2016-09-23

#689 - katerupdate

gestern musste mein mürmikatz noch mal zum doc, um auch augenerkrankungen (glaukom etc.) ausschließen zu lassen. dazu musste er schlafen gelegt werden, und das erwies sich überraschenderweise als gar nicht so einfach.
das sedativum wirkte schlicht überhaupt nicht. (so was kommt vor, wenn die tiere sehr aufgeregt sind.) es wurde nachdosiert, wieder ohne nennenswerten erfolg. auch das narkotikum tat seine wirkung nicht und musste um ein anderes, nicht antagonisierbares medikament ergänzt werden. in summe hat simmi also eine gewaltige pferdeportion narkotika und sedativa bekommen.

die augenuntersuchungen verliefen ohne befund, das ist erfreulich.

aber der katz war ja nun bis unter die schädeldecke zugedröhnt. so war er erstens erst stunden später als angenommen und zweitens zwar körperlich wieder „wach“, stand aber noch kilometerweit neben sich. er drehte runde um runde in seiner transportbox, dabei immer mal wieder um- oder gegen die kistenwand kippend. mit pupillen groß wie suppentassen und glasigem blick, unfokussiert, schien es mir.

runde um runde um runde um runde. sstunde um stunde um stunde. normalerweise legt er sich wenigstens hin, wenn es ihm körperlich nicht gut geht. nicht so diesmal.
runde um runde um runde um runde.
lautlos.
ich stellte ihn zunächst im gästezimmer ab, in der hoffnung, dass er sich dort beruhigen und die restnarkose ausschlafen würde, sodass ich ihn nachts wieder in die häusliche freiheit entlassen könnte.

keine chance.

nachdem er immer noch rolläugig seine runden in der box drehte, setzte ich ihn nur in die große transportbox um. die immerhin kam jetzt ins wohnzimmer, damit er nicht ganz allein und vor allem etwas wärmer stünde. die anderen kleinfeliden versammelten sich auch subito um den angeschlagenen chef. es sah für mich sehr so aus wie krankenbesuch und seelisch-moralische unterstützung. alle ruhten auch im wozi in der nähe der box, als ich heute früh nachschauen kam.

heute früh nun ist mein katzkerl immer noch deutlich benommen. er bewegt sich zwar wieder koordinierter, ist aber von der üblichen unangestrengten eleganz noch meilenweit entfernt. auch hat er immer noch riiiiiesige pupillen. hungrig ist er kaum, ein einziges küken hat er mir abgenommen ... ich hab ihn wieder aus der box rausgelassen, bin aber mit der situation noch sehr unentspannt.

mein armer kater!! ich hoffe, dass er heute im lauf des tages die sedativbomben endlich abbauen kann und wieder er selbst wird.

armes vieh ...

2016-09-20

#688 - (beinahe?-)katz-tastrophe

das we an sich war richtig schön. anstrengend zwar, aber die hochzeitsfeier der trainerfreundin war ein grandioses erlebnis, und so was darf schon mal auch für die gäste anstrengend sein.

aber.

so.-abend, wir sind mit dem abendbrot fertig und schon halb auf dem weg ins bett. ich will „noch eben“ die katzen füttern und rufe den futterlockruf. mein mürmikatz simba sitzt oben auf der treppe, wendet sich mir zu, eher lustlos, und sieht mir ins gesicht. und mir bleibt das herz stehen. ich sehe in eine ganz weite und eine ganz enge pupille. anisokorie, sagt der fachmann. (und ja, der unterschied war etwa so krass wie auf dem foto.) die gründe für eine solche sind zahlreich, viele gehören mit zum schlimmsten, was mensch oder tier widerfahren kann (schlaganfall, hirntumor, horner-syndrom).
ich bin schlagartig hellwach, rufe dem gatten zu, dass wir in die tierklinik müssen, STAT!, und wähle die notrufnummer der klinik.
der kater lässt sich relativ widerstandslos greifen und in die transportbox setzen. (sehr, sehr untypisch.) er sieht mich verängstigt mit diesem david-bowie-blick an, und mir bricht das herz. die autofahrt dauert gefühlt ewig, und die wartezeit in der klinik gefühlt ebenfalls, obwohl mir später der blick auf die uhr sagen wird, dass die fahrt etwa 10 minuten gedauert hat. in der klinik sitzen wir auch nicht lange.
die ärztin untersucht den katzkerl. weitere neurologische ausfälle außer den ungleichen pupillen sind nicht festzustellen. er bewegt sich normal, die reflexe im gesicht funktionieren, sogar, wenn auch extrem eingeschränkt, der lichtreflex der enggestellten pupille. das auge ist unverletzt, soweit das mit der spaltlampe sichtbar ist. somit sind erst mal die ganz, ganz schlimmen sachen (schlaganfall, hirnblutung) relativ sicher ausgeschlossen. (zumal die anisokorie nun auch schon eine weile andauert. bei schlaganfall/hirnblutung hätten sich mittlerweile mit sehr hoher wahrscheinlichkeit zusätzliche ausfälle gezeigt.)
anschließend wird simba geröntgt. auch das erscheint mir endlos.
mein katz ist völlig verängstigt. er will auf den arm und sich am liebsten in mir verkriechen. herzbruch galore.

