2016-08-23

#682 - bugwelle nach flasche leer

mit protestantischem arbeitsethos und "das MUSS aber!" reiße ich eben doch nix, wie figura zeigt. der kurzurlaub war zu kurz, zu viel action, zu wenig ruhe. in der woche danach riss ich arbeitsmäßig auch wieder deutlich zu wenig und fühlte mich dabei grottig. am letzten mo. zog ich die notbremse und verordnete mir eine woche pause mit VIIIIEL erholung und meditation und ganzganz wenig dinge-tun.
hat ganz gut geklappt, ich bin wieder halbwegs ich selbst.

nur habe ich so natürlich ne bugwelle aufgetürmt, die jetzt abgearbeitet werden möchte. aber piano, ich will ja die erholung nicht gleich wieder ruinieren.

desterwegen ist es hier gerade sehr ruhig. und es kann sein, dass das noch eine weile so bleibt. auch wenn die gehegeerweiterung fertig ist und vorgezeigt werden könnte.

bleiben's mir gewogen, liebe leser, und bis bald.

2016-07-25

#681 - flasche leer

ich bin sehr, sehr kaputt.

das we war wie üblich viel zu kurz, wenn auch durchaus schön. aber ich bin weder körperlich noch seelisch richtig fit, und dazu das heutige waschküchenwetter, knapp 30 grad und extrem schwül – da häng ich rum wie ein schluck wasser in der kurve.

dazu die nachricht vom suizid eines sehr geschätzten blogger-twitterer-social-media-menschen. ich kannte ihn nicht persönlich, trotzdem trifft mich diese nachricht tief. dazu die katastrophen der letzten tage ... *seufz* für mich schwer zu ertragen, daher schotte ich mich weitgehend ab.

und schließlich plagen mich mal wieder überlegungen zum err. und zwar hat er sich vor etwa einem jahr einen rottweiler zugelegt. weil man einen wachhund für das neu-werdende haus haben wollte. so weit, so verständlich. nun ist aber der err. nicht in der lage, unfallfrei für sich selber zu sorgen, geschweige denn einen so großen und gefährlichen hund so zu erziehen, dass von dem keine gefahr ausgeht. die emm. war anfangs sehr engagiert, aber dann zoffften sich die emm und der err mal wieder, und auch das leben einsnull war ausreichend voll mit action. sprich, auch sie kümmert sich nicht mehr nennenswert. kein wunder, sie ist dank neuem job selber gut beschäftigt und meiner vermutung nach auch nicht bereit, sich um den schwierigen hund zu kümmern. warum sollte dieser job auch an ihr hängenbleiben. nicht ihr zirkus, nicht ihre affen, oder so.

am sa.-abend waren wir zur geburtstagsfeier bei den beiden, und da erzählte der err. so ein paar schwänke, bei denen es mir sehr, sehr kalt den rücken runterlief. die konstellation ist eine tickende zeitbombe, bzw. der unerzogene und damit nicht berechenbare rottweiler ist eine.
die katastrophe ist im prinzip bereits in der pipeline. es ist nur eine frage der zeit, dass der köter sich mal einen radfahrer oder eine sonstige beute zur brust nimmt. und wie das bei einem 40-kilo-rottrüden ausgeht, mag ich mir lieber nicht ausdenken.

ich möchte den err. gern zwingen, sich ordentlich um den hund zu kümmern, weil ich es mir nicht verzeihen würde, geschähe etwas und ich hätte nichts getan.
aber wie? mein aktueller impuls ist das veterinäramt. die können hart zuschlagen und tun es auch. aber es ist halt auch gleich ein grober schuss vorn bug.

hoffentlich hat der gatte eine gute idee zu dem thema. wenn ihm nicht bis zum 18. august was eingefallen ist, dann werde ich meine sorge dem vet.-amt vortragen, wenn die meine katzenhaltung prüfen kommen. auch wenn ich es gar nicht gern mache.

seufzend back to work.

PS: und die falsche nummerierung der blogposts hab ich auch gleich mal wieder gradegekloppt.

