig mit einem anruf aus der firma des liebsten, der server liefe mal wieder nicht. die anrufende kollegin ist mit einem quasi-stentor-organ gesegnet. heißt, mich riss die dame mit ihrem gebrüll auch gleich mal aus dem tiefschlaf. samstag morgens um sieben. das goutiere ich ja in allerhöchstem maße. (nicht.)
zunächst war der it-techie nicht zu erreichen, ich machte mich also schon mal startklar. der liebste telefonierte währenddessen weiter. als ich 7:20 mit meinem kaffee hinsetzte, rief der techie doch zurück, sodass wir nicht losziehen mussten. der erholung hat es trotzdem nennenswert geschadet, der liebste lief den ganzen sonnabend rum wie falschgeld, und auch ich fühlte mich, als hätte man mich mit einer bratpfanne (tendenziell eher le creuset als fissler) frisiert. meh!

einen guten teil des tages verbrachte ich dann mal wieder gärtnernd, diesmal beim väterchen. seine pflanzen wurden fast alle umgetopft bzw. bekamen wenigstens frisches substrat. am ende waren 60 l blumenerde-blähton-gemisch alle und ich hübsch platt.
auf die ergebnisse bin ich neugierig.

am sa.-abend gab es nach der heimkunft statt beine hochlegen eine unschöne überraschung inkl. ungeplantem exkurs zur tierklinik. unser klein-napoleon hatte ein dickes auge und wirkte sichtlich angeschlagen. und dick meinte richtig dick. es war zu einem schlitz zugeschwollen und tränte sehr. auf dem weg zur klinik meckerte er nicht mal. glücklicherweise war das untersuchungsergebnis einerseits eher erfreulich: keine verletzung. andererseits muss er augentropfen bekommen, optimalerweise vier bis sechs mal am tag. und er findet die eingabe RICHTIG mistig. gestern ging es immerhin mit des liebsten hilfe einigermaßen.
immerhin war das auge gestern bereits wieder abgeschwollen. er kneift das auge aber immer noch zu und macht insgesamt keinen ganz fitten eindruck.
ich werde froh sein, wenn ich dem kater heute bis mittwoch zwei mal am tag die tröpfchen verabreicht bekomme, da mein lieber liebster nicht zuhause ist und mir folglich nicht helfen kann.

die positive erkenntnis des abends: mein eindruck von der klinik ist sehr positiv. nettes personal, sehr freundlicher bau, viele gute parkmöglichkeiten, extrem fortschrittliche ausstattung und behandlungsmethoden. schade, dass ich die nicht eher gefunden habe. die machen kastrationen endoskopisch, das hätte madame den bauchschnitt erspart.

den abend ließen wir am grill und mit dem restlichen linsensalat vom mittagessen ausklingen. der schreck hing mir doch sehr an, ich schlief schlecht und träumte wirr und wild.

gestern nach weiterem erdenwühlen wurde das elektrisch werdende rad getestet. ergebnis: es ist auch ohne motor schon sehr, sehr gut! die geometrie passt im großen und ganzen. ein paar kleinere tuningeingriffe wird es schon noch brauchen, aber das gesamtbild ist stimmig.
nun fehlt nur noch der passende motor mit einem batteriesatz, der nicht zum brechen hässlich ist. gar nicht so einfach.

die zweite radrunde war einfach nur standard, die heimrennstrecke. allerdings fuhr ich diesmal mit dem „wanderfalken“ (statt wie sonst meist mit der „berggräfin“). dabei habe ich festgestellt, dass die beiden (un-elektrischen) räder jeweils ganz genau ihrer bestimmung entsprechen. auf dem wanderfalken sitzt es sich sehr kommod, das rad läuft extrem leicht, ist aber (verhältnismäßig) unhandlicher in kurven und nicht die beste wahl bei schlechtem untergrund, weil die reifen ein relativ feines profil haben. die berggräfin dagegen ist ein wendiges, super-agiles gerät, bei der ich jedoch auf asphalt VIEL energie in den straßenbelag trete, der sehr weichen und grobstolligen reifen wegen. alle komponenten gehen leicht und knackig, aber insgesamt ist sie eben doch ein waschechter „schlammspringer“. lies, nach längeren strecken bin ich knochenbreit.
am beeindruckendsten ist der federungskomfort der beiden teile. die berggräfin ist mit komplett verriegelter federung (vorn und hinten) dank der dicken reifen weicher gefedert als der wanderfalke im „alles offen“-modus.

mal sehen, wie das elektrorad sich dann macht. es ist für weniger schweres gelände gedacht, z.b. für den ritt zum training in die stadt und zurück. nach dem training ist eine fehlende unterstützung schon garstig: ich bin so platt, dass ich hinterher mindestens einen tag zum erholen brauche. mit einem stromer kann ich die stärke der unterstützung einstellen und mir auf dem rückweg helfen lassen.

ich bin gespannt.