die ärztin beendet die untersuchungen und wendet sich mir zu. akut lebensbedrohlich sei die situation nicht, sagt sie. man könne noch diverse blutuntersuchungen machen - aber es wäre durchaus medizinisch vertretbar, das am folgetag zu machen, da im notdienst alle maßnahmen das doppelte kosten. die kosten sind nicht mein primäres problem, erwidere ich, der kater ist krankenversichert. mein primäres problem ist, dass ich nicht möchte, dass mein mürmikatz stirbt, und ich möchte ihn so wenig wie möglich zusätzlich belasten.
gut, antwortet sie, sie würde für eine ausgedehntere diagnostik am folgetag optieren, die mrt/ct, eventuell herzultraschall und blutuntersuchungen umfassen kann, je nach dem urteil des dann behandelnden arztes.
wir fahren heim und verbringen alle drei eine sehr unentspannende nacht. ich rechne durchaus damit, morgens einen gestorbenen kater vorzufinden.

am mo.-früh reisen der katzkerl und ich erneut in die klinik. diesmal ist er beim „eintüten“ in die transportkiste bedeutend näher an seinem normalen selbst und sträubt sich nachdrücklich. auch die pupillen sind wieder beide gleich und reagieren normal und zeitgleich. was mich durchaus erleichtert.
der arzt untersucht meinen frechen katzkerl nochmal sehr ausführlich, misst den blutdruck, prüft die diversen reflexe, vor allem im gesicht, und untersucht das auge auf verletzungen. alles o.b. wir besprechen, ob und was an blutuntersuchungen aktuell sinnvoll wäre (wenig) und entscheiden, dass „abwarten und den kater aufmerksam beobachten“ die devise ist.
simmi ist völlig abgeschlagen und verbringt den rest des tages schlafend, was mich nicht beruhigt. wahrscheinlich hat er die kopfschmerzen des todes. immerhin frisst er etwas – und pennt dann weiter. aber er bewegt sich auch weiterhin normal, kein torkeln, keine lahmheit, springt und motzt die anderen an. das wiederum ist beruhigend.

heute nun habe ich eine zwar deutlich längere, aber nicht wesentlich entspanntere nacht verbracht. immerhin geht es dem mürminator sichtlich besser, er ist wieder deutlich näher an seinem normalen selbst.

was es ist, weiß ich aber immer noch nicht. deswegen vereinbare ich einen termin bei unserer haus-tierärztin, die augenspezialistin ist, für eine ausführliche augenuntersuchung.

ich hoffe sehr, dass es „nur“ ein migräneanfall war (sowas können auch katzen bekommen). aber ... nun ja, “hoping for the best but expecting the worst” ...

aber immerhin lebt der katz und macht (derzeit wieder) einen ziemlich fitten eindruck. womit mal wieder der beweis erbracht wäre für die an- oder aussage „nutze die zeit, so lange du sie hast“.

seufzend back to work.

2016-09-16

#687 - zwischendrin

die letzte sommerwoche neigt sich dem ende entgegen.
ich habe jeden tag zumindest zeitweise draußen gearbeitet und das sehr genossen! auch wenn mein rechtes handgelenk und der unterarm die idee totaaal beknackt finden - die ergonomie des standrechners nebst peripherie ist halt ne völlig andere liga als die des tragbaren rechners. aber: sonne! und draußen! (und staub galore, dank ackerbearbeitung nebendran.) aber gegen den staub hat die überdachte sitzecke ganz gut geholfen, und da lärm und staub immer nur punktuell stattfanden, war es gut auszuhalten.