2016-07-18

#680 – anfängerfehler

am samstag habe ich einen saudummen anfängerfehler gemacht, der mit seit weit mehr als 10 jahren nicht mehr passiert ist. ich habe mir einen ordentlich fetten sonnenbrand zugelegt.

der gatte teilte mit, er wolle „noch mal kurz“ in der firma was erledigen, und ich teilte mit, währenddessen das restliche holz für die gehegeerweiterung streichen zu wollen. da ich auf „er fährt nur mal kurz“ geeicht war und auch loslegen wollte, unterließ ich es, mir noch den rücken mit sonnenschutz einreiben zu lassen.

ein saublöder fehler.

aber den mache ich so bald nicht wieder ...

immerhin ist das restliche holz komplett und zwei mal gestrichen. das grandiose wetter machte das zu einem heimspiel. und anstreichen mag ich ganz gerne. man sieht, was man geschafft hat.

gestern war das wetter denn auch bedeutend streich-unfreundlicher, es regnete bis in den nachmittag hinein immer wieder. was war ich froh, die streicherei am sa. bereits erledigt zu haben!
als alternative pflegte ich mein image als mäh-nerd: das un- und beikraut stand im garten stellenweise kniehoch. also rodete ich mehrere schubkarren voll biomasse. nun sieht mein garten wieder halbwegs gepflegt aus. ich muss mir nun nur gedanken machen, was ich in den nunmehr kahlen stellen (mohn und koriander sind ja nun weg) nun pflanzen möchte, damit es nicht mehr so löchrig aussieht.

duftkräuter und duftende blumen wären schön. gern auch mehrjährige. ideas, anyone?

2016-07-14

#679 – zähe tage

derzeit sind die tage garstig zäh. das wetter ist genau so wechselhaft wie meine befindlichkeit: mal sind die tage grandios, ich platze schier vor energie. dann wieder ist es eine zähe plackerei mit grau-in-grau, so wie heute.

heute frage ich mich auch, ob der gestrige sport zuviel war. eigentlich war es nix besonderes, anreise mit dem rad (etwas länger als sonst wegen einer baustelle, aber nichts dramatisches: 19 km statt 17) und das übliche knackige krafttraining. das edge erstaunte mich, weil es einen deutlich geringeren verbrauch anzeigte als sonst, für dieselbe belastung – und ich fühlte mich bereits gestern eher wie nach einem deutlichen mehrverbrauch. zwanzig prozent mehr hätte ich aus dem stand geglaubt. aber zwanzig prozent weniger? zitternde knie habe ich nach dem training sonst eher selten.
heute nun ... heute bin ich völlig im eimer. der muskelkater wird sich zu einer höllenmutter auswachsen, ich komme gefühlt kaum die treppen hoch und bin schlapp und müde. da helfen auch die aminosäuren und vitamine nicht. dazu kopfschmerzen des todes. wirklich, so schlimm war es schon sehr, sehr lange nicht mehr.

oder hat mich der insektenstich vom freitag sonnabend doch mit irgendwas garstigem infiziert? vor ein paar jahren hatte mir ja schon einmal eine mistbiene eine fiese infektion beschert ... letzten sa. bin ich bei der radrunde auf einem schnellen stück auch mit was größerem, stechendem kollidiert. das insekt (ich tippe auf wespe oder biene) steckte zwischen dem halteriemen des helms und meiner brille an meiner schläfe fest und stach natürlich zu. am sa. und so. fühlte ich mich ziemlich schlapp, allerdings waren auch um 30 grad. aber es ist schon ziemlich ungewöhnlich, dass meine leistungen auf dem rad so einbrechen – das kommt eher nicht von nix. bis dato kann ich wärme sehr gut aushalten, das sollte es also eigentlich nicht sein.
nur: mit einem insektenstich zum notdienst latschen ...? sagen wir mal, ich wäre da gegen halb, um zwei aufgeschlagen. nach der triage (kann selber laufen, keine nennenswerten schmerzen, kein schwallartiger blutverlust, diagnose: ein insektenstich ohne allergie) wäre ich mit sicherheit als völlig nicht-dringend klassifiziert worden. dann hätte ich bis, sagenwirmal, neun uhr abends in der notaufnahme herumgesessen und dann einem übermüdeten arzt (der/die vielleicht schon an die 20 stunden dienst hinter sich hat) erklären müssen, mich hat ein insekt gestochen und jetzt fühl ich mich blöd, weil, vor 5 jahren, blahblah ... – das hätte mich ja gar nicht gerockt.

tja nu. da werde ich wohl noch ein bisschen herumjammern und hoffen, dass ich bald wieder fit bin. meh.