2015-05-28

#600 - 10 dinge, die mich das gärtnern gelehrt hat

dieses stöckchen habe ich im gärtnerinnenblog gefunden und finde es so nett, dass ich mich auch daran austobe.

here goes: zehn dinge, die mich das gärtnern gelehrt hat.

  1. geduld.
    (eigentlich könnte ich das jetzt die ersten ... ähh ... sieben bis acht punkte hindurch wiederholen, weil es der für mich wichtigste punkt ist. mach ich aber nicht, weil ich auch noch ein paar andere sachen loswerden möchte.)
  2. geduld wird belohnt.
    ich wusste nicht, wie glücklich es mich macht, meinen garten blühen zu sehen, nachdem ich viele stunden auf den knien hindurchgerobbt bin, kiloweise unerwünschtes grünzeug gerodet habe und buchstäblich tonnenweise erde geschippt habe. ist aber so. und das ist toll.
  3. ich sollte nie „nie!“ sagen :)
    als kind habe ich gartenarbeit wirklich innig gehasst. bei uns gab es in der unterstufe noch das fach schulgarten. der sinn erschloss sich mir überhaupt nicht. hacken fand ich unnötig, und warum sollte man unkraut mit der wurzel ausreißen? es war doch auch weg, wenn nur die blätter ab waren. (es hat allerdings auch niemand erklärt, warum das so muss. oder ich erinnere mich nur nicht dran.)
    heute wühle ich begeistert in der erde. (und ziehe un-/bei-/wild-/unerwünschte kräuter mit der wurzel raus.) 
  4. gartenarbeit erdet mich. im besten sinne des wortes.
    nach einer fiesen woche (oder auch nur nach einem besonders zähen arbeitstag), wenn ich den kopf voll habe, wenn man mit meiner laune junge drosseln töten könnte und mich alles anstinkt, dann hilft eine große runde erdenwühlen wunderbar.
    verallgemeinert: gartenarbeit und sport sind gut für meine ehe :D 
  5. pläne und listen sind nützlich. auch im garten.
    ich kann mir nämlich notieren, was ich wann wo vergraben/gesät habe, und muss mich hinterher nur mit der frage herumschlagen, ob diese grünen öhrchen nun mohn oder melde sind.
    (ab nächstem jahr. diesmal wirklich.) 
  6. regen ist toll.
    ich kann mich nicht erinnern, vor meiner gärtnernden zeit jemals gedacht zu haben, „nun könnte es aber wirklich mal wieder regnen. am besten zwei, drei tage hintereinander.“
    (und regentonnen und zisternen sind auch toll.)
  7. meine erzfeinde heißen melde und distel.
    diese ollen dinger wachsen hier überall. die melde ist nur zahlreich, aber die disteln wehren sich auch noch gegen das gerodetwerden und – hinterhältigkeit de luxe – kommen flugs wieder, wenn ich die wurzel nicht komplett erwischt habe.
    dafür habe ich ein paar andere kräutlein-fein ins herz geschlossen, weil sie so schön blühen. etwas, das wie ganz kleine veilchen aussieht, nur in blau-gelb, und eine grasartige angelegenheit, die wunderschöne, violette blüten hat.
  8. ich freue mich mehr über blumensamen oder pflanzen als über blumensträuße.
    wobei selbstgeschnittene blumensträuße ebenfalls etwas wunderbares sind.
    und sträuße, die mir mein lieber liebster mitbringt.
    (der sowieso toll ist.)
  9. mittlerweile kann ich mich ganz gut damit abfinden, dass ich für manche pflanzen einfach kein händchen habe (avocado, eukalyptus), weil es dafür andere pflanzen gibt, die bei mir scheinbar mühelos gedeihen. (zitrusse. mango. und kamelien. ich habe kamelien entspannt (!) über den winter bekommen, yay!)
    ich hoffe sehr, dass die plumerias in die zweite kategorie fallen werden. *daumendrück*
  10. kohl und kartoffeln im eigenen garten mag ich gar nicht. das erinnert mich zu sehr an die zänkischen, dederonbeschürzten (und damals für mich alten) frauen, die zu meinen kindertagen mit hacken in der staubigen erde herumfuhrwerkten und erwarteten, dass man als braves nachbarskind hilfe anbot.
    (außerdem bin ich kein großer fan der genannten gemüse auf dem teller.)