ab morgen sollen die temperaturen hier um 10 grad fallen, inklusive regen. hm.
einerseits: hey, es ist september, 1996 muss es um die zeit schon das erste mal geschneit haben, und der regen ist gut fürs grünzeug.
andererseits: hätte das nicht noch bis montag warten können?

gestern haben wir die galerieeröffnung von einem cousin besucht - das war sehr schön! wir haben moderne kunst von jungen künstlern angeguckt, nette gespräche geführt und hinterher richtig leckere burger und süßkartoffelpommes gegessen. und ich hab das neue kleid doch noch mal ausführen können *yay*
von den ausgestellten bildern hätte ich bitte gern das triptychon und das ganz linke an der hinteren wand, bittedanke :)

die hinterher getestete burgerlocation hat sich einen platz auf unserer liste der unbedingt wieder zu besuchenden lokale erworben. grandios leckere burger, viele nette optionen, darunter viele auch für die fleischfrei lebende population (was ich klasse finde), viel handarbeit und sehr netter service. merken.

heute nun steht die restterminologie für diese woche auf dem plan, dann ein bisschen rezeptplanung für den gattengeburtstag, zu dem rund 70 leute gefüttert werden sollen*, und einkaufen für die gäste heute abend. und aufs rad will ich auch noch mal. ma guggn, ob das klappt.

* die 70 mann muss ich nicht alle alleine bekochen. aber wir haben eine idee, die sich mit ein bisschen planung und kleinem technikeinsatz umsetzen lassen sollte - und die dann unterm strich gar nicht mehr soooo viel arbeit macht. auch hier: ma guggn.

und nun wünsch ich allseits ein schönes wochenende und verabschiede mich an die terminologie.

2016-09-12

#686 - spätsommerwochenende

So, auch dieses Wochenende ist wieder um und der Montag hat mich wieder.

Das Wochenende selbst war ... seltsam. Nachdem der Gatte mit seiner Planung mal wieder nicht um die Ecke gekommen war, wusste ich nicht, ob er nun den Enkel am Samstag holen würde oder nicht. Entsprechend mochte ich nicht darauf warten, dass er sich festlegt, und plante ohne ihn. Auf Nachfragen am Freitagabend (aber auch erst da) erfuhr ich, dass er den Enkel nicht holen würde, da er nicht sicher wusste, ob er den Samstag ganz oder in Teilen in der Firma verbringen müsste. Es stellte sich heraus: er muss nicht, hätte also folglich Zeit gehabt. (Theoretisch.)
Nun hatte ich aber bereits für den ersten Teil des Tages Restaurierungsarbeiten an meinen Krallen geplant. Die waren auch bitter nötig. Nachmittags wollte ich auf jeden Fall aufs Rad – da war es nun kein Problem, den Gatten mitzunehmen :D

Der Gatte kümmerte sich während meiner Restaurierungsarbeiten um diverse Einkäufe und fuhr dann doch auch nochmal in die Firma. Kurz nach eins war ich fertig und konnte mich mit der Essensvorbereitung für diesen und den Folgeabend beschäftigen. Ein absolut gigantisches Riesenhähnchen (>3 kg küchenfertig!) wollte zerteilt, „gesalbt und geweicht“ (ein Teil mit Würzmischung eingestrichen, der andere in einer Malzbiermarinade eingelegt) und im Sous-vide-Garer schwimmen gelassen werden. Und so geschah es auch. Und ging überraschend fix.

Danach hätte es eigentlich aufs Rad gehen sollen. Allerdings hatte auch hier der Gatte wieder Diverses abgesprochen, ohne mir Bescheid zu sagen. (Gnah!) Und so warteten wir dann zunächst auf den A., der ein getestetes Fahrrad zurückbringen, und auf die K., die auch noch irgendwas Fahrradbezogenes wollte.