passend dazu kam der gatte gerade mit einer extrem zeitfressenden aufgabe für die firma um die ecke. auf die ich überhaupt keine lust habe, weil a) ich mich mit dem thema schon seit reichlich 3 jahren nicht mehr intensiv beschäftigt habe, und b) er auch ewig nicht zahlt. die älteste ausstehende rechnung (abrechnung für den märz) ist seit anfang mai überfällig. auch april und mai stehen aus. den juni habe ich noch gar nicht abgerechnet, weil das so frustrierend ist. und nun soll ich heute oder morgen, wo ich eh schon so herumlahme, auch noch einen extrem ungeliebten job machen, für den es das schmerzensgeld vermutlich gegen weihnachten geben wird? meine motivation schlägt grade purzelbäume. vor lachen.

gnah.

2016-07-08

#678 – :)

gute nachrichten sind gut.

die terminologiechefin fragte mich gestern, ob ich lust auf ein weiteres projekt mir ihr / für sie habe. genaueres wüsste sie noch nicht, würde sich aber informieren. soeben rief sie mich an und erzählte etwas mehr über die eckdaten.

fazit: es klingt richtig gut! die wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der job im automotive-bereich angesiedelt ist – ein heimspiel für mich. auch die wöchentliche arbeitszeit klingt (derzeit?) sehr gut. sie schreibt also das angebot und ich bin dabei. heisst, ich kann weiter in ihrem windschatten segeln und noch eine weile lernen, ehe ich die ersten eigenen projekte starte.


nun muss es nur noch klappen. ich freu mir nen keks! 

und nun auf ans terminologische tagewerk.

2016-07-06

#677 - wmdedgt, juliversion

da macht man eiiiiin mal bei so ner monatsgeschichte mit, und zack! hat das gehirn gleich nen speicherplatz damit vollgestellt und erinnert einen am vierten abends daran. so was ... das müsste mir mal im wahren leben passieren, zum beispiel bei der grundsteuer ... *seufz* naja, irgendwas ist ja immer.

wie immer am monatsfünften möchte frau brüllen wissen, was ich so den ganzen tag mache.
am liebsten würde ich ja auch heute sagen: „na, gar nix, faul sein :D“. aber heute ist ein arbeitstag, also tue ich nicht nichts.

der wecker klingelt halb acht. aber da es gestern abend dank einer wunderbaren schundlektüre wirklich spät geworden ist, drücke ich die „später“-taste und drehe mich nochmal um.
kurz nach acht fängt der bauarbeiter draußen an, lärm zu machen. da nun eh nix mehr ist mit weiterschlafen, quäle ich mich hoch. ich halte den zombiekörper astralleib unter die dusche und fröne auch sonst noch ein kurzes bisschen der körperpflege, ehe ich in mein bürogwand schlüpfe.

vor der schlafzimmertür warten die vier feliden auf morgenbeschmusung. dem komme ich natürlich gern nach :D madame lässt sich noch nicht blicken.
ins schlafzimmer dürfen die pelzköppe heute nicht, weil ich nen korb und einige stapel zu verräumender wäsche auf dem boden stehen bzw liegen habe, darunter ein nagelneues seidenkleid. so was finden die plüschs immer besonders faszinierend, um sich drin zu wälzen oder – besonders beliebt bei feinen, zarten stoffen oder feinen gestricken – innig schnurrend zu treteln. außerdem klaut madame gern rundliche dinge, zb kosmetikschwämmchen, sockenpaare und ähnliches, und auch davon liegen z.zt. ausreichend herum.

in der küche werfe ich die kaffeemaschine an und sehe den gatten in die einfahrt rollen. während er die erste runde küken an die feliden verfüttert, kümmere ich mich ums frühstück, spiegeleier für ihn und ein spiegelei und geraspelte zucchini mit proteinschlabber für mich, dazu den ersten kaffee des tages. wir frühstücken draußen.
madame lässt sich nun auch sehen, weil der bauarbeiter gerade nicht lärmt, und holt sich den ersten teil ihres frühstücks.