Nun empfinde ich die K. als ziemlich anstrengend und ihre Art der Kommunikation als ... nun, zumindest unklar. Sie haut irgend eine Garstigkeit aus, und wenn die Umgebung dann komisch guckt, sagt sie, haha, war nur Spaß. Ich glaube ihr das schlicht nicht — und es (und sie) geht mir auf den Zünder. Fieserweise geht sie mir dann aber stundenlang nicht aus dem Kopf, und ich denke ewig an ihrem Gesagten herum. Das nervt mich ja „fast gar nicht“ ...
Für mich hatte sie einige Kleidungsstücke mitgebracht, in die sie nach eigener Aussage nicht mehr hineinpasst. Ihre Vermutung war, dass mir das was sein könnte, da wir im selben Klamottenladen einkaufen. Obenauf lag ein Teil, bei dem sie mich sehr eindringlich darauf hinweisen musste, dass das unbedingt dringend gleich aufgehängt werden müsse, weil es sonst Falten bekäme, und halb verschwörerisch hinterhergeraunt, das sie es ja am liebsten selbst behalten würde. Erst mal fand ich dieses „im Vertrauen“-Gepose daneben. Und dann dachte ich mir, ja, wenn Du es so liebst, warum tust Du es dann nicht und behältst es einfach? Ich möchte dir nun wirklich nicht dein Kleinod vom blutenden Herzen reißen ...
In der Summe fühlte sich das Ganze für mich nach einer Mischung aus „unter uns Busenfreundinnen“  (WTF?) und dem Versuch an, das teure Fahrrad wenigstens teilweise zu refinanzieren.
Das „darf auf keinen Fall knautschen“-Kleid erwies sich als bronzefarbene Scheußlichkeit mit Rüschen, Glitzersteinen und Spitze, für die ich mindestens 20 Jahre zu jung bin. Auch der Rest ist überhaupt nicht meine Kragenweite. Zu viel Chichi, zu viel Glitzer, und ungefähr das Gegenteil von schnörkellos. Das kann ich ihr ohne jede Seelenregung entspannt wieder in die Hand drücken. Zumal ich mir ziemlich sicher bin, dass wir uns über einen Preis nicht einig geworden wären.

Als der Gatte und ich dann endlich auf den Rädern saßen, war vier Uhr durch.

Ursprünglich hatten wir vor, Richtung Stadt zu fahren. Da aber Fußball, ein Straßenfest und noch irgendein Ereignis zusammentrafen, rechneten wir damit, dass „der Himmel und die Schmidten“ unterwegs sein würden, und unterließen das. Es wurde also nur die übliche Zweiseenrunde. Die war durchaus unterhaltsam und machte Spaß, allerdings hatte ich an einigen Stellen fahrerische Schwierigkeiten, an denen ich das nicht erwartet hatte.

Nach dem Zurückkommen warfen wir alsbald den Grill an und die erste Hälfte des sous-vide vorgegarten Riesenhähnchen darauf. Zusammen mit ein bisschen gekauftem Salat und ein paar Tomaten aus eigenem Anbau ein fabulöses Abendessen.

Später saßen wir noch in der lauen Abendluft und lasen das Internetz leer.

Für den Sonntag hatten wir eine Radrunde im Lieblingsrevier geplant. Schon beim Aufstehen merkte ich aber, dass ich ziemlich schwere Oberschenkel hatte und mich insgesamt nicht hundertpro auf der Höhe fühlte. Das bewahrheitete sich am Rabenberg denn auch deutlich. Ich kam die einfachsten Abfahrten nicht runter, fühlte mich lausig und war fürchterlich frustriert. Der Gatte stand dem Ganzen völlig ratlos gegenüber. Wir entschieden uns dann, die Runde nicht abzubrechen, sondern auf deutlich einfacheren Strecken weiterzufahren. Der Gatte machte immer mal Abstecher auf die Singletrails, die am Wege lagen, während ich die geschotterten Waldautobahnen herunterrollerte. So kam ich dann doch noch zu meiner Bewegung, der Gatte zu einer Menge Fahrspaß und wir beide zu einem halbwegs gelungenen Sonntag. Mit dem letzten Anstieg (400 Höhenmeter auf 4 km) kämpfte ich gewaltig. So etwas ist für mich im Normalfall schon durchaus anstrengend. Aber so im Eimer wie gestern bin ich nach 400 Höhenmetern sonst eigentlich nicht. Also ist wohl doch irgendwas im Busch, und ich werde in den nächsten Tagen sehen, um was es sich dabei handelt. Ich hoffe nur, ich werde nicht krank.

Abends hing ich durch wie ein Schluck Wasser in der Kurve und versprach mir ganz fest, gleich ins Bett zu gehen und nicht erst wieder bis Mitternacht zu trödeln. (Ha, ha. Wie das so ist mit dem Weg zur Hölle und den guten Vorsätzen.)
Die zweite Hälfte des Riesenhähnchens, die in einer Malzbiermarinade 6 Stunden im 60° heißen Wasser schwimmen durfte, wanderte dann auch auf den Grill und war eine kulinarische Offenbarung. So gut hat mir in meinem Leben noch nie ein Grillhähnchen geschmeckt. Auch der Gatte war völlig begeistert. Das werden wir auf jeden Fall wiederholen — und dem edlen Spender auch ein solchermaßen behandeltes Tierchen vorbeibringen.