der gatte rollt wieder in die firma, ich verräume die frühstücksreste, räume die küche auf, wechsle das wasser der schwarz werdenden nüsse und lasse derweil den zweiten kaffee des tages durchlaufen. madame bekommt noch ein paar hähnchenhälse, die sie mir aus der hand nimmt. (das ist insofern erwähnenswert, weil sie mir futter bisher mit schmackes aus der hand geschlagen hat, gern auch mit kralle. und das mag ich weniger – wir erinnern uns, der serval wird auch „die katze mit dem karateschlag“ genannt. wir haben aber daran gearbeitet, dass sie mir vertraut und ich ihr, und deswegen nimmt sie mir ihr futter neuerdings sachte aus der hand.)
auf die üblichen morgendlichen räum- und/oder putzaktivitäten habe ich heute gar keine lust, auch wenn zB die sachen im schlafzi schon sehr anklagend gucken (dochdoch, sachen können anklagend gucken!). stattdessen gehe ich hoch in mein büro.

dort liegt madame auf dem sofa und teilt mir mit, dass sie bespielt zu werden wünscht. ich lasse den rechner hochfahren, greife mir ihr pinkfarbenes plüschvieh am roten band und werfe es für madame. nach einem unvorsichtigen wurf landet das ding auf dem schreibtisch. leider ist madame schneller dran als ich. beim wegschleppen reißt sie den ventilator herunter, es kracht und scheppert. sie bringt sich zwar in sicherheit, rast aber nicht entsetzt durchs ganze haus in ihren „bunker“, was mich freut. nach einem viertelstündchen hat sie keine lust mehr zum spielen und verschwindet auf ihren ruheplatz im obersten fach des bibliotheksregals.

ich braue mir noch einen kaffee, bereite eine kanne zitronengetränk vor und starte das terminologische tagewerk. es läuft elend schleppend.

halb eins mittag mit dem gatten, es gibt letscho und ein kleines stück leberwurststulle.

nach dem mittag muss endlich das notebook für eine kollegin in des gatten firma fertig eingerichtet werden. das steht schon wochenlang bei mir herum und guckt ebenfalls vorwursvoll. eigentlich macht das normalerweise der it-weise, aber da der im urlaub ist, übernehme ich das.
ich stelle erfreut fest, dass ich das meiste bereits erledigt habe und wirklich nur noch den teamviewer-zugang einrichten muss. das allerdings geht nur vor ort, also lasse ich mich vom gatten in die firma spedieren und versuche mein glück. die kollegin freut sich, der gatte freut sich, ich freu mich – multilaterales gaudium, könnte man sagen :D

zweieinhalb stunden später weiß ich, dass eine neuinstallation von teamviewer eine ... nun, sagen wir mal, unterhaltsame angelegenheit ist, wenn man nicht gleichzeitig auch ein fullsize-gerät greifbar hat, das bereits als „vertrauenswürdig“ eingestuft ist. alter schwede, was für ein nasenbluten ... das möchte ich nicht auf vielen geräten machen müssen! und wie das profi-admins machen, wüsste ich auch gern. immerhin läuft die geschichte nun, und die restarbeiten muss ich dann halt später machen.

danach geht es daheim weiter im terminologischen treiben. mit meinen ergebnissen bin ich nicht recht zufrieden bisher ... daran wird auch die aktuelle fragestellung nichts ändern: ein ingenieur möchte eine fürchterlich unspezifische ansammlung von bauteilen in einem eintrag und mit einer benennung zusammengefasst haben. der einzige gemeinsame nenner ist, dass alle teile erst am ende der montage am betreffenden gerät montiert werden. es entspinnt sich ein länglicher mailwechsel inkl. einiger telefonate, um zu ergründen, wie man dieses sammelsurium nennen könnte.

mittendrin ruft die kollegin aus der gattenfirma an und möchte noch mal hilfe bei ihrer neuen teamviewerinstallation. das ergebnis ist nicht so zufriedenstellend wie ich das gern hätte. ich habe noch schwierigkeiten beim administrieren vom teamviewer ... auch die zickige helferin, die sich die gute pu rangeholt hat, trägt nicht zum schnelleren vorankommen bei. ich fürchte, ich werde mich mit tv noch mal deutlich ausführlicher beschäftigen müssen.

es folgt die letzte runde an der terminologiefront, immerhin mit einem teilerfolg: zum widerspenstigen eintrag fällt mir eine tragbare lösung ein.
danach noch fix nachtragen des mittäglichen futterinputs bei fddb, dann ein bisschen neues blog leerlesen, dann logout. 