Nach dem Essen saßen wir noch eine ganze Weile draußen, beobachteten unseren Gartenigel und gingen gegen zehn nach drinnen. Blöderweise machte ich den klassischen Anfängerfehler und las in meinem Roman „ein Stück“ weiter. Prompt war es dann doch wieder kurz vor zwölf, als ich das Licht ausschaltete.

Heute fühle ich mich körperlich schlapp, so richtig das, was man für den Start in eine neue Woche dringend braucht. Passend dazu finden draußen auch gleich wieder 30 °C statt. Einerseits großartig, ich liebe Sommer-Sonnenschein, andererseits garstig, denn bei den Temperaturen denkt es sich ziemlich schlecht geradeaus. Egal, ich werde das jetzt trotzdem versuchen und mich an mein terminologisches Tagewerk stürzen.

2016-09-06

#685 - WMDEDGT september, diesmal mit wasserspielen wider willen

die septemberausgabe des allseits beliebten "was machst du eigentlich den ganzen tag" von frau brüllen. alle anderen einträge finden sich hier.

nach einer endlich wieder erholsam und neben dem gatten durchgeschlafenen nacht (neun stunden, baby! yeah!) beginnt der tag damit, dass sein telefon rabimmelt und der err. was arbeitsbezogenes will. es ist dringend (aber zum glück nicht katastrophal), der gatte springt aus dem bett und startet im spurt in den montag. ich schäle mich dann auch aus der warmen liegestatt, mache morgentoilette, fädele mich in jeans und t-shirt und gehe in die küche. auf dem weg dahin streichen mir tibby und blue um die beine und verleihen ihrem GROSSEN!, GROSSEN!! miezekatzenhunger auch akustisch nachdruck.
ich werfe die kaffeemaschine an und kümmere mich um die feliden. während der kaffee durchläuft, räume ich die küche auf, pützele ein wenig und bereite unser frühstück vor. da ich gestern vergessen habe, mein eiweiß aus der tiefkühlung zu nehmen, muss ich das jetzt in warmwasser turboauftauen.
mit dem ersten kaffee des tages setze ich mich an den rechner und recherchiere ersatz für das am sonnabend kaputtgegangene aquarium.

es ist leider gar nicht so einfach, nur das schnöde glasbecken ohne licht und (groooooottenhässlichen!!) unterschrank und dings und gedöns zu finden. teuer ist es auch, und die online-lieferzeiten sind weit jenseits von gut und böse. eine woche bei den schnellen anbietern. toll.
die baumärkte in der umgebung haben zwar alle gaaaaaanz  tolle (und endlos lang dauernde) „wenn  Sie dings wünschen, drücken Sie die 1“-telefonmenüs. aber nackige aquarien ohne schnick und schnack in bezahlbar haben sie leider nicht.

in meinem stamm-zoofachgeschäft geht noch keiner ans telefon - ist halt n kleiner laden, und morgens ist noch nicht die volle mannschaft da. seh ich ein, ist meiner steigenden nervosität und „oh gott, meine armen macrobrachien!“ aber nicht zuträglich.
seufz.

der gatte kommt heim und wir frühstücken unsere standard-spiegeleier von glücklichen freilauf-hofhühnern des befreundeten bauern und dazu mehr kaffee. der dringende anruf vom morgen war ein lkw mit federbruch, der mitten auf einer straße liegengeblieben war. auch was, das man dringend braucht.

kurz nach dem frühstück erreiche ich jemanden im zookauf und bekomme zu meiner großen erleichterung mitgeteilt, dass ein nackiges 1,20-er becken vorrätig ist und reserviert werden kann.
sagte ich schon, dass mich das wahnsinnig erleichtert?

beruhigt starte ich das notebook, ausnahmsweise mal nicht den standrechner.

währenddessen spielt madame mit dem wasser in der mörtelwanne. ich habe ihr ein bällchen dort hineingeworfen, das sie jetzt auf servalmanier bejagt: sie schleicht sich an und schlägt dann blitzschnell mehrmals und sehr hart und mit krallen auf die „beute“ drauf, bis sie das bällchen so erwischt, dass sie es aus der wanne herausfischen kann. es sieht sehr spaßig aus, setzt aber die gesamte umgebung ordentlich unter wasser:


vor dem terminologischen tagwerk recherchiere ich noch, ob es einen bezahlbaren ersatz für meinen derzeitigen feedreader gibt. die fehlende suchfunktion und die unmöglichkeit, bestimmte  themen ausschließen zu können, nerven mich mittlerweile zu sehr. aber 50 glocken jährlich für ein produkt auszugeben, das ich nur so halbgut finde? - nee.
es findet sich newsblur, aber da hakt es heftig beim bezahlen. nur mit kreditkarte. was ein scheiß! mal sehen, ob man mir eine andere möglichkeit einräumen mag. ich bin ja gern bereit, für ein ordentliches programm auch zu zahlen - aber wenn man mir das unnötig schwer macht, dann halt nicht ...