für die radrunde ist es zu spät, und ich habe auch eher keine lust, dafür einen beginnenden hungerast. der gatte ist zwischenzeitlich auch heimgekommen, und wir sitzen erst mal ne weile auf der terrasse und besprechen die ereignisse des tages nach. außerdem holen wir das sonnensegel über der terrasse ein, da es stürmisch zu werden droht.
während er den grill für die entrecôtes anfeuert, bereite ich eine ordentlich scharfe kohlrabipfanne vor und zu. wir essen draußen.
danach sitzen wir noch ein bisschen auf der terrasse und lesen und unterhalten uns. als die böen stürmisch werden, gehen wir rein. kurz danach fängt es heftig zu regnen an.

ich verputze noch eine ladung ben&jerry's fairly nuts und lese meinen schundroman zuende. der gatte ist wieder in sachen mtb-weiterbildung im netz unterwegs, schläft aber bald über seinem tablet ein.
kurz nach 23:00 uhr stupse ich ihn an und wir gehen schlafen. 

2016-07-04

#676 – alter dude ist sprachchecker

gestern hatte ich einen heftigen fall (fail?) von kopf>tisch, verursacht von einem weißen, alten dude.

der gute lebt bereits seit längerem unter einem stein leben. so ist ihm entgangen, dass es schon seit längerem nicht mehr cool ist, ein weibliches wesen, das älter ist als 5 jahre, dazu aufzufordern, sich doch bei dem alten sack (fast 80) „auf das knie zu setzen“. diese aufforderung wurde zwar mit einer „haha, war doch nur n spaß“-attitüde vorgetragen – aber ich kenne den guten lange genug, um zu wissen, nein, spaß war das keiner.
immerhin bin ich noch politisch korrekt geblieben und merkte an, dass ich aus dem alter raus sei. dem wusste er – weiterhin voll spaßig – zu entgegnen, dass ich doch noch gar keine 80 sei. ich atmete nur tief und beschloss, ihn nicht anzukacken. das wäre wohl sowieso auch sinnlos gewesen – er hatte ja just bewiesen, dass er an der stelle völlig merkbefreit ist. das kopfschütteln-und-augen-verdrehen habe ich mir indes nicht nehmen lassen.

etwas später fiel er einer der anwesenden ins wort und korrigierte ihr deutsch. irgendeine substantivierung missfiel ihm. so elaborierte er minutenlang, dass sie total falsch spräche, denn das sei ja griechisch und müsste völllllllig anders substantiviert werden als latein, und es sei ein jammer, dass heutzutage ja keiner mehr griechisch und latein spräche und die deutsche sprache verlottere ja so u ess weh. da das nun mitten in mein arbeitsgebiet fällt, versuchte ich, da hineinzugrätschen und was von wegen „sprache lebt und entwickelt sich aber, egal, was alte dudes davon halten“ loszuwerden. das tat seinem redeschwall jedoch keinen abbruch, er salbaderte munter weiter, dass die franzosen und die engländer ja im gegensatz zu den tumben deutschverlotternlassern ja bildschöne sprache sprächen und allllllles!!einsellef sprachlich total richtig machen täten. da musste ich dann mal kurz nachdrücklicher eskalieren und ihn fragen, welche engländer und franzosen er damit meine. denn die, deren sprache ich kenne und bergeweise lese, haben dasselbe problem wie der anwesende duderino: die alten säcke flennen genauso herum, dass die jugend die edle sprache von schägsbier und volldääär voll verlottern ließe.
auch dieser versuch war jedoch nicht von erfolg gekrönt, denn was kann ein studiertes wörterbuch (=ich) einem sprechenden, alten, weißen p***el schon entgegensetzen. und überhaupt, diese ganzen furchtbaren lehnwörter und anglizismen und hastenichgesehen und das wäre ja alles ein zeichen für ... – an dem punkt knuffte mich meine nebensitzerin, die, die er korrigiert hatte, leise an. sie griente, ließ ihn fertig salbadern und wechselte danach so prägnant das thema (buchstäblich mit „ist das nicht ein herrliches wetter heute?“), dass es sogar dem dude auffiel.

er hielt hernach seine einlassungen deutlich kürzer und verschwand einige zeit später.

wir hingegen waren noch eine weile mit kopfschütteln beschäftigt.