anschließend geht es los mit dem terminologischen tagewerk, heutiges thema sind aufräumarbeiten im altbestand. es läuft zäh (warum, verflixt noch mal?!).

kurz vor eins kommt der gatte heim, wir essen zu mittag. ich verputze einen gut teil des restlichen spitzkohl-gemüses mit dem restlichen quark, der gatte hat brötchen-mit-was-drauf, wie fast immer. danach gibt es noch einen schnellen kaffee und dann geht es für uns beide weiter mit arbeiten.

nach dem mittag kommt zug in meine terminologie und es fängt an zu laufen. ich wühle mich durch diverseste stationen (die nur unter bestimmten umständen station heißen dürfen), bis mir zehn vor sechs die serververbindung abstürzt. just während ich noch überlege, ob ich noch mal schnell hochfahren soll, ruft der gatte an, um mir bescheid zu sagen, dass er aus der firma losfährt und mich abholt, damit wir das bestellte aquarium abholen können.

im zooladen bestaune ich erst einmal ausführlich die neue aquarienanlage. sehr modern, RIESIG groß, sehr hell und schick. nur sind die becken jetzt viel, viel kleiner. das ist ja einerseits toll: es erleichtert dem h. und seinen kollegen das sortenreine einfangen der wasserviecher deutlich, und sie können viel mehr arten ins programm nehmen und die kampffisch-kerle einzeln halten. andererseits finde ich es aber schade, denn die relativ großen becken sahen schon toll aus, der h. konnte oft genug zeigen, dass er ein händchen fürs aquascaping auch auf kleinem raum hat, und ich fand die bunter gemischten fischherden schon auch sehr, sehr schön. aber je nun, es muss für die dort arbeitenden passen, nicht so sehr für mich.
auf dem weg zur kasse begrüße ich einen der beiden ladenkater, einen bildschönen schwarzbefrackten mit überaus zierlichen weißen söckchen. der gatte holt derweil das auto, um das neue aqua einzuladen.
an der kasse steht ein pärchen mit kind vor mir, hinterm thresen ist jedoch niemand. ich höre die kassenfrau beim hunde-equipment geduldig die größen irgendwelcher dinge erklären. minutenlang. schließlich tauchen sie und die kundin hinter dem aufsteller auf und kommen gemeinsam an die kasse. dort hat die kundin auch weiterhin endlos irgendwelche dinge zu fragen und zu diskutieren. sie ist für mich kaum zu verstehen (aber ich höre auch nicht besonders aufmerksam zu), ich sehe jedoch, dass die kassierende zunehmend genervt ist, weil sie immer und immer wieder dasselbe erklären muss. und dann sehe ich mir die kundin genauer an und vergesse für einen moment das atmen. ich habe wirklich noch nie einen so dünnen, nein, klapprigen menschen noch auf seinen eigenen beinen stehen sehen. rasseldürr trifft es wohl am ehesten. sie ist etwas größer als ich, ich schätze, etwa einssiebzig, aber sie auf 35 kilo zu schätzen dürfte hoch gegriffen sein. ihr gesicht sehe ich nicht, nur die sehr akkurat gesträhnten und frisierten aschblonden haare und eine dunkelviolett-gescheckte hand, die ebenfalls nur aus pergamentener, unglaublich zerknautschter haut, sehnen und knochen besteht. miss death, denke ich mit einer mischung aus grusel und bedauern.
dann, endlich, kann auch ich bezahlen.

wir bringen das aquarium heim und tragen das alte gleich ins auto. dabei stelle ich fest, dass die platte des schrankes auch ordentlich gelitten hat. sie ist etliche cm weit gequollen. darauf kann ich das neue becken nicht abstellen. den tischler, der den schrank mal gebaut hat, erreicht der gatte nicht. also bleibt uns nichts übrig als noch mal zum baumarkt zu reisen und eine passende platte zu besorgen. eigentlich hat der gatte keine lust, noch mal loszuziehen. aber ich insistiere, denn ich kann schwer abschätzen, wie gut es den garnölen in ihrem wasserfass geht, und möchte nicht riskieren, dass ich sie jetzt zwar vorm tod durch ausgelaufenes aqua gerettet habe, sie mir dann aber in ihrem fass verrecken. seufzend gibt er sich geschlagen, und wir reiten zum baumarkt. dort ist großkampftag angesagt – 20 % auf alles (außer irgendwas) –, und die schlangen an den kassen sind endlos. wir finden jedoch relativ schnell eine passende platte, und ich schlage dem gatten vor, dass er schon vorgeht und uns grillhähnchen zum abendessen besorgt, während ich auf den zuschnitt warte und bezahle. er willigt ein.
am zuschnitt treffe ich einen freund-bekannten und wir unterhalten uns kurz. er sieht elend aus, gestresst und kaputt. hoffentlich kommen für ihn bald bessere tage, er wäre nicht der erste, der stressbedingt abklappt ...
das zahlen geht wider erwarten ratzfatz, und ich bin noch vor dem gatten mit meiner beute wieder am auto.
daheim laden wir flugs die platte und aqua-unterlage aus kork aus und essen dann erst einmal etwas. die kater sind högscht interessiert, und sogar madame kommt mal nachsehen, was da so essbar duftet. das angebotene hühnchenfleisch lässt sie jedoch liegen, daum kümmern sich die männlichen staubsauger der gattung felis.

nach dem essen ist es halb neun und ich begebe mich an die aqua-ein-und-umräumaktion. kurz nach neun sind der bodengrund und der hauptteil der bepflanzung drin (wow, das ging fix!) ...

... und ich fange an zu fluten. gegen elf ist es weitgehend vollbracht, und die garnölen und die barben werden in ihr neugestaltetes domizil umgesetzt. zunächst mache ich noch herrmann mit dem kescher. aber nachdem die tierchen elend flink sind und das restliche wasser aus der tonne sowieso auch ins aqua soll, kippe ich die restlichen 15 liter nebst bewohnern kurzerhand ins becken.
noch die luftleitungen reingehängt, das säuberliche einbuddeln habe ich verpennt, und das licht an die zeitschaltuhr hängen.
kurz vor halb zwölf sind das becken und ich komplett fertig.


die garnölen nölen diesmal nicht, sonden winken:

dreiviertel liegen der gatte und ich im bett, und ich bekomme nur noch am rande mit, dass er das licht ausschaltet.

2016-09-02

#684 - man sollte seine mitmenschen nicht unterschätzen ...

am mi.-abend hatten der gatte und ich eine nette feierabendrunde mit den bikes geplant. der zeh, seines zeichens kollege und und freund des gatten, wollte gern mitkommen. so geschah es, der gatte lieh dem zeh radbekleidung und eins der e-bikes, und los ging's.
ein e-bike fanden wir sinnvoll, der zeh ist nämlich ... nun ja, etwas rundlich um die mitte. er hat vor zwei jahren angefangen, ein bisschen ems-training zu machen, und bewegt sich sonst grundsätzlich nicht mit muskelkraft, spazierengehen am wochenende mit frau und kinderwagen mal ausgenommen.

wir fuhren unsere große standard-runde in der leicht entschärften version - der gatte und ich mit unseren normalen „schweißtröpfchenvergasern“, der zeh eben mitm e-bike. ich fuhr vorneweg, der gatte fuhr neben dem zeh und gab ihm gegebenenfalls tipps zu fahrtechnik und kraftsparendem fahren.
der zeh schlug sich erstaunlich wacker auf den etwas schwierigeren stücken, da war ich erstaunt und erfreut. kann sein, dass es einfach nur an mut (ohne verstand) liegt, das habe ich bei mitfahrenden männern relativ oft erlebt. die bügeln dem vorausfahrenden hinterher nach dem motto, wenn der da vorne da drüberkommt, schaff ich das auch. dass da u.u. ein paar zehntausend km erfahrungsunterschied bestehen - geschenkt. allerdings bin ich auch ein eher ängstlicher biker, insofern passte seine einschätzung, denn auf den bart gefallen ist er in der tat nicht. vielleicht hat er auch einfach ein ganz gutes gefühl fürs rad. ich hoffe einfach mal, dass letzteres zutrifft.

aber.

am ende der runde war der zeh platt wie eine sportmütze. er äußerte sich seeeeehr erstaunt darüber, dass auch ich so gezogen hätte - das habe er ja gar nicht erwartet. beim gatten war ihm schon klar, dass er den nicht würde müdespielen können. aber bei mir sei er da doch ... nun ja, er habe gedacht, er würde problemloser hinterherkommen.
da musste ich doch sehr lachen.

und einen muskelkater hat er auch bekommen, hehe :D


2016-08-31

#683 - arena erfolgreich verteidigt oder so

gestern war die nachkontrolle unserer katzenhaltung durch das veterinäramt. ich hatte im vorfeld bereits einiges an informationen und bildern hingeschickt. das feedback war auch positiv. trotzdem bin ich vor solchen prüfungen aufgeregt und nervös wie zu schul- und unizeiten vor prüfungen. selbst wenn ich - wie diesmal eben auch - weiß, dass ich super vorbereitet bin und eigentlich nix passieren können sollte. mein motto für solche fälle ist „der anschiss lauert überall“.

mir fielen nur die meckerstellen auf, der nicht funktionierende wasserlauf, der nicht blütenreine boden im durchgangskeller, in dem die klos stehen und es durchaus RICHTIG dreckig wird, wenn die plüschs mit schlammpfoten reinkommen und wo klein-napoleon auch mal in ne ecke pieselt, wenn er sich missverstanden fühlt oder madame, da sie glatte oberflächen mehr goutiert als katzenstreu. kurzum: ich flatterte tüchtig.

der gatte hingegen war die ruhe selbst, er sieht halt das, was grandios ist: sehr reichliche 150 m² platz draußen und das komplette haus, zutrauliche pelzköppe, jede menge schicke einrichtung, verstecke, klettermöglichkeiten und hochsitze im gehege, schönes und gedeihendes grünzeug (inkl. rasen, yay!) usw. usw.

und er hat recht: die beiden kontrolleurinnen gestern waren von unserem palazzo degli gatti gebührend beeindruckt. man lobte das schöne, abwechslungs- und an input reiche gehege ein ums andere mal, fragte mir löcher in den bauch zum verhalten von madame schnapitze allein und im verhältnis zu den feliskatzen. man war vom kitty superhighway im haus sehr angetan. mit jeder minute, die die beiden da waren, nahm auch meine nervosität ab. am ende war es ein richtig nettes gespräch mit zwei sehr interessierten und kenntnisreichen partnerinnen. besonders gefreut habe ich mich darüber, dass der gatte sich ebenfalls zeit genommen hat und bei der kontrolle mit anwesend war.

aber natürlich gab es auch einen „ACH DU SCHEISSE!!“-moment: als blue uns ausgebüxt ist, während der gatte eine kletterhilfe ins gehege trug, um ein verworfenes futterküken zurückzuholen. nachdem madame bereits neugierig war, wer da in ihrem revier herumstand, aber nur den kopf ein bisschen aus dem oberen bunker herausstreckte, wollten wir sie ganz herauslocken. mit futter, das hat sich ja bewährt. das hat der gatte ein bisschen zu kurz geworfen und schwupps, hing das küken im dach der gehegeerweiterung fest. da wir alle es madame unbesehen zugetraut hätten, sich das küken mit einer bekloppten kletteraktion zu holen und sich dabei möglicherweise zu verletzen, musste es also fix da heruntergeholt werden. dazu wollte mein liebster „mal schnell“ einen gartenstuhl ins gehege tragen. da der aber minimal breiter war als die tür und der gatte nen moment zum durchfädeln brauchte, nutzte blue die gelegenheit und witschte ihm zwischen den beinen durch und wie der geölte blitz auch an mir vorbei. WAAAAH! unter den augen der kontrolleurinnen! aber die grienten beide, und blue blieb am vorderen beet stehen, um die blümchen zu beriechen, und ließ sich völlig anstandslos wieder einfangen und ins gehege zurückbringen.

fazit der kontrolle: eins plus. mustergültig. ob man mich bei fragen anrufen und fotos vom schönen gehege als paradebeispiel verwenden dürfe.
ich glaube, so entspannte kontrollen machen die veterinäramtspersonen selten ... sie reisten mit breitem lächeln wieder ab, und der gatte und ich stießen mit unserem besten kaffee an.

aber ey, WAR. DAS. ANSTRENGEND!

beim sport schluffte ich dann auch nur so rum, die klimmzüge wollten nicht so richtig, und heute hab ich durchaus nennenswerten muskelkater. was seelische anspannung so ausmacht